Die Hexen-Haeuschen-Bibliothek




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Wie schoen, dass Du zu uns gefunden hast bzw. zu Sophies Bibliothek,
welche sie uns nach dem Gespensterwaldplot freundlicher-
weise zur Verfügung stellte.
Immer, wenn wir einmal eine Auszeit benoetigen,
duerfen wir sie besuchen und in ihren Buechern stöbern
und falls Du Dich auch fuer die Welt der Hexen, Magie und alles Moegliche
rund um dieses Thema interessieren solltest,
kannst Du hier ab und an Informationen darueber finden,
welche wir hier zusammen getragen haben....
Du bist herzlich eingeladen !



Inhalt:

Klick auf den Begriff, welchen Du Dir ansehen moechtest

Aufenthaltsort von Hexen - Bezahlung von Hexen - Bibliothek einer Hexe -
Das Pentagramm - Sechstes und siebtes Buch Mose - Hexen -
Imbolc/Lichtmess - Walpurgis - Zauberei zur rechten Zeit


















H e x e n

Unsere Vorstellung vom Wesen und den Attributen der Hexen stammt zu einem nicht geringen Teil aus den Märchen, die z.B. von den Gebrüdern Grimm und anderen Menschen zusammen getragen und aufgeschrieben wurden. Die Hexen dieser Märchen sind im wesentlichen böse und haben es vor allem auf Kinder abgesehen...
Hexen sind da grundsätzlich alt... sie sind hässlich und krumm...Aus vielen Märchen erfahren wir, daà Hexen tief im Wald in alten Häuschen, Hexenhäuschen eben, wohnen und dass sie sich mit Pflanzen auskennen... Auch dass sich Hexen in Tiere verwandeln können, in eine Nachteule oder Katze, ist den Märchen zu entnehmen. So finden wir also in Märchen so ziemlich alles vereinigt, was es über Hexen zu sagen gibt...

Das Wort "Hexe" geht auf das althochdeutsche hagzissa zurueck, in dem zumindest der Wortbestandteil hag = Zaun eindeutig zu bestimmen ist. Zissa könnte mit dem norwegischen tysja = Elfe zusammenhängen. Gemeint wäre also solch ein Wesen, welches sich in Hecken oder auf Zäunen aufhält, wobei letzteres im übertragenen Sinn zu verstehen ist... Der Zaun umhegt das Reich der Menschen und bildet somit die Grenze zwischen der geordneten, wohlbehüteten Welt und der chaotischen Wildnis, dem Reich der Geister und dämonischen Wesen.
Anders als gewöhnliche Menschen stand die Hexe, ebenso wie übrigens die Schamanen mit beiden Welten in Verbindung, denn für ihre Zaubereien benötigte sie die Hilfe der Geister und Pflanzen, die ausserhalb der Gärten wuchsen...

In der Regel dienen Hexen und Zauberinnen niemandem. Sie leben für sich. Sie verfügen über Heil- und Zauberwissen. Das Wissen der weisen Frauen und Zauberinnen der alten Zeiten liegt in Kinderspielen, Märchen, Mythen und Liedern verschlüsselt...

In manchen Teilen des deutschsprachigen Raumes wurde der Begriff Hexe nie volkstümlich. Beispielsweise in à sterreich sprach man weiterhin von der Trude, der Drut, der Unholdin oder den Unholden-, wie Elben und böse weibliche Geister früher in weiten Teilen Deutschlands auch genannt wurden. Woanders blieb man bei Zauberin oder Weidlerin. Insgesamt aber setzte sich seit dem dreizehnten Jahrhundert die Bezeichnung Hexe vor allem im süddeutschen Raum mehr und mehr durch und konnte zur Hochzeit der Hexenverfolgung (15. bis 17. Jahrhundert) schliesslich auf jede Person angewandt werden, die angeblich ihre Zauberkünste zum Schaden ihrer Mitmenschen ausübte...

Wie noch in einer Schrift aus dem Jahr 1757 klar gesagt wird, war das aber noch nicht alles, denn eine wirkliche Hexe war erst "eine solche Person, die mit dem Teufel, der ihr in sichtbarer Gestalt erschienen ist, ein Bündniss, auch wol gar vermittelst einer Unterschrift mit ihrem eigenen Blut gemacht hat"... Früher hatte fast jedes Dorf seine "Hexe" besessen, die sich hervorragend mit Pflanzen und deren Wirkungen auskannte, die Hebammendienste verrichtete und Mensch wie Tier zu heilen verstand - und es ist nicht auszuschliessen, dass manch eine von ihnen sich auch auf negative Zaubereien einliess. Hierin glich sie den sibirischen Schamanen und den afrikanischen Zauberern, von denen es ja auch "weisse" und "schwarze" gab - und teilweise heute noch gibt. Wie diese, schwebte die "Dorfhexe" ständig in Gefahr, im Falle eines Versagens allermindestens fortan scheel angesehen zu werden...




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Aufenthaltsort von Hexen

Nach allgemeiner Ansicht bevorzugten Hexen Gegenden und Orte, die "anständige Menschen" mieden. Hierzu zählten vor allen Dingen Friedhöfe, Kreuzwege, düstere Schluchten, öde Berggipfel und dichte Wälder: Orte also, die "unzivilisiert" sind, auf die sich der Einfluà der Menschen nicht erstreckt, die den Geistern gehören...und die gerade deswegen auf der ganzen Welt als höchst magisch angesehen wurden und werden. Hier traten die Hexen mit Geistern in Kontakt, um sie für ihre Zwecke einzuspannen, hier führten sie ihre Zaubereien aus und hielten sie ihre Versammlungen ab.
Daneben sagte man ihnen auch nach, daà sie alte Bäume, vor allem Eichen und Nuà bäume, liebten und auf deren à sten zusammenkamen...Manch tausendjähriger Baum, der Kriege, Dürren und Blitzeinschläge überstanden hatte, fiel diesem Glauben zum Opfer...

Bezahlung von Hexen

Selbst heute noch weià man in Gegenden, in denen man nach wie vor an die Fähigkeiten sogenannter "guter" Hexen oder weiser Frauen glaubt, daà diese nicht mit Geld bezahlt werden dürfen. Sonst wirke der Zauber nicht. Man wuà te sich aber schon immer zu helfen, denn ganz umsonst waren die Dienste auch nicht zu erhalten. So gaben also die Hilfesuchenden gewissermaà en als Geschenk etwas von dem, was sie entbehren konnten: Eier, Brot, Speck, Fleisch oder Butter.
Noch Ende des neunzehnten Jahrhunderts wird aus dem thüringischen Dörfchen Espenfeld berichtet, daà die "Speckdoctern" genannte weise Frau kam und den Espenfeldern Schutz- und Heilmittel gegen Hexerei gab. "Wenn sie auf die Höhe kam", so heià t es in einer zeitgenössischen Quelle, "wo man des Dorfes zuerst ansichtig wird, schwenke sie ihr Bündel Kräuter nach jedem der Häuser, in denen sie verkehrte. Ihren Namen hat die Speckdoctern davon, daà sie ihr Honorar in Speck und Würsten ausgezahlt bekam...es fiel oft so reichlich aus, daà sie noch eine Person zum Tragen mitnehmen muà te...


















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Walpurgis

Seit alten Zeiten sind die Begriffe "Hexe" und "Walpurgisnacht" - 30. April - praktisch untrennbar miteinander verbunden. Die Hexen reiten, wie noch imer jedes Kind weià , auf ihrem Besenstiel in dieser besonderen Nacht des Jahres auf den Blocksberg, um sich dort mit anderen hexen und vor allem dem Teifel zu treffen, zu tanzen und sich nach Herzenslust zu amüsieren.
Das Wort "Walpurgisnacht" geht auf die heilige Walpurga oder Wal(d)burga zurück, eine englische Benedektinernonne, die im achten Jahrhundert auf Wunsch des heiligen Bonifatius nach Deutschland kam, um ihn bei seiner Missionsarbeit zu unterstützen. Sie wurde eine allseits geachtete und verehrte à btissin, und nach ihrem Tod zog ihr Grab bald eine immer gröà ere Schar von Gläubigen an. An einem 1. Mai (das Jahr steht nicht genau fest, irgendwann zwischen 870 und 879) wurde ein Teil ihrer Reliquien von ihrem Kloster Heidenheim nach Eichstätt in die nach ihr benannte Kirche St. Walburg übertragen und seither wird dieser Tag als Walpurgis gefeiert, obgleich das eigentliche Fest der Heiligen der 25. Februar ist. Es heià t, daà sich in dem steinernen Schrein, in welchem sich ihre Gebeine befinden, ein wunderwirkendes à l niederschlägt, das "Walpurgisöl" genannt wird.
Nach ihrem Tod wurde Walpurga, vielleicht nicht ohne eine gewisse Berechnung, zur Patriotin der Wöchnerinnen, der Bauern und der Haustiere erklärt. Damit wurde erreicht, daà die alten heidnischen Bräuche, die an diesem Tag in besonderer Weise gepflegt wurden, wenn schon nicht ausgemerzt, so doch wenigstens in christliche Bahnen gelenkt wurden. Die Bräuche, um die es hier ging, stammten noch aus keltischer Zeit, denn der 1. Mai (Beltane) war einer der beiden wichtigsten Tage des keltischen Jahres gewesen. Er markierte den Beginn der Sommerzeit, den Zeitpunkt, an dem die Herden auf die Sommerweiden gebracht wurden und die Monate der Nahrungsknappheit endlich für alle vorbei waren. Um das Vieh gründlich zu reinigen und es gegen alle Krankheiten zu feien, pflegten die Druiden am Abend vor dem 1. Mai groà e Feuer anzuzünden und das Vieh hindurchzutreiben.
Die Feuer hatten daneben den Zweck, die Elfen oder fairies (wie sie in Irland, England und Schottland genannt wurden), die vor allem in dieser Nacht umherschweifen sollten, von den Menschen und den Häusern fernzuhalten. Nicht eigentlich bösartig waren sie doch, wie man glaubte, stets zu Schabernack und Unfug aufgelegt, der recht derb ausfallen konnte. Und so tat man sein Bestes, sich diese übermütigen Wesen in der gefährlichen Nacht vom Leib zu halten.
Dieser alte keltische Brauch also, der in Irland bis in die Neuzeit hinein geübt wurde, war es, den es mit Hilfe der heiligen Walpurga zu christianisieren galt. Mit dem Aufkommen der Hexenverfolgungen aber wurde der bäuerliche Reinigungsritus mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt, bis er schlieà lich - zumindest im deutschsprachigen Raum - überhaupt keine Rolle mehr spielte.
Dagegen traten an die Stelle der spielenden und herumtollenden Geister die Hexen, die auf dem Blocksberg ritten - "arge Trübungen", wie es ein Volkskundler im neunzehnten Jahrhundert ausdrückte, "einer ursprünglich edleren Vorstellung von gütig gesinnten und für das Erntenwachstum bemüht gewesenen Geistern".
Und mit dieser Umwandlung wurde erreicht, was beispielsweise im Falle des Johannesfestes nicht gelungen war und auch später nicht gelingen sollte: dem Volk einen uralten heidnischen Brauch so sehr zu "vermiesen", daà es ihn schlieà lich ganz aufgab. Denn während der Johannistag bis zum Ende des neunzehnten Jahrhunderts und noch darüber hinaus allgemein mit groà en Feuern gefeiert wurde - und heutzutage wieder wird -, ist von Feuern in der Walpurgisnacht seit längerem kaum die Rede.




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Imbolc - Lichtmess

Imbolc, ein keltisches Fest, wird in der Nacht vom 1. in den 2. Februar gefeiert. Es ist auch bekannt unter dem Namen Lichtmess und dem Fest der Brigid und wird oft auch mit Maria Lichtmess identifiziert. Es ist eines der vier groà en â Hexenfeste". Imbolc liegt zwischen der Wintersonnenwende und der Tagundnachtgleiche im Frühjahr.

Die Kelten feierten dieses Fest, um die Sonne zu begrüà en. Imbolc heisst â die Lämmer zum Säugen anlegen", denn im Februar werden die Lämmer geboren. Die Kelten feierten Imbolc mit groà en Feuern, um die man im Kreis tanzte. Das Fest dient ebenfalls der Reinigung, da der harte Winter nun vorbei ist und der Frühling zum Vorschein kommt. Man stellte auch Kerzen an jedem Fenster im Haus auf, die man über Nacht brennen lieà .

Früher war es eine Tradition, dass die Mädchen des Dorfes eine Puppe aus Stroh anfertigen und diese mit Bändern verzierten. Die alten Frauen fertigten dann ein Bett für das Getreidepüppchen, die Brigid, an. Am Vorabend vor Imbolc wachten dann die jungen Frauen und Mädchen in einem Haus über dem Bett der Brigid. Zu später Stunde kamen dann die jungen Männer, die den Frauen und Mädchen sowie der Puppe Respekt zollen mussten. Vor der Nachtruhe löschte einer im Haus das Herdfeuer und strich die Asche glatt. Am Morgen sah man dann nach Zeichen in der Asche, die die heilige Brigid in der Nacht hinterlassen hatte. Am nächsten Tag wurde dann das Bett der Brigid von Haus zu Haus getragen, damit man sie ehren konnte.

Heute begehen die meisten Neuheiden das Fest am 1. oder 2. Februar, wobei der 2. Februar in Amerika beliebter ist, vielleicht auf Grund der späteren Identifikation des Festes mit Mariä Lichtmess. In der südlichen Hemisphäre wird es im August gefeiert.
Im Deutschen steht Imbolc auch als Akronym für die "Internationale Magische Bildungsstätte für Okkulte Lebenskunst und Credo", eine Interessen- u. Arbeitsgemeinschaft, die seit 1991 Fernkurse für abendländische Magie anbietet.










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Das Pentagramm





Das Hexagramm



Das Pentagramm

Im Gegensatz zum - oberflächlich betrachtet ähnlichen - Hexagramm, einem durch zwei Dreiecke gebildeten Sechsstern, wird das fünfzackige Pentagramm in einer einzigen Linie gezogen. Es ist seit der Antike ein Heilszeichen und spielt beispielsweise im Islam nach wie vor eine groà e Rolle. Wie früher auch hierzulande, ist man im Orient der festen à berzeugung, ein Pentagramm auf der Türschwelle halte böse Geister davon ab, in das Haus einzudringen.
In Deutschland war das Pentagramm früher als "Drudenfuà ", seltener als "Alfenfuà " bekannt. Diese Bezeichnung spielt auf den Glauben an, daà die Druden oder Truden, die Alpe und Hexen einen Gänse- oder Entenfuà hätten, dessen Abdruck in etwa der Form eines Pentagramms gleiche.
Gewissermaà en um Gleiches mit Gleichem zu bekämpfen, wurde der fünfzackige Stern auch in unseren Breiten zur Abwehr dieser Wesen aus geweihtem Wachs geformt und am Abend vor Dreikönig an Türen oder anderen wichtigen Stellen des Hauses angebracht oder aber mit Kreide vor allem an die Ställe gezeichnet.
Im Jahre 1699 berichtet ein Chronist aus dem Erzgebirge: "Drutten Figuren siehet man an Thüren oder in Wiegen der kleinen Kinder aus Aberglauben angeschrieben.
Kein böser Geist, nicht Hexe oder Teufel sollten imstande sein, an diesem Zeichen vorbeizuschlüpfen. Wie aus Goethes Faust bekannt ist, ist es wichtig, daà der Drudenfuà "geschlossen" ist, so schafft es Mephisto nur deshalb zu Faust vorzudringen, weil das Pentagramm auf seiner Türschwelle nicht ordentlich gezeichnet ist.
Er erklärt:

Beschaut es recht! es ist nicht gut gezogen:
Der eine Winkel, der nach auà en zu,
Ist, wie du siehst, ein wenig offen.

Welch groà e Macht dem Pentagramm zugeschrieben wurde, zeigt, daà selbst in der Heilig-Geist-Kirche zu Wismar, direkt vor dem Altar, ein Drudenfuà in den Stein einer Grabplatte geritzt ist, der, wie die nebenstehende Informationstafel erläutert, dazu dienen sollte, den Altar vor allem à bel zu bewahren.
Wenn man das Pentagramm umdreht und damit einfach auf den Kopf stellt, ist dies das alte Sinnbild der »schwarzen Magie« - also des Bösen im Menschen. Der Mensch kann lügen, täuschen und seine wahren Absichten verbergen. Dies ist nicht die Ausnahme, sondern leider der Regelfall. Dies ist die typisch menschliche Schattenseite des erkennenden Verstandes, die man aus Persona (die Maske) nennt.


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Bibliothek einer Hexe

Hexen und Hexenmeister waren nach landläufiger Ansicht ganz normale Menschen und konnten also nicht, wie überirdische Wesen, Götter, Feen und Geister ohne jegliches Hilfsmittel zaubern. Sie neötigten einen Zauberstab, einen Zaubertrank, bestimmte Kräuter (Hexenkräuter), und natürlich bedurften sie auch eines Lehrmeisters oder einer Lehrmeisterin, von dem oder der sie ihre Künste lernten.
Die mündliche à berlieferung geheimer Rezepte und Fertigkeiten ist in entlegenen Teilen der Welt immer noch gang und gäbe und als die eigentlich "richtige" Methode des Lehrens anzusehen, zumal früher ohnehin die wenigsten lesen und schreiben konnten - mit Sicherheit jedenfalls nicht Hirten, Kräuterweiblein und sonstige Landbewohner, die sich mit unorthodoxen Heilmethoden und Zaubereien befaà ten.
Dennoch kamen im späten Mittelalter und gar bis ins neunzehnte Jahrhundert eine ganze Reihe von Schriften in den Ruch von Zauberbüchern, aus denen die Hexen und Hexenmeister ihr Wissen bezogen. Im stillen Kämmerlein studierten sie, wie man glaubte, die verschiedenen Rezepte und probierten sie im Geheimen aus. Dadurch "entstanden" dann angeblich Geister, Homunkuli, diensthabende Zauberhunde und alles nur erdenkliche sonstige Teufelswerk.

Besonders berühmt war und ist in diesem Zusammenhang das Sechste und siebte Buch Mose ... selbst heute noch wird es, sofern man es überhaupt findet, nur an Erwachsene verkauft. Gleichfalls als Zauberschriften galten manche Bücher des Paracelsus, in denen etwa erklärt wurde, wie man den Stein der Weisen erhalten könne, sowie die des Agrippa von Nettesheim. Auch die à gyptischen Geheimnisse des Albertus Magnus wurden als Hexenbuch betrachtet, desgleichen die sogenannte Picatrix, ein ursprünglich arabisches Buch; und selbst vor der Heiligen Gertrud von Nivelles wurde nicht haltgemacht. Da sie bei (bekanntlich von Hexen hervorgerufenen) Mäuse- und Rattenplagen angerufen wurde - und damit selbst Zauberkräfte besitzen muà te -, wurde eine Reihe von Büchlein magischen Inhalts mit ihrem Namen in Verbindung gebracht. Eines davon aus dem Jahr 1504 trug den Titel: Vornehme Lehr über Schätze, welche von Geld oder Gut bestehen, wobey sich gute Geister noch befinden, und daà man es leicht an sich bringen kann ohne Verhindernià des Satans.

Die genannten Schriften sowie mehrere hundert weitere, zum Teil sehr seltene, teils lateinische Bücher und Manuskripte wurden Ende des neunzehnten Jahrhunderts in der Bibliothek des Josef Wetzel gefunden, der aus einer alten Schatzgräber- und Wunderdoktorfamilie stammte und in der Umgebung Ravensburgs als Hexenmeister bekannt war. Sein Haus war durchsucht und seine Bücher zunächst beschlagnahmt worden, weil er in Verdacht stand, für seine Zaubereien böse Dinge gemacht zu haben. Die Behörden beauftragten nun einen Wissenschaftler, die Schriften nach einschlägigen Rezepten zu durchsuchen. Da allerdings nichts konkret Belastendes herauskam, man dem Hexenmeister also nichts nachweisen konnte, muà te man ihm seine Bibliothek schlieà lich zurückgeben und ihn auf freien Fuà setzen.
























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Zauberei zur rechten Zeit

Ein ganz wesentlicher Aspekt jeglicher Zauberei ist der Zeitpunkt, zu dem sie ausgeführt wird. Unter 'Zeitpunkt' ist dabei erstens der Tag und zweitens die Tageszeit zu verstehen. Wer über solche Spitzfindigkeiten lächelt, der mag sich vergegenwärtigen, wie oft wir bei bestimmten Handlungen instinktiv den 'richtigen' Zeitpunkt abpassen. Wohl niemand, der seine fünf Sinne beisammen hat, würde etwa eine Liebeserklärung ausgerechnet dann anbringen, wenn seine Auserwählte gerade eine schmerzhafte Zahnwurzelbehandlung hinter sich hat oder mit einer Nierenkolik das Bett hütet. Nein, bei der Liebsten wartet man natürlich, bis Zahn oder Nieren sich beruhigt haben, organisiert ein stilvolles Essen mit Kerzenlicht, nimmt ihre Hand und ... nun ja. Die Stimmung ist es, auf die es bei ihr ankommt - Momente, die, wie Marcel Proust es ausdrücken würde, magischen Sand mit sich führen. Und es gibt bestimmte Tage im Jahr, die besonders viel magischen Sand zu enthalten scheinen: Tage, an denen die Geister auà ergewöhnlich aktiv sein sollen und daher mit deren Gegenwart und Macht 'aufgeladen' sind - wie früher selbstverständlich jeder wuà te.

Ob in Island, Irland, Schottland oder Italien, Frankreich, Deutschland oder Ungarn, übereinstimmend kennt und schätzt man seit wer weià wie lange die 'Wendepunkte' des Jahres, also insbesondere die Sommer- und die Wintersonnenwende, als solche Zaubertage. Diese, ebenso wie einige weitere Tage wurden in späteren Zeiten christianisiert, was allerdings ihrer Wirkung keinen Abbruch tat. In diesem Zusammenhang waren vor allem Karfreitag, Pfingsten, Silvester und Dreikönige zu nennen.

Speziell für Liebeszauber spielen auà erdem der frühere Thomastag (21. Dezember), der Matthiastag (24. Februar), allen voran aber der Andreastag (30. November) eine wesentliche Rolle.

Pflücke am ersten Pfingsttag frühmorgens an einer guten Stelle kniend dreimal mit der rechten Hand unter dem rechten Knie so viel Gras, daà du daraus einen Kranz winden kannst - eine Arbeit, die du immer noch kniend erledigen solltest. Nimm den Kranz anschlieà end mit in die Kirche und besprenge ihn dreimal mit Weihwasser. Nach dem Gottesdienst steck den Kranz auf die rechte Hand, schwinge ihn in alle Himmelsrichtungen und sprich leise:

Du mir von Gott bestimmter Mann/Frau XY! Magst du weilen, wo immer, komm schnell, um diesen Kranz zu holen, denn der Kranz wird verwelken, mein Angesicht verblühen!

Zu Haus hängst du den Kranz dann um ein Heiligenbild (falls du keines hast, besorgst du dir vorher eines) und abends legst du ihn dann unter das Kopfkissen, wobei du die Beschwörung vor dem Schlafengehen noch einmal wiederholst.



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Sechstes und siebtes Buch Mose

Das - angeblich auf eine verschollene hebräische Vorlage zurückgehende - anonyme Sechste und siebte Buch Mose ist bis auf den heutigen Tag eines der zugleich bekanntesten und geheimnisumwittertsten Zauberbücher. Es galt als so potentiell gefährlich, daà es nicht öffentlich verkauft werden durfte und auch heute nur immer mal wieder von obskuren Verlagen in diskret-unauffälligen Anzeigen angeboten und nur an Erwachsene abgegeben wird.

Aus dem Vorwort zu einer neueren Ausgabe erfahren wir:

Dieses Buch ist das wichtigste, welches sich mit dem geheimnis der Magie befaà t. Es wurde um 1522 aufgefunden und erschien in Deutschland zuerst bei Peter Michel, dem letzten Karthäuser zu Erfurt ... Inhaltsschwer ist dieses Buch und dazu getreu dem Geist seiner Zeit. Zum Verständnis des Buches gehört viel Liebe zur Magie und tiefes Eindringen in dieselbe; für Unverständige ist es nicht geschrieben, und solchen wird es auch nicht helfen."

Das Werk zerfällt, entsprechend seinem Titel, in zwei Teile. Der zweite und umfangreichere, das Siebte Buch Mose , enthält Volksweisheiten und Zauberrezepte, wie sie auch aus vielen - durchaus frei zugänglichen - Darstellungen älteren Brauchtums bekannt sind. So findet man 'Probate Mittel' gegen Warzen, Hagelschlag und Gicht, Sommersprossen, Bettnässen und Herzbeschwerden und erfährt, wie man mit seinen Bienen Glück hat und wie man seine Kühe vor Verzauberung schützt.

Ein typisches Beispiel wäre etwa der folgende Zauber gegen Sodbrennen: 'Man nehme drei Hafer- oder Gerstenkörner in den Mund und zerkaue sie ganz langsam, so wird der Sod augenblicklich vergehen.´

Daà allerding selbst solche Informationen - wenn es dem Leser an gesundem Menschenverstand fehlt - gefährlich werden können, zeigt der aus dem neunzehnten Jahrhundert bezeugte Fall einer Frau, die ihre Krankheit auf eine in diesem Buch beschriebene Weise kurieren wollte. Sie grub sich in einem Düngerhaufen ein - und erstickte. Daraufhin strengten die Erben einen Prozeà gegen den Verlag an.

Der erste Teil des Werkes, das 'Sechste Buch Mose' , ist von gänzlich anderer Art. Hier wird ausführlich erläutert, wie man einen Zauberstab anfertigen, Luzifer beschwören, Gespräche mit Verstorbenen führen und derlei 'teuflische' Dinge mehr tun kann. Es ist also ohne Zweifel dieser Teil, dem das Sechste und Siebte Buch Mose seinen Ruf verdankt.




























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Für claudi1982







Plätzchenrezepte



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eava20

Textquellen:
Bandini -Kleines Lexikon des Hexenwesens
Francia - Mond-Tanz-Magie
Bandini - Zauber der Liebe / Beschwörungsformeln, Riten und Rezepte


Bildquellen:










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