I. Einleitung

II. Geschichte

III. Steckbrief

IV. Andere Links

V. Link Me
I. Einleitung

Wer ist sie?
Leise Sohlen auf nacktem Grund.
Wer ist sie?
Purpurne Lippen um traurigen Mund.

Leise, fast gespenstisch liegt der verbotene Wald im Dunkel der Nacht, das sich zwischen den Bäumen einnistet wie Parasiten im morschen Holz und noch in die kleinsten Ritzen dringt. Kein Licht ist zu sehen, bis auf das des runden Vollmondes, der hin und wieder zwischen dichten Wolkenbergen hervorlugt, als wolle er dem Betrachter einen kurzen Gruß zuwerfen und dann wieder verschwinden. Ängstlich und dich ständig nach allen Seiten umschauend läufst du zwischen den Bäumen umher. Es sollte doch nur ein Nachmittag auf dem Verlassenen Rummelplatz werden, dann nicht mehr als ein kurzer Abstecher in den Gespensterwald, um deine Freunde zu ängstigen, aber jetzt hast du selbst Angst, denn dir ist längst bewusst, dass du dich verlaufen hast und in den verbotenen Teil des Waldes vorgedrungen bist. Es werden viele Geschichten über diese Gegend erzählt. Keine davon ist besonders ermutigend. Selbst die Tiere scheinen Reißaus genommen zu haben vor der furchteinflößenden Stille, die alles umfängt. Nicht ein Rascheln, nicht ein Schnaufen ist zu hören...

Wer ist sie?
Einsame Seele in finsterem Wald.
Wer ist sie?
Seltsames Wesen in Menschengestalt.

Wieder huschen deine Augen umher und suchen nach einem Punkt, der dir bekannt vorkommt, einem Weg nach draußen, aber sie finden nichts. Nichts als Bäume und seltsame, bläuliche Nebel, die sich plötzlich zwischen den Bäumen hindurch auf dich zuschlängeln. Ein eiskalter Schauer läuft dir den Rücken hinunter. Du bist dir ganz sicher, dass sie bis vor wenigen Minuten noch nicht da waren. Wie versteinert bleibst du für den Bruchteil einer Sekunde stehen, dann stößt du einen markerschütternden Schrei aus und beginnst zu rennen, wie du noch nie zuvor in deinem Leben gerannt bist. Immer wieder drehst du dich um, läufst beinahe gegen die Bäume, die dir in den Weg kommen, aber die Nebel scheinen dich immer schneller zu verfolgen, immer weiter in den Wald hineinzutreiben, bis du dich von allen Seiten umzingelt und schwer keuchend am Rande einer kleinen Lichtung wiederfindest. Du bleibst stehen, es bleibt dir keine andere Wahl. Deine Haut ist von einer Gänsehaut überzogen und deine Blicke werden immer verzweifelter, als dir plötzliche etwas... jemand auffällt.
Es ist eine junge, zierliche Frau, die wie aus dem Nichts am anderen Ende der Lichtung auftaucht und sich mit einer solchen Leichtigkeit auf dich zu bewegt, dass du dich bei dem Gedanken ertappst, sie würde schweben. Ein rotes Kleid umhüllt ihren schlanken Körper wie eine zweite Haut und hinter ihr weht ein langer, silberner Umhang her, der sich wie durch ein Wunder in keinem Strauch, keinem hervorstehenden Ast verhakt. Fast wie Flügel sieht es aus, lange Schwingen, die es verlernt haben, ihren Besitzer in die Lüfte zu tragen und nun halb tot, halb lebendig an ihrem Rücken hängen. Ihre Haare, die lang und beinahe schwarz ihr zartes Gesicht umschmeicheln, spielen mit den leichten Winden, die an ihnen vorbeiwehen, als hätten sie ein Eigenleben. Das einzige jedoch, was verrät, dass die junge Frau keinesfalls ein Mensch ist, sind die großen, grauen Ohren, die schlaff an den Seiten ihres Kopfes hinabhängen. Du zweifelst, ob sie dich hören würde, wenn du sie rufst. Überhaupt wirkt sie wenig wie ein Wesen aus Fleisch und Blut, sondern vielmehr wie ein Geist, der rastlos zwischen dem Dickicht umherirrt. Und doch schaffst du es nicht mehr, deinen Blick von ihr abzuwenden...

Wer ist sie?
Lange Haare um zartes Gesicht.
Wer ist sie?
Graziles Wesen ohne Gewicht.

Wie die junge Frau näher kommst, kannst du auch ihre Augen erkennen, die, dunkelrot und seltsam verschwommen durch alles hindurchzublicken scheinen. Ob sie wohl blind ist? Doch das Geschick, mit dem sie allen Unebenheiten, allen herausstehenden Wurzeln ausweicht spricht dagegen. Fasziniert folgst du jeder ihrer Bewegungen. Immer näher kommt sie dir und du hast bereits alles andere vergessen, als sie mit einem Mal den Kopf wendet und dich direkt ansieht. Erschrocken und irgendwie peinlich berührt zuckst du zusammen und schaust von ihr weg. Erst jetzt bemerkst du, dass die Nebel begonnen haben, sich zurückzuziehen. Ob es wohl etwas mit dieser Frau zutun hat?
In diesem Moment reist die Wolkendecke ein Stück weit auf, sodass ein silberner Mondstrahl zwischen ihnen hindurch auf die Lichtung hinableuchtet und jeden Schritt der jungen Frau verfolgt. Immer schneller ziehen sich die Nebel zurück, bis sie ganz in den Schatten der Bäume verschwunden sind. Trotzdem rast dein Puls noch immer bis zum Umfallen und dein Herz schlägt kräftig und kräftiger gegen deine Brust, als du bemerkst, dass die Frau direkt auf dich zukommt. Du willst wieder weg schauen, doch irgendetwas an ihr will dich nicht loslassen. Du schaffst es ja nicht einmal, vor ihr wegzulaufen, aber irgendwie hast du das Gefühl, dass du das auch gar nicht musst. Du weiß nicht, warum, aber dieses grazile Wesen strahlt ein angenehmes Gefühl des Vertrauens und der Geborgenheit aus. Als eure Blicke sich kreuzen, meinst du für einen Sekundenbruchteil den Hauch eines traurigen Lächelns auf ihren Lippen zu sehen, doch er verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Eine Träne blitzt in ihrem Augenwinkel auf und wie automatisch lächelst du sie aufmunternd an. Sie nickt wie zum Verständnis und die Träne verschwindet wieder. Du fragst dich nicht einmal, wohin.

Wer ist sie?
Traurige Blicke im Mondenschein.
Wer ist sie?
Dunkle Augen, schüchtern und rein.

Schließlich ist die junge Frau nur noch wenige Schritte von dir entfernt, bis sie endlich stehen bleibt und dich mit undurchsichtigem Blick ansieht. Du wunderst dich, wie klein sie in Wirklichkeit ist. Nein, nicht wirklich klein, aber lang nicht so groß, wie sie von Weitem auf dich gewirkt hat. Aber vielleicht war es ja auch nur diese unerreichbare Würde, die dich einem Trugschluss hat aufsitzen lassen. Wieder meinst du diesen Hauch eines Lächelns auf ihren Lippen zu sehen, als sie plötzlich den Arm in deine Richtung ausstreckt und dir ihre schützende Hand anbietet. Es braucht keine Worte, die Geste allein genügt. Erst zögerst du noch, aber du weißt, dass du alleine nie aus dem Wald herausfinden wirst und du ahnst, dass die Nebel noch immer still auf dich warten. Also ziehst du nur ein letztes Mal scharf die kalte Luft der Nacht durch die Zähne, ehe du dankbar deine Hand in ihre legst. Die junge Frau nickt, dann läuft sie langsam los. Dir bleibt nichts anderes übrig, als ihr zu folgen.
Eine Weile läufst du einfach stumm neben ihr her, siehst sie immer wieder an und fragst dich, wer sie ist, wunderst dich darüber, dass deine Hand ihre fest greifen kann und nicht einfach durch sie hindurch geht. Woher sie so plötzlich gekommen ist? Aber im Grunde ist es egal. Die Hauptsache ist, dass sie rechtzeitig dort war. Wer weiß, was sonst mit dir passiert wäre...
Du hättest nicht dort sein sollen.
Erschrocken zuckst du zusammen. Hast du das gerade tatsächlich gehört? Unsicher siehst du zu der jungen Frau auf. Diese Stimme... sie war so leise und zart, es kam dir viel mehr so vor, als wäre sie in deinem Kopf gewesen, als dass du sie wirklich gehört hättest. Und doch... als die junge Frau wieder zu sprechen beginnt, kannst du sehen, wie sich ihre Lippen leicht bewegen.
Es ist gefährlich hier. Sie hätten dich verletzten können... Sie hätten dich zu einem von ihnen machen können.

Wer ist sie?
Tragische Schönheit entzweit von der Welt.
Wer ist sie?
Samtene Züge durch Tränen entstellt.

Aufgewühlt und verwirrt starrst du sie an. Sie? Wen meint sie damit? Etwa die Nebel? Aber... Du spürst, wie dein Kopf zu dröhnen beginnt. Du verstehst das alles nicht mehr. Du brauchst Antworten, viele Antworten. Kurz beist du dir auf die Unterlippe. Wahrscheinlich ist es unhöflich, sie danach zu fragen, aber du kannst dich einfach nicht mehr zurückhalten. Wer sind denn sie? Und wer... wer bist du?, presst du hervor und siehst dann schnell auf den Boden. Trotzdem spürst du ihren verwirrten Blick auf dir, doch als du aufsiehst, schmunzelt sie dich tatsächlich an, wenn auch nur kurz. Dann wird ihr Blick wieder nachdenklich und schweift in die Ferne. Du willst dich entschuldigen, aber die junge Frau unterbricht dich.
Ja... ja du hast Recht. Ich sollte dir deine Antworten geben. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Vielleicht ist er lange genug für meine Geschichte...
Flüchtig sieht sie dich an, dann beginnt sie mit ruhiger Stimme zu erzählen und du lauschst jedem einzelnen ihrer Worte mit begieriger Spannung.

Wer ist sie?
Seltenes Lächeln, das Feuer entfacht.
Wer ist sie?
Engel der Nacht.



II. Geschichte

Es war eine bewölkte Vollmondnacht, ähnlich wie diese, aber mitten im Winter und bitterkalt. Ich war damals noch sehr jung. Ich kann nicht mehr sagen, wie alt genau. Ich hatte mich im Wald verlaufen, als ich mit ein paar längst vergessenen Freunden Verstecken spielte. Natürlich hatte man mir verboten, in den Wald zu gehen, aber Kinder tun selten, was man ihnen sagt und mit mir verhielt es sich nicht anders.
In der letzten Nacht hatte es geschneit, sodass alles von einer glänzenden, weißen Schneedecke überzogen war und die morschen Äste der Bäume unter dem schweren Gewicht krachten. Das strahlende weiß tauchte den Wald in ein seltsam unwirkliches Licht und jagte mir ängstliche Schauer den Rücken hinunter. Hinter jedem Busch und jedem Strauch erwartete ich eine böse Kreatur, die mich in einem unvorsichtigen Moment mit einem einzigen Bissen auffressen könnte, aber da war nichts. Nur Stille, eine bedrückende Stille, bei der man nichts hört, als die eigenen Schritte im knirschenden Schnee. Immer wieder rief ich nach meinen Freunden, meiner Familie oder einfach nur um Hilfe, doch niemand kam, um mich aus diesem Alptraum zu befreien. Der Wald hatte noch keinen Engel, um die armen Kreaturen zu führen, die sich in seinen Tiefen verirrten, aber er hatte wohl beschlossen, das in dieser Nacht zu ändern.
Es müssen Stunden gewesen sein, in denen ich einfach nur verwirrt und zitternd durch den Wald lief. Mit der Zeit wurde mir immer kälter und die Nacht immer dunkler. Ich hatte furchtbare Angst. Angst vor der Dunkelheit, Angst vor dem Wald und Angst davor, alleine zwischen den Bäumen zu erfrieren und nie mehr gefunden zu werden. Meine Augendeckel wurden immer schwerer, aber ich wollte nicht schlafen, also lief ich weiter, immer auf der Suche nach einem Ausweg, aber der Wald gibt nicht frei, wen er einmal gefangen hat. Nicht bis zu diesem Tag. Irgendwann, damals fragte ich mich, ob ich wachte oder träumte, spürte ich etwas hinter mir. Ich konnte nicht sagen, was es war, aber ich fühlte genau, dass es mich bedrohte, wie es Kindern nun einmal eigen ist. Weinend schrie ich auf und rannte los, rannte, so schnell mich meine kleinen Beine tragen konnten und wagte es nicht, mich umzudrehen, wollte gar nicht wissen, was mich verfolgte, wollte nicht sehen, was danach verlangte, mich umzubringen und für immer vergessen zu machen. Immer mehr Tränen rollten über meine Wangen, je mehr Kraft ich verlor und je langsamer ich wurde, bis ich so erschöpft war, dass ich fast zusammenbrach. Das war der Moment, in dem ich für einen Augenblick über meine Schulter sah und sie erkannte. Die Nebel. Damals wusste ich noch nicht, wer sie in Wirklichkeit sind, aber ich wusste, dass ich nicht wollte, dass sie mir näher kamen, also rannte ich weiter. Es ist mir bis heute ein Rätsel, woher ich noch die Kraft nahm, aber irgendwann kam auch ich bei der Lichtung an, zu der die Nebel jeden Eindringling treiben. Ich rannte weiter, bis auf die Mitte der schneebedeckten Fläche, die so hell strahlte, dass es mir vorkam, als wäre es wieder Tag geworden. Keuchend und zitternd sah ich mich um, doch die Nebel hatten mich umzingelt, kamen immer näher, bis mich eine rettende Ohnmacht umfing.
Als ich wieder aufwachte und die Augen aufschlug, war alles um mich herum schwarz. Es dauerte einen Moment, bis mir wieder einfiel, was vorgefallen war, aber schließlich überkam es mich mit einer bedrückenden Wucht und sofort drehte ich hastig den Kopf nach allen Seiten, als würde ich irgendwo im Nichts die Nebel erwarten, doch was ich sah war nichts als gähnende Leere. Ich fragte mich, ob es so dunkel geworden war, dass die Nacht es geschafft hatte, dem Wald jegliche Konturen zu geben, aber selbst damals, jung wie ich war, musste ich feststellen, dass ich blind war. Ich begann zu weinen, fasste mir mit den Händen ungläubig an die nutzlos gewordenen Augen, fühlte mich schutzlos, hilflos und allein. Ich wusste nicht, was passiert war, aber ich erwartete jeden Augenblick zu sterben, doch soweit kam es nicht, denn mir war ein anderes Schicksal bestimmt, als all den verirrten Wanderern, die vor mir in dem Wald ihr Leben lassen mussten. Mich hatte der Wald auserwählt, etwas zu verändern. Dabei war ich nichts weiter, als ein unschuldiges, junges Mädchen, das lieber bei seiner Familie gewesen wäre, als dieses Schicksal zu erleiden.
Es war eine raue, aber unerwartet sanfte Stimme, die mich aus meinem Trance-ähnlichen Zustand erwachen und meinen kleinen Körper zusammenzucken ließ.
Xylandia…, flüsterte sie meinen Namen und auch wenn ich es nicht sehen konnte, erwartete ich insgeheim das lächelnde Gesicht eines alten Mannes direkt über meinem. Xylandia, meine Kleine.
Ich zitterte, als ich meinte, kalten Atem auf meiner Haut zu spüren. Ich hatte Angst, zu sprechen, Angst, ich könnte nicht nur blind, sondern auch stumm sein, doch als ich den Mund öffnete, war meine Stimme zwar dünn, aber sie war da und sie war die meine. Wer bist du? Wo bin ich? Ich… ich kann nichts sehen. Ich habe Angst. Tränen rollten weiter über meine Wangen und ich versuchte, das Zittern zu unterdrücken.
Ich weiß…, meinte die Stimme und seufzte leise auf, Leider war ich nicht schnell genug, um dein Augenlicht zu retten. Die Nebel waren schneller als ich, aber sie konnten ja nicht ahnen, dass ich nach all den Jahren meine Meinung so plötzlich ändere. Ich bin der verbotene Wald und im Moment bist du direkt in meiner Mitte. Ich wollte widersprechen, wollte sagen, dass das nicht möglich ist, aber die Stimme schnitt mit das Wort ab. Hab keine Angst, Xylandia. Du wirst verstehen, du wirst nur etwas Zeit brauchen. Für den Moment soll dir genügen, was ich zu sagen habe.
In diesem Moment wusste ich, dass es keinen Sinn hatte, den alten Mann, oder was immer er war, zu unterbrechen. Ich war ohnehin hilflos und so musste ich resignieren und einsehen, dass es wohl das Beste für mich war, ihm zuzuhören. Und irgendwie ahnte ich auch bereits schon vorher, dass das, was er mir zu sagen hatte, mein ganzes Leben von Grund auf verändern würde.
Gutes Mädchen. Du bist schlau., flüsterte die Stimme und ich zuckte zusammen, als mir klar wurde, dass er meine Gedanken gelesen hatte, doch mir blieb keine Zeit, weiter darüber nachzudenken. Ja, ich weiß schon, warum ich dich verschont habe. Die Nebel waren nicht unbedingt froh darüber, musst du wissen. Es ist eine Tradition, dass alle Wesen, ob jung oder alt, ob gut oder böse, die sich in meinem Dickicht verirren, ihnen gehören. Ihnen, den Geistern, den Seelen der rastlosen Toten, die jeden, den sie in ihre Finger bekommen, zu einem von ihnen machen. Ich habe mich nie darum gekümmert, schließlich konnten sie mir nichts anhaben, aber seit einiger Zeit habe ich angefangen, mir Gedanken darüber zu machen. Ich habe sie beobachtet, die Nebel, meine Kinder, wenn du so willst, und ich habe bemerkt, wie traurig sie sind. Egal, wie viele sie werden, sie sind immer einsam und dieses Schicksal kann ich nicht mehr verantworten. Trotzdem kann ich sie nicht aufhalten. Ihre ständige Leere treibt sie an, sich selbst Gesellschaft zu verschaffen, doch dabei merken sie gar nicht, dass nur die Lebenden ihnen helfen könnten. Die Geister sind sich gegenseitig mehr Last als Trost und auch ich bin hilflos, denn auch wenn ich mächtig bin, so bin ich doch… ein Wald.
Der alte Mann machte eine Pause und gab mir somit Gelegenheit, das zu verarbeiten, was ich bisher gehört hatte. Ich strengte mich an, so sehr ich konnte, doch ich war einfach nicht fähig, zu verstehen, nicht damals. Doch eine Frage hallte mir immer und immer wieder durch den Kopf und die Stimme beantwortete sie, noch ehe ich sie aussprechen konnte.
Was du damit zutun hast?, fragte sie, als hätte ich laut gedacht, Du bist hier, um das alles zu verändern. Du bist meine Dienerin, die lang gesuchte Freundin für meine Kinder, die ihnen endlich ihren Frieden bringen soll. Du, meine liebe, kleine Xylandia, wirst mir helfen, sie etwas glücklicher zu machen. Und bei diesen Worten spürte ich, wie mich eine unsichtbare Kraft in die Höhe trug und mich in ein weiches, durchsichtiges Gewand hüllte, das mir alle Sinne nahm und nichts übrig ließ, als das ungewisse Gefühl der Veränderung. Hiermit mache ich dich zu meiner Helferin., flüsterte die Stimme, die nun nur noch in meinem Kopf zu existieren schien und begleitete die Veränderung mit erklärenden Worten, Ich gebe dir neue Augen. Die roten Augen einer Seherin, eines Mediums. Sie sehen das, was andere Augen sehen, aber sie sehen auch, was kein Sterblicher sonst je erkennen wird. Mit ihnen, Xylandia, siehst du Gut und Böse, ehrliche Absicht und Betrug und vor allem Dingen siehst du meine Kinder in ihrer wahren Gestalt, damit du weißt, wer sie wirklich sind und damit sie wissen, dass sie dir vertrauen können, dass ich dich schicke, um ihnen zu helfen, nicht, um ihnen noch ein weiteres Opfer zu sein. Hiermit, Xylandia, gebe ich dir ein neues Gewand und einen silbernen Umhang aus Tränen, eine für jedes meiner Kinder und je eine weitere sollst du an seinen Rand vergießen, für jedes Wesen, das zwischen meinen Bäumen noch sein Leben lässt. Hiermit gebe ich dir aber auch die Gabe, die Seelen zu kontrollieren, sie zurückweichen zu lassen, damit du hilflos Verirrten Rettung bringen kannst. Hiermit, meine Kleine, mach ich dich zu meinem Engel der Nacht.

Seit diesem Tag wandere ich Nacht für Nacht durch den Wald, helfe, wem ich noch Hilfe bringen kann und spende den traurigen Seelen etwas Trost. Jeder, der hier sein Leben lässt, entlockt mir eine weitere Träne, die meinen Umhang länger und länger werden lässt, und jeder, der hier Schmerz erfährt, löst in mir einen doppelt so großen aus. So friste ich nun mein Leben und so akzeptiere ich mein Schicksal, bis ich gehen muss und der Wald sich einen neuen Engel sucht.

III. Steckbrief

Name: Xylandia
Ruf-/Spitzname: Xylandia, Moon
Alter: 18-19 Jahre
Spezies: Graues Poogle
Gesellschaftliche Stellung: Xylandia hat den Bezug zur Gesellschaft fast vollends verloren

Aussehen:
~Nur als Anthro~
~ hellgraue, hängende Ohren mit dunkelgrauem Muster an der Spitze & hellgrauer Poogle-Schwanz, der aber zumeist unter dem Umhang verschwindet
~ brustlange, fast schwarze, gewellte Haare
~ dunkelrote, große Augen, die fast immer traurig wirken
~ trägt meist ein langes, dunkelrotes Kleid ohne Ärmel
~ ist stets barfuß
~ sehr langer, silberner Umhang (wahlweise halbdurchsichtig)
~ selten zeigt sie ein trauriges oder mildes Lächeln
~ lacht nie
~ weint sehr oft

Charakter:
~ sehr zurückgezogen und still
~ verträumt
~ weise und vom Schicksel gezeichnet
~ höflich
~ tiefsinnig
~ intelligent und belesen
~ traurig bis hin zu melancholisch
~ hilfsbereits
~ gütig
~ selbstlos

Likes & Dislikes:
~Likes~
~ Träume
~ die Nacht
~ den Mond und die Sterne
~ Dunkelheit
~ Wolken
~ Bücher und Gedichte
~ Melancholie
~ Einsamkeit
~ den Wald und seine Kinder
~ Malerei und Poesie
~ lange, einsame Spaziergänge durch den Wald
~ anderen zu helfen

~Dislikes~
~ den Tag
~ Die Sonne
~ Licht
~ Dummheit
~ Vorurteile
~ Maßlosigkeit
~ wenn jemand das Leben nicht zu schätzen weiß
~ Lärm
~ Egoismus

IV. Andere Links

Lanas Art auf _Schattenseeles_ Petpage:


Mijorakis Charapage:


Liracys Charapage:


V. Link Me












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