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Eine Kindheit des Schreckens
Lachen ist schwer, wenn man es nie gelernt hat
Nicht alles ist für die Ewigkeit geschaffen
Charakter und Allgemeines
Hier werde ich dir etwas darüber erzählen wie ich heute bin, falls du zu faul bist dir selber ein Bild zu machen, in dem du die Geschichte liest... Wer aber allein den ersten Teil der Geschichte liest, wird merken dass ich nicht das typische glückliche Neopet bin, dass jeden Tag singend beginnt und glücklich sich abends schlafen legt. Nun da die PP nun endlich bis ins Detail fertig ist, bin ich auch auf der PP von Puenktchenkeks, denn dort ist eine Seite über Charakterpets! Schliesslich habe ich wirklich eine bewegende Geschichte hinter mir, die mich geprägt hat...
Freunde: Wirkliche Freunde habe ich keine mehr, der einzige der mein Freund war, habe ich verloren, was mit ihm geschehen ist, kannst du links nachlesen... Wenn ich jemanden sagen müsse würde ich Manijana und Arandolio sagen, denn sie sind immer für mich da, wenn ich sie brauche
Was ich gerne habe: Meridell, den Kartoffelzählerwocky, lange einsame Spaziergänge
Was ich überhaupt nicht leiden kann: kämpfen, Feuer (warum steht auch wieder links), Gruselwald
Stärken: kein bisschen machthungrig, gebe die Hoffnung nie auf, glaube an das gute in allen Pets
Schwächen: gutgläubig, ein wenig naiv, früher ein bisschen zu feige
Besonderheiten: bin in Gedanken immer wo anders und träume für mich
So ich will dir hier von meinem tristen Leben erzählen und wie es dazu gekommen ist das ich grau geworden bin. (Naja eigentlich verdanke ich ja der Brunnenfee meine Farbe aber das wäre längst nicht so aufregend)
Ich weiss gar nicht wo ich beginnen soll...

Besucherzähler zählt seit dem 24.6.06 ^^
*Nach unter deut und stolz die Brust schwellt* Diesen "Award" habe ich (ja ICH) bekommen, auch damit es hier nicht so düster ist ^^
Diesem Award verdankst du dieses wunderbare warme Licht^^
Und dieser Award ist auch für mich *.*
Wenn du willst (würde mich sogar sehr freuen!) kannst du mich verlinken.
Eine Kindheit des Schreckens

Geboren wurde ich im Geisterwald. Eine schreckliche Gegend für einen jungen Yurble wie mich, man muss ständig Angst um Leib und Leben haben. Ich hatte niemanden mehr und musste mich ganz alleine durchschlagen. Damals war ich noch blau und glaubte das sich alles nur bessern könnte. Nun ich irrte mich, aber das erzähle ich euch dann später noch.
Ich lief gerade mal wieder vor dem Esophagor davon, ein übler Geselle, immer hungrig und wenn du ihm nicht seine teuren Quests löst, frisst er stattdessen dich. Nun ich hatte gerade mal wieder einen seiner Quests nicht geschafft und ich lief so schnell ich konnte oder vielleicht sogar noch schneller. Die Äste schlugen wie auf mich ein und die Dunkelheit umhüllte meinen Verfolger so dass ich ihn nicht sehen konnte. Ich stolperte über einen Ast und fiel hin, als ich wieder zu mir kam, war ich nicht aufgefressen wie erwartet, sondern lag mit Schlamm bedeckt, vor einem Rummelplatz. Ich war hier noch nie gewesen, denn normalerweise verkroch ich mich immer in der Nähe der Steinarena da dort auch normale Neopets waren. Auf jeden Fall war mir die Gegend gänzlich unbekannt und mein Herz drohte zu zerspringen. Plötzlich kamen andere Neopets auf mich zu, aber mir wurde unwohl, als ich hinter diesen aussen so freundlichen Gesichtern, Neopets sah denen ich nicht einmal bei hellem Tageslicht im Feenland begegnen wollte und erst recht nicht um Mitternacht im Gruselwald! Ein Mynci sprach mich an und fragte mich ob ich nicht ein Spiel spielen wolle, es sei ganz leicht und die Gewinnchancen seien sehr hoch. Er sagte auch noch das ich sehr kräftig sei. Geschmeichelt drückte ich ihm ein paar Neopunkte in die Hand, dafür gab er mir einen Hammer und sagte ich müsste nur den Hammer heben und auf die Platte schlagen. Ich holte Anlauf und schlug mit voller Kraft. Aber trotz allen Bemühungen, kam ich nicht weit, enttäuscht verliess ich den Rummelplatz wieder, ich hatte meine letzten Neopunkte an einen Schwindler ausgegeben. Als ich das alte quietschende Tor aufschob und den Rummelplatz verliess glaubte ich hinter mir das schallende lachen des Myncis zu hören...
Ich stolperte durch den Geisterwald und silberne Tränen liefen mir durch mein dreckiges Fell, um anschliessend im moorigen Boden zu versinken. Ich war verzweifelt und hoffnungsloser als jemals zuvor, als ich vor einem grossen Turm stand. Ich blieb stehen. Der Turm, so kam es mir vor, schien kurz vor dem zerfallen zu sein, ich wollte rasch weitergehen da mir dieser Ort sehr unheimlich war, als ich einen leisen, aber doch durchdringenden Hilferuf hörte, der direkt aus dem Turm zu kommen schien. Obwohl irgendetwas sich in mir sträubte, ging ich vorsichtig auf den Turm zu. Die Wände waren überwuchert mit Pflanzen die giftig waren und eine ungesunde blaue, violette Farbe hatten. Ich hielt mich von ihnen fern und ging in die Richtung in der ich den Besitzer der Stimme vermutete. Vorsichtig setzte ich eine Pfote vor die andere, da ich fürchtete einzustürzen. Der Boden knarrte unter jedem meiner Schritte und im inneren wollte ich nichts anderes als so schnell wie möglich wieder raus, aber ich zwang mich weiterzulaufen, denn ich wusste wenn ich jetzt nicht weiterginge und dem Geräusch auf den Grund, würde ich mich ewig fragen, was dort wohl gewesen sein könnte. Ich ging also weiter bis das geschah was ich schon befürchtet hatte, als ich den Turm betreten hatte: Der Boden unter meinen Füssen gab nach und ich stürzte hinunter, als nächsten hörte ich ein ohrenbetäubendes Lachen, hämisch und gemein zugleich, dann verlor ich das Bewusstsein. Als ich wieder aufwachte lag ich immer noch zwischen zwei Holzlatten eingeklebt auf der staubigen Erde. Jeder einzelne Teil meines Körpers schmerzte unerbittlich und meine Lungen schmerzten vom Staub. Ganz oben sah ich einen kleinen Lichtfleck, der weitentfernt schien. Über den Weg wie ich hier her gekommen war würde ich auf jeden fall nicht mehr zurück kommen. Ich versuchte mich aufzusetzen, schlug mir aber den Kopf an und die Balken ruckelten bedrohlich und feiner Staub rieselte auf mich herab. Aber ich zeigte mich unbeeindruckt und kroch auf allen vieren einfach mal in eine Richtung, irgendwie würde ich da schon herauskommen und wenn nicht... daran dachte ich lieber erst gar nicht. Ich kroch auf der staubigen Erde und bei jeder Bewegung wirbelte ich noch mehr Staub auf, aus diesem Grund tränten meine Augen und brannten fürchterlich. Zusätzlich war meine Sicht wegen des spärlichen Lichtes und dem vielen aufgewirbelten Staub beschränkt. Es kam oft vor das ich gegen harte, kalte Steinwände lief, aber nach einer Zeit brummte mir der Kopf so sehr, dass ich sowieso keinen Schmerz mehr verspürte. Zuerst glaubte ich meine Augen spielten verrückt, als ich am Horizont einen Lichtfleck sah, trotzdem oder gerade weil ich glaubte es sei ein Trugbild, kroch ich auf allen vieren so schnell ich konnte in die Richtung des Lichtes. Ich täuschte mich nicht. Das Licht wurde heller und kam immer näher. Ich kroch durch einen schmalen Spalt durch den das Licht reingesickert war und schloss erst mal geblendet meine Augen. Meine Augen schienen zu explodieren wegen der Helligkeit, denn ich war nicht dort wo ich mich erwartete, nämlich im Gruselwald, in dem Moor und wenig Licht alltäglich ist. Nein, ich fand mich in einer Gegend wieder die ich nicht kannte und die mir Absurderweise auch ein wenig unheimlich war, da ich nur den Gruselwald kannte. Ein übler Gestank stieg mir in die Nase und als ich mich umdrehte sah ich auch den Grund dafür. Eine riesige Müllhalde, die Dung und viele andere unappetitliche Dinge enthielt, von denen ich aber gar nicht wissen wollte, was sie genau waren. Ich fühlte mich verloren und wünschte mir beinahe ich wäre noch im Gruselwald. Denn plötzlich kam er mir gar nicht mehr so schrecklich vor, wie er mir all die Jahre vorher erschienen war.

Jemand tippte mir auf die Schulter und ich fuhr erschrocken herum. Mein angeborenes Mistrauen verschwand auch dann nicht, als ich einen freundlich reinblickenden Wocky vor mir sah. "Du bist leider zu früh der Wettbewerb hat noch nicht angefangen, tut mir leid.", sagte er, worauf ich ihn verwirrt ansah "Du bist doch da, um das Gewicht des Marktkürbisses zu schätzen oder? Obwohl du siehst eher aus als hättest du dich im Staub und Schlamm gebadet!", redete er fröhlich weiter. Wenn er wüsste wie nah er mit seiner letzten Aussage der Wahrheit gekommen war...
Ich...", ich stockte als ich mit einer Antwort ansetzte "Ich komme nicht von hier", antwortete ich schliesslich ausweichend. "Das macht überhaupt nichts, also du musst nur schätzen was dieser schöne Kürbis da für ein Gewicht haben könnte. Es ist ganz einfach sage einfach eine Zahl". Nunja ein versuch war es wert, dachte ich. Und sagte "100". Wie erwartet war es falsch, aber es störte mich nicht gross, denn der Wocky war deshalb kein bisschen überheblich und ich hatte ja auch keine Neopunkte zahlen müssen. Mir kam es so vor als wartete der Wocky darauf das ich etwas sagte, aber ich wusste nicht was, also schwieg ich. Nach einer Weile des Schweigens, sagte der Wocky doch noch etwas: "Du sagtest das du nicht von hier kommst, woher kommst du denn, dass du dich so überhaupt nicht in Meridell auskennst. Du scheinst sehr viel erlebt zu haben und nicht alles, so scheint es mir, waren gute Erfahrungen.", fragte er um dem Schweigen ein Ende zu setzten. Einen Moment lang, überlegte ich mir einfach wegzurennen, aber dieser Wocky schien mir nichts böses im Schilde zu führen, sondern war eher ein wenig besorgt. Ich war es mir nicht gewöhnt, dass sich jemand um mich kümmerte. Geschweige denn sich Sorgen um mich zu machte. "Aus dem Gruselwald", antwortete ich ihm schliesslich und seltsamerweise hatte ich eine Art Schuldgefühl, als hätte ich etwas dafür das ich nicht an einem schöneren Ort geboren worden war.
Der Wocky hielt einen Moment inne, als überlegte er sich, was er nun antwortet sollte, schliesslich fing er sich dann aber doch noch "Kein wirklich schöner Ort für einen jungen Yurble. Ich war einmal im Gruselwald, da ich gehört hatte, dass es dort besonders grosse Kürbisse gäbe.", der Wocky schauderte als er dies erzählte, fuhr aber gleich wieder fort "Sie waren riesig. Aber gleichzeitig erschreckten sie mich. Sie hatten kein gesundes grün, nein im Gegenteil sie hatten eine giftgrüne Farbe und liessen mir einen Schauder über meinen Rücken laufen, dass ich nicht im Stande war, sich ihnen zu nähern. Was ich damit sagen will, ist eigentlich das dieser Ort für normale Neopets mit einem Herzen kein guter Ort ist. Er verschwärzt die Herzen und nimmt die Seelen. Wer zulange dort lebt, wird eines Tages grausam und verbittert. Du kannst froh sein hier zu sein, denn du scheinst von dieser bösen Aura noch nichts oder erst wenig abbekommen zu haben.". Seine Worte erschreckten mich zu tiefst und es kam mir vor als tropfte mir eiskaltes Wasser durch mein Fell und zerdrückte mein Herz. Erst viel später erfuhr ich das er unrecht hatte und der Gruselwald schon viel zu sehr mein Herz zerdrückt und meine Seele sich schon lange verfinstert hatte. Aber erst mal begann für mich eine Zeit der Freude in der ich auch das Lachen gelernt hatte, um es später wieder zu verlieren. Aber ich will ja nicht abschweifen, sondern will dir, guest, ja meine traurige Lebensgeschichte erzählen.
Der nette Wocky bot mir an ihm zu helfen, wofür er mir, als Gegenleistung, genügend Essen und ein warmes Bett für die Nacht anbot. Schulterzuckend akzeptierte ich, denn ich hätte sowieso nicht gewusst wo ich hätte hingehen sollen. Er war grosszügig und die Arbeit bestand nur darin, morgens die Kürbisse vom Feld zu holen und abends in die Scheune zu bringen, wo die Kürbisse dann bis zur Verarbeitung gelagert wurden. Alles in allem war es eine leichte Arbeit und der Wocky war sehr grosszügig und nett. Ich durfte wenn ich nicht gerade am Arbeiten war, überall hin und war der glücklichste Yurble überhaupt. Ich erkundete Meridell und freundete mich mit vielen an. Meridell wurde mein zuhause, es war für mich völlig anders als der Gruselwald. Die Neopets waren freundlich und ich musste nicht immer Angst um mein Leben haben.

Eines Tages, machte ich wie jeden Tag meine langen Spaziergänge, vom Hof bis zum Hofe von König Skarrl, dem griesgrämigen, aber dennoch guten Königs. Ich mochte es, wenn die Sonne abends, warm auf mein Fell schien und es erwärmte. Denn Mittags war die Sonne manchmal unerträglich heiss und mit meinem dicken Fell litt ich besonders darunter. Ich ging immer denselben Weg und hätte ihn sicher auch blind gefunden. Ich hüpfte von Stein zu Stein, um mir die Zeit zu vertreiben. Ich war so sehr damit beschäftigt, das ich das kleine Fläschchen am Boden beinahe übersehen hätte. Etwas erschöpft liess ich mich ins hohe Gras fallen und nahm das kleine Fläschchen genauer unter die Lupe. Zuerst begutachtete ich meinen Fund nur mit den Augen. Ein kleines unauffälliges Fläschchen mit einem klitzekleinen Korken, das eine schwärzlich schimmernde Flüssigkeit enthielt. Vorsichtig um es ja nicht kaputt zu machen, zog ich den Korken aus der Flasche. Mit einem leisen Plop gab er nach. Ich schnupperte mit meiner feinen Nase und roch einen mir fremden Geruch, den ich weder beschreiben, noch sagen konnte ob er gutriechend war. Leicht benebelt und verwirrt roch ich nochmals daran und glaubte etwas scharfes herauszuriechen. Plötzlich hatte ich den Drang die Flüssigkeit in dem Fläschchen zu trinken. Was würde wohl geschehen wenn ich es tat? Nun ich hielt es nicht länger aus und setzte das Fläschchen behutsam an meine Lippen. Ich zögerte nur einen kleinen Augenblick und schüttete den ganzen Inhalt meine Kehle hinunter. Es brannte merklich und ich sah plötzlich alles nur noch verschwommen, wie in einem Fiebertraum. Vor meinen Augen tanzten Lichtblitze und torkelte einige Meter weit, um in das weiche Gras zu fallen. Ich wälzte mich am Boden, sosehr schmerzte mein Bauch und dann ganz plötzlich hörte der unerträgliche Schmerz auf, zuerst dachte ich, ich wäre tot oder die Feenkönigin persönlich habe mich von meinem Leiden befreit. Aber ich war weder tot, noch stand irgendjemand, geschweige denn eine Fee, neben mir. So erleichtert ich anfangs über das Verschwinden der Schmerzen war, so machte es mich Misstrauisch und aufmerksam...
Ich gab der Flasche einen kräftigen Trick und sah wie sie den Hügel hinabrollte, um an einem Stein zu zerschlagen.
Ich schwor mir nie wieder irgendetwas zu trinke, von dem ich mir nicht sicher war, was es ist. Ich beschloss vorsichtshalber lieber nachhause zu gehen, denn vielleicht hatte das Elixier noch Nebenwirkungen, die erst mit der Zeit sich zu erkennen geben. Ich setzte mich vorsichtig auf, in der Erwartung das ich vom Schwindel befallen werde. Ich bereute es, dass Fläschchen weggeworfen zu haben, denn vielleicht hätte der nette Wocky mir sagen können was es gewesen war. Ich suchte eine Weile danach, aber es blieb verschwunden, obwohl ich es doch an dem Stein zersplittern gesehen hatte, fand ich nicht mal eine einzige Scherbe oder den Korken. Mit hängenden Schultern trottete ich den Weg zurück zum Bauernhof des Wockys. Ich fühlte mich sowieso nicht mehr im stande den ganzen weg, den ich immer zu gehen pflegte, zu überstehen. Der Himmel war von der untergehenden Sonne rötlich gefärbt, dies erschreckte mich, denn normalerweise war ich noch vor Sonnenuntergang von meinen Spaziergängen zurück, scheinbar war ich doch länger bewusstlos, als ich zuerst gedacht hatte. Eine dunkle Vorahnung beschlich mich. Trotz der Tatsache, dass ich mehr als nur erschöpft war, lief ich schneller. Immer schneller, so dass ich am Schluss fast rannte. Meine feine Nase roch den durchdringenden Geruch von Rauch, noch bevor ich den Bauernhof sah. Nicht nur vom Rauch tränten meine Augen, als ich den Bauernhof vom Hügel herab sah. Das Feuer hatte ihn schon fast vollständig gefressen und leckte nun nach der Scheune, die gleich neben dran stand. Ich wollte zum Haus rennen, dass zu meinem Heim geworden war, um zu schauen ob der Wocky noch da war und wenn ja, versuchen ihn zu retten. Aber ich konnte mich nicht rühren und den Blick vom Haus abwenden. Ich hatte das Gefühl, die Zeit stände still und mein Herz würde nicht mehr schlagen. Ich merkte erst jetzt wie gern ich den Wocky mochte und wie sehr ich seine kleinen Spässe liebte. Es kam mir vor als zerrisse mir mein Herz. Ich schluckte leer. Schliesslich konnte ich meinen Blick doch noch abwenden und rannte, ohne zu wissen wohin, einfach los. Ich fühlte gar nichts mehr, keine Trauer, keine Wut, einfach überhaupt nichts, als sei das Schicksal das mich ereilte, nicht das meine, sondern das eines Pets, dass ich überhaupt nicht kannte.

Ich fühlte mich verloren als ich aufwachte und mich in völliger Dunkelheit wiederfand. Auch nach der Zeit konnte ich nichts sehen, obwohl sich meine Augen schon lange an die Dunkelheit gewöhnen hätten sollen, daraus schloss ich, dass es hier überhaupt kein Licht existierte. Meine Pfoten tasteten über nackten Stein. Der Ort wo ich gelandet war, schien mir bedrohlich. Von überall her schienen Monster meiner Fantasie mich anzugreifen. Plötzlich schien ich in den Schatten den Esophagor mit seiner fies grinsenden Fratze wiederzuerkennen. Und vielleicht war der Luftzug, der mir durch mein zerzaustes Haar strich, der Atem eines Monsters, dass mich noch kurz quälen wollte, bevor es mich frass? Ich kauerte mich auf den Boden und legte meine Hinterpfoten, wie ein Cybunny wenn es Angst hat, über meinen Kopf und hoffte das Grauen, dass ich mir einbildete, würde verschwinden, wenn ich so tat als gäbe es mich nicht. Jemand räusperte sich laut und stark. Ich drehte mich langsam in die Richtung woher das Räuspern kam. Die Helligkeit die plötzlich da war, brachte mich dazu meine Augen sofort wieder zu schliessen. Meine Augen tränten auch leicht. Vorsichtig öffnete ich meine Augen wieder, diesmal wurde mir die Fackel nicht direkt ins Gesicht gehallten. Ein Mynci stand vor mir beide Arme auf die Hüften gestützt und schaute mich herausfordernd an. In seinen Augen sah ich ein spöttisches Blitzen, was wohl von meinem ängstlichen Benehmen kam. Er trug eine eher vornehme Rüstung und in seinem Gürtel steckte ein Schwert. Ich war nie wirklich mutig gewesen und rannte lieber weg, als mich jemandem zu stellen. Aber hinter mir lag nur eine winzige Zelle, ohne ein einziges Fenster und auch einen anderne Fluchtweg sah ich nicht, denn der Mynci stand breitbeinig vor der Tür und schien mit dem Schwert sehr geübt zu sein. Ich zog mich dennoch in den hintersten Ecken zurück, was ihn zu einem herablassenden Lachen veranlasste. Der Mynci ergriff das Wort, nachdem er mich noch eine Weile belustigt zugesehen hatte, wie ich mich nach einem Fluchtweg umschaute. "Es gibt keinen Ausweg und selbst wenn du aus dem Gefängnis lebend herauskämst, noch nie hat es jemand geschafft von der Darigan Zitadelle zu fliehen. Und das liegt nicht allein daran das die Zitadelle weit über Meridell schwebt!". Der Wocky bei dem ich über ein Jahr lang gelebt hatte, hatte die Darigan Zitadelle nur einmal erwähnt und das war ihm auch nur so herausgerutscht. Als ich nachgefragt hatte, brach er das Gespräch sofort ab und ich unterliess es weiter nachzubohren, denn scheinbar hatte er entsetzliche Angst allein schon vor diesem Wort. "Wenn du von hier weg willst," fuhr er fort "wirst du Zellenblock spielen müssen". Das Wort Zellenblock war mir auch unbekannt ich hatte es noch nie gehört, aber irgendetwas daran liess mich schaudern, ich antwortete ihm mit zaghafter Stimme: "Ich habe noch nie Zellenblock gespielt und weiss nicht einmal wie man es spielt." Mit weniger zitternder Stimme fügte ich noch hinzu "Und ich bestehe darauf sofort wieder nach Meridell gebracht zu werden!". Ich glaubte nicht das er auf meinen Befehl einging, aber ich trat einen Schritt vor und ich fühlte mich so etwas mutiger. "Weisst du überhaupt wenn du hier vor dir hast, du dummer Yurble? Ich bin Meister Vex und der Gefängnisdirektor!" er dachte kurz nach bevor er fortfuhr "Du bist doch mutiger als ich anfangs dachte. Das gefällt mir!". Aus jedem anderen Mund wäre es ein Kompliment gewesen, aber aus seinem verängstigte es mich. Ich hatte mich noch nie hilfsloser gefühlt, nicht einmal an dem Tag, als ich plötzlich alleine im Gruselwald war. „Weißt du was? Die meisten die hier waren haben sich gewehrt und wollten herauskommen, doch im Grunde macht das alles nur noch schlimmer, denn wenn man sich früher dem Willen anderer beugt, wird es später weniger schmerzhaft!" sagte Meister Vex und lachte anschliessend so, als hätte er einen tollen Witz gemacht. Ich wich einige Schritte von ihm zurück, bis ich die kalte Wand hinter mir spürte. Meine Pfoten tasteten vorsichtig die Wand um mich ab, auf der Suche nach einem Ausweg, doch das einzige was ich spürte war eine raue eiskalte Wand, die keinen Schutz oder Fluchtweg bot. Er winkte mich zu sich hin. Zögernd trat ich auf ihn zu, das Licht der Fackel flackerte in seinen Augen. Es verlieh ihm einen herrischen Ausdruck, der einem grausamen Herrscher glich. Schatten umringten mich und drückten mir die Kehle zu, ich konnte zwar noch atmen, aber es kam mir eher wie ein giftiger Nebel vor. Ich schloss die Augen und ich sah grelle Lichtblitze, erst dann verlor ich endgültig das Bewusstsein. Ich kann nicht mehr genau sagen was passiert ist, doch als ich aufwachte, fand ich mich an einem nur so vertrauten Ort wieder. Ich lag in Staub gebadet auf dem Boden eines Turmes, desselben Turmes, bei dem ich kurz vor meinem Aufenthalt in Meridell eingestürzt war. Doch dieses mal war mein Fell nicht nur vom Staub grau, sondern auch sonst. Es hatte jede Farbe verloren und war nun nur noch trist. Ich kroch wieder auf demselben weg hinaus, den ich schon mal entlang gekrochen war. Auch dieses mal kam ich wieder am selben Ort heraus, nämlich bei der Müllhalde von Meridell, mit dem Unterschied das mir kein freundlicher Wocky half. Dies mal war ich alleine und ein leichter Geruch von Rauch lang immer noch in der Luft. In der ferne sah ich die Überbleibsel des ehemaligen Prachtvollen Bauernhofes. Ich wandte mich ab und unterdrückte die Tränen. Ich suchte später den Wocky überall, denn einen Funken Hoffnung, dass ich ihn jemals wiederfinden könnte, ist mir geblieben. Doch bis jetzt ist er zusammengeschrumpft, aber er ist noch da. Tief in meinem Herzen.
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