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Ein eisiger Wind fegte über das zerklüftete Bergland. Es war bereits Abend geworden und kein Licht schaffte es durch die grauen, weiterziehenden Wolken zu dringen und der Weg vor ihm lag steil und rau, es würde noch länger dauern, einen Felsvorsprung zu finden, unter dem er vor dem Wind geschützt war.
Wie Eiskristalle stachen kleine Regentropfen in sein Gesicht, den Weg konnte er kaum noch sehen.
Plötzlich blieb er stehen. Sein Blick wanderte die steinigen Berghänge hinauf. Hatte er sich verlaufen?
Unsicher ging er weiter. Vor ihm lag ein enger Weg. Bestimmt würde er dort besser geschützt sein vor dem Wind und dem eisigen Regen.
Im Schutz der Steinwände holte er eine Karte heraus. Sie war nicht mehr als ein vergilbter alter Fetzen, doch trotz des hohen Alters waren noch Linien von schwarzer Tusche zu sehen. Er ließ seinen Finger über das alte Papier wandern, aber nirgends fand er eine Felsspalte wie diese, in der er nun stand.
Sie war eng und tief, das Ende konnte er nicht zu sehen.
War es an der Zeit zurückzukehren?
Sein Blick fiel auf die Öffnung, aus der er kam. Der Wind heulte und pfiff an den rauen Felsen.
Unschlüssig blieb er kurz stehen, fasste jedoch Mut und betrat den engen Spalt.
Die Hände an die Felsseiten gelegt, bahnte er sich einen Weg durch die Kluft. Jedes Geräusch seiner Schuhe eilte ihm voraus und kam in einem tausendfachen Echo zurück.
Machte es überhaupt einen Sinn weiterzugehen? Würde der Spalt ein Ende haben? Bis spät in die Nacht wanderte er weiter.
Mit der Zeit wurde die Felsspalte breiter, bald sah er bereits mattes Mondlicht. Noch ein paar Schritte, und der Weg führte ihn auf eine kleine Felsebene und vor ihm lag der Eingang einer finsteren Höhle.
Seine Schritte hallten unheimlich von den dunklen Felswänden zurück, als er sie zögerlich betrat. Er konnte nichts erkennen, als plötzlich...
Halt!
Erschrocken Blieb er stehen, starrte in das Dunkel, doch nichts war zu sehen.
Wer hat dir erlaubt diese Höhle zu betreten?, hallte die dunkle Stimme wieder von den Wänden.
Keiner!, rief der Junge und trat unwillkürlich ein paar Schritte zurück.
Dann werde ich dich erst gehen lassen, wenn du mein Rätsel löst.
Sein Blick fiel nach hinten, aber der Eingang war verschwunden, Dunkelheit umgab ihn.
Welches Rätsel?, fragte er.
Sei still und lausche meinen Worten:

In seiner Nähe tanzen die Schatten
Seinem Gegenüber glänzen die Augen
Und so lange er da ist
Schwindet kein Licht.

Die letzten Worte des Rätsels echoten durch die Höhle, wie fieberhaft dachte der Junge nach und schließlich nannte er der Stimme seine Antwort.




Kapitel 1 – Der Saphirdrache

Einen Moment passierte gar nichts, doch dann wurde es plötzlich heller. Er konnte wieder die rauen Felswände sehen und von dem Höhleneingang hinter ihm fiel schimmerndes Mondlicht in die Höhle.
Vor ihm, er konnte seinen Augen kaum trauen, glänzten tausende von Saphiren oder Kristallen in dem schwachen Licht. Seine Augen wanderten über die Vielzahl von funkelnden Steinen… Steinen?
Plötzlich fiel sein Blick auf die beiden leuchtenden blauen Augen. Die Furcht packte ihn, doch seine Beine versagten ihm den Dienst. Wie angewurzelt blieb er stehen und starrte in die glänzenden klugen Augen.
Bleib stehen, wisperte die Stimme und erst jetzt erkannte der Junge was vor ihm in der Dunkelheit war: ein blauer Drache! Zusammengerollt lag er in der großen Felsnische am Ende der großen Höhle und sah ihn musternd an. Seine Schuppen, blau wie Saphire, reflektierten das Mondlicht in tausenden Blautönen.
Doch auch seine Krallen und Stacheln glänzten in silbernem Schein, und seine Augen strahlten von eisigem Blau. Seine riesigen Schwingen lagen eingefaltet auf seinem Rücken, und sein von Stacheln besetzter langer Schweif ruhte dicht bei seinen Klauen.

Minutenlang, so kam es dem Jungen vor, stand er dort vor dem mächtigen Drachen und sah ihn ungläubig an, doch schließlich traute er sich zu fragen:
Seid ihr ein Drache?
Wie als Antwort richtete sich das riesige Wesen auf und entfaltete seine Schwingen. Erst jetzt bemerke er dessen wahre Größe. Aber auch Ketten und Ringe fielen ihm in den Blick.
Um seinen Hals trug er ein tellergroßes Amulett an einem breiten Lederband und eine Kette mit großen geschliffenen Saphiren.
Ringe und weitere Ketten und Steine schmückten seine Beine.
Wie heißt ihr?, fragte der Junge zögerlich.
Der Drache hielt inne und sah ihn unverwandt an.
Die Frage ist doch eher wer du bist, und was du hier machst, findest du nicht?, seine Stimme war drohend.
Mein Name ist William Gordon! Ich war hier in den Bergen unterwegs um etwas zu finden.
Einen Schatz etwa? Einen solchen mit Truhen? Mit Silbertellern, rubinbesetzten Kelchen oder Kronen aus alter Zeit?
Er antwortete nicht.
Dann frage ich dich, Fremder, wie hättest du dich an ihm bereichern wollen ohne Vieh, das ihn dir trägt?
Der Junge verkniff sich seine Antwort um nicht noch etwas von seinem Vorhaben preiszugeben und nach einigen Momenten erinnerte er sich wieder an seine Frage:
Wer seid ihr?
Der Drache schien einen Moment zu überlegen. Mein Name ist Sir Kazes von Celáhdri.
Celáhdri? Fragend sah der Junge hoch zu den blauen Augen des Drachen.
Wo liegt Celáhdri?
Der Drache rührte sich nicht und sah ihn unverwandt an. Seine Augen stachen in dessen. Du hast noch nie von Celáhdri gehört? Sie ist die größte aller Städte des ganzen Kontinents. Sie liegt an dem großen See Celdron und ihre Häuser und Straßen führen bis in das Vorgebirge der Passbergkette. Woher kommst du?




Kapitel 2 – Eine andere Welt

Schon viele Wanderer waren durch die Felsspalte zu der Höhle des Drachen gelandet, jedem hatte er das Rätsel gestellt und nicht viele hatten es gelöst.
Wie gebannt lauschte der Junge lange den Worten des Drachen.
Sie alle kamen durch die Felsspalte. Insgesamt haben wir Drachen neun derartige Orte entdeckt. Sie alle sind Verbindungen, die in eine andere Welt führen. Wir Drachen nennen sie Dahrsair, magische Tore. Durch ein solches kamst du hierher nach Sielfiah'an.
Diese Welt, so schön sie auf den ersten Blick wirken mag, birgt Gefahren. Sie ist sowohl gefangen zwischen dem ewigen Krieg vieler Völker als auch dem ständigen Wirken von Magie.

Der Drache erhob sich und bewegte sich langsam durch die große Höhle. Deine scharfen Klauen kratzten auf dem harten Steinboden, seine Ketten klingelten leise bei jedem seiner mächtigen Schritte. Wie gebannt dah der Junge zu, wie Sir Kazes mit einem Hauch blauen Feuers eine Reihe von Fackeln entzündete, die jäh die Höhle in ein bläuliches Licht tauchten. Erst jetzt wurden für Williams Augen die feinen Linien sichtbar, die nun sanft im Licht der Fackeln an der Höhlenwand aufleuchteten. Linien, tausende von Furchen, Kurven und gewundende Buchstaben erschienen auf dem dunklen Stein und ergaben eine riesige Karte einer Welt, die für die Augen des Jungen völlig fremd war.
Diese Karte ist die wohl größte und vollständigste dieser Welt. Sie zeigt die wundersamsten Winkel und entferntesten Städte dieses Kontinentes. Der Drache schien zu lächeln als er selbst zu dem gewaltigen Werk sah und zeigte mit einer Kralle auf einen mächtigen Gebirgszug. Und hier sind wir.






Kapitel 3 – Die Prophezeiung

Noch vor meiner Zeit, als dieser Kontinent noch so gut wie leer und wüst war, kam ein Bote des Lichts.

Ein Donnergrollen in der Ferne
Ein helles Schimmern im Mondlicht
Ein glänzendes Horn
Ein mächtiger Ruf

Ein Schlagen schwarzer Diamanten
Weiße Wellen im Wind
Das Horn stolz erhoben
Zum edlen Gruß

Er wandte sich an die Häupter meines Clans und verkündete:
Ein Mal wird es geben auf harter Schale, seine Form die des Zeichen des Lichts
Dieser wird sein der Retter eures Volkes.
Hundert Jahre mussten meine Ahnen warten auf das Zeichen, das ihnen prophezeit worden war.
Das Zeichen des Lichts zeigte sich auf der rauen Seite meiner Schale. Noch bevor ich ihre Dunkelheit verließ, tanzten sie um mich herum unter den Strahlen des Vollmonds und dankten dem Licht für das Schicken des Retters.
Ich wuchs heran wie alle anderen Drachenjungen. Doch als ich das Jahr meiner Reife erreichte, drohte die Prophezeiung zu scheitern, denn aus meinen Lungen kam kein Feuer, nicht eine Wolke von Rauch.
Mein Volk gab die Hoffnung nicht auf, doch auch Jahre später konnte ich keine Flamme zeigen.
Bald schon brach ein Krieg über uns herein, wie der Bote einst vorausgesagt hatte. Wir Drachen fochten viele Kämpfe, verloren zu viele Krieger.
Es war an der Zeit, dass meine Bestimmung erfüllt werden sollte. So ging ich hinaus in eine der Schlachten und stellte mich allein drei Reihen von Gegnern. Voll Vertrauen und Hoffnung, dass ich gewinnen werde, trat ich ihnen gegenüber.
Und es geschah, was selbst ich für unmöglich gehalten hatte. Feuer, blau wie Eis, senkte sich über die Köpfe der Gegner. Das war der lang erwartete Tag, an dem die Prophezeiung erfüllt werden sollte. Es war der Tag, der mich zum Helden aller machte.
Doch war es auch ein Tag, der mich und mein Leben veränderte. Mein Verdienst ward hoch gefeiert, man bat mir hohe Posten an, und ich nahm an.
Erst drei Tage nach den Festen des Sieges erfuhr ich Leid durch das Verkünden der Verluste. Meine Väter, stolz und kraftvoll vom Charakter, waren im Kampf gefallen; die meines Blutes sah ich kein weiteres Mal.
Für mich brach da an eine Zeit der Einsamkeit. Viele Nächte wachte ich und bedachte die Gefallenen.
Ich verlor Clan und Genossen, so zog ich mich zurück in die Berge. Bald fand ich diesen magischen Ort und ernannte mich selbst zum Wächter dieses Dahrsair, da mir die Einsamkeit ein Freund geworden war.






Kapitel 4 – Rätselsteine

(Geschichte wird fortgesetzt werden)



Drachenrätsel

Schon immer liebten wir Drachen Rätsel. Sie sind für uns Aufgaben, die wir uns gegenseitig stellen, um Abwechslung in unseren langen Leben zu schaffen. Wir haben das, was Menschen nicht haben: Zeit.
Können wir ein Rätsel nicht lösen, haben wir genug Zeit um darüber zu sinnen.

Glaubst du du bist klug genug um dich diesen Rätseln zu stellen?
Bist du dir sicher?

Nun gut. Ich erinnere mich sowohl an ein paar wenige Versrätsel als auch andere... sollten mir weitere in den Sinn kommen kann ich sie dir gerne stellen.
Solltest du demnach eine Herausforderung suchen, so komm zu mir; den Weg hierher hast du ja bereits gefunden.

Schaffst du es alle Rätsel zu lösen, möchte ich dir ein Geschenk machen: Eine Auszeichnung mit der du jedem zeigen kannst, wie hell dein Geist ist.

Bevor wir zu dem kommen, worum du hergekommen bist, möchte ich dir noch etwas vorweg sagen.
Oft kam es vor dass die Rätsler verwirrt waren... Bedenke daher: Meine Muttersprache ist nicht die deine. Wenn ich 'sie' sage, kann deine Antwort auch 'er' lauten.

Mir bleibt nichts mehr zu sagen außer diese Warnung:
Suche nicht Hilfe bei Anderen und biete auch keinem deine Hilfe an. Sollte ich dies herausfinden bist du der Auszeichnung nicht wert.
Vernehme nun dies: Wenn du deiner Antwort Glauben zu verleihen gedenkst, so beschreibe deinen Weg zur Lösung und du sollst über die Zweifel erhaben sein.

Hier mein erstes Rätsel:

In seiner Nähe tanzen die Schatten
Seinem Gegenüber glänzen die Augen
Und so lange er da ist
Schwindet kein Licht.

Weitere Verse werden noch folgen, bitte bereite dich auf das nächste vor.
Verse sind lediglich einfache Rätsel. Sie enthalten die Lösung bereits, auch wenn sie diese zu verstecken versuchen. Was nun folgt soll dich Demut lehren, wenn du vorher voller Eifer zu Werke gingst.

Ich erkläre dir nun was zu tun ist:


Es handelt sich um neun Steine, die du in ein Quadrat legen musst, unter folgenden Bedingungen:
Die Zeichen dürfen nur einmal in jeder Spalte, Reihe und Diagonalen vorkommen; Gleiches darf sich nicht berühren. Beide Regeln gelten jedoch für Vorder- und Rückseite des Quadrates.

Dies sind die Spielsteine, die Runen sind die erwähnten Zeichen.

(Die neun Kärtchen müssen um das Rätsel zu lösen ausgeschnitten werden und in der Mitte gefaltet werden damit man jeweils eine Vorder- und eine Rückseite hat.
Es sind auf jeder Seite zwei Runen zu sehen. Die große ist das Zeichen, die kleine zeigt, welches sich auf der Rückseite befindet.
Jedes Kärtchen ist numeriert und einseitig mit einem Punkt gekennzeichnet. Als Lösung brauchen nur die Zahlen angegeben werden entweder mit oder ohne Punkt, jeweils drei in einer Zeile.
Wer das Rätsel löst erhält einen Award, Neomail an sammylein.

Viel Erfolg!)

Bereis vergebene Awards: keine




Bewertungen

Du suchst den Rat eines Drachen?
Nur zu. Wenn du möchtest kann ich deine Petseite mit einem Award bewerten.
Sollte mir die PP gar nicht zusprechen, vergebe ich auch keinen Award. Die anderen sind aufgeteilt in Gold, Silber und Bronze.

Aufträge: werden angenommen


Gold

Silber

Bronze




Sir Kazes' Aussehen



(Fürs Headerbild noch einmal ein großes Danke an suminucu!)


Fanart

Dieses hier ist von schnurrdipurr *.* vielen Dank!

Danke, sev ^^

von snowblack_ ^^ vielen dank

von mini =)

von Nala, vielen Dank ^^

Vielen Dank streifenhoernchaen ^^

von propellerhutxd ^^ vielen, vielen Dank für dieses süße Bild x3

Und dieses Bild ist von Squezze, danke


Verlinken






Awards






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