Die Zeit verrinnt, die Spinne spinnt
in heimlichen Geweben.
Wenn heute Nacht das Jahr beginnt,
beginnt ein neues Leben.

Vor dir siehst du ein pechschwarzes Tor aus Stein, aus dem ein violettes dunkles Glühen kommt. Vorsichtig betrittst du die Höhle. Sie scheint sich ohne Ende weiterzuziehen, auch wenn du vorher einzig und allein das Tor gesehen hast. Leicht nervös gehst du weiter, dein Weg ist erhellt durch das violette Glühen, aber du kannst nicht behaupten, dass deine Umgebung dadurch etwas freundlicher aussähe.

Vor dir erscheint urplötzlich ein wabernder Schatten, der sich aber gleich wieder auflöst. Dir kommt das alles immer unheimlicher vor. Welche Kreaturen verbergen sich wohl noch in dieser Welt? Dass das hier nicht mehr deine eigene Wirklichkeit sein kann hast du schon etwas länger realisiert.

Du trittst durch einen weiteren Torbogen und siehst vor dir eine dunkel schimmernde Kugel, die über dem Boden schwebt. Sie sieht aus wie eine riesige Perle. Die Neugier packst dich und du streichst vorsichtig mit der Hand über die Oberfläche. Sie ist spiegelglatt und eiskalt. Aber plötzlich verändert sich etwas. Das Glühen, dass von der Perle ausgeht verstärkt sich und du weichst erschrocken zurück. Was hast du da ausgelöst?

Während du mit angehaltenem Atem wartest, entdeckst du in einer Nische noch mehr dieser Perlen.













Du überlegst, ob du vielleicht eine dieser Schönheiten mitnehmen kannst, aber der Gedanke verfliegt so schnell, wie er gekommen ist, als du siehst, was passiert.

Die Oberfläche der Kugel bekommt Risse, aus denen Schwaden dunklen Nebels kriechen. Die einzelnen Splitter fallen hell klirrend zu Boden und nur die unterste Rundung bleibt in der Schwebe. In ihr siehst du eine mehr als angsteinflössende Gestalt sitzen. Die Nebelschwaden wabern immer noch um die langen Krallen und rotglühende Augen fixieren dich.

Was willst du hier?" Die rauchige Stimme scheint aus dem Nichts zu kommen, du hast nicht gesehen, wie auch nur ein Muskel im Gesicht deines Gegenübers gezuckt hat. Etwas verwirrt schaust du dich um, als die Stimme wieder fragt: "Was willst du hier?" Du denkst dir, dass nur das Wasen aus der Perle mit dir reden kann und antwortest etwas zaghaft: "Eigentlich nichts...

Du bekommst langsam Angst, das Wesen starrt dich an, als würde es dich jeden Moment fressen wollen. Du kannst deinen Blick nicht von ihm lösen. In diesem Moment fängt er an sich zu bewegen - er scheint zu wachsen und du siehst, dass er mit den wabernden Nebeln zu verschmelzen scheint und sich zu dir hinunter beugt. Starr vor Schreck kannst du dich nicht mehr bewegen und spürst seinen eiskalten Atem über dein Gesicht wehen.

Fieberhaft suchst du eine Erklärung für dein Hiersein, aber deine Gedanken drehen sich im Kreis. "Was willst du hier?" Die Frage bohrt sich wie ein Messer in deinen Geist, aber dir fällt nichts mehr ein. Eine lange Kralle streift deinen Arm und du bemerkst einen stechenden Schmerz. "Ich weiß es nicht..." Mehr bekommst du nicht mehr heraus, selbst deine Stimme scheint eingefroren zu sein. Die langen Krallen erheben sich zu einem endgültigen Hieb...

Du schließt die Augen in Erwartung des Unvermeidlichen, jedoch nichts passiert. Als du die Augen öffnest siehst du um dich herum dein vertrautes Schlafzimmer, du sitzt in deinem Bett. Dir fällt ein Stein vom Herzen. "nur ein Traum.." denkst du noch, bis du deinen Arm bewegst und dabei eine lange Wunde, die sich über deinen rechten Oberarm zieht, bemerkst. Verwirrt schaust du dich um, aber außer einem kleinen Zettel, der neben dir liegt, bemerkst du nichts ungewöhnliches. Du nimmst den Zettel und beginnst zu lesen:

In der Dunkelheit der Nacht verschwand einst ein Kind. Niemand vermisste es, einzig der schmale, vergehende Mond bemerkte das Grauen.

Nur wenige Jahre später geschahen merkwürdige Unfälle in der Gegend. Man munkelte von Geistern und Gespenstern in den Bergen. Niemand wagte sich aus seiner vermeintlich sicheren Zuflucht, nachdem der höchste Berg die Sonne aufgespießt hatte.

Nach Jahren des Schreckens, in denen die Angst in den bewohnten Orten wuchs, erschien eine alte Frau. Sie erzählten der neugierigen Menge von einem Kind, dass hier verschwunden war. Keiner der Dörfler erinnerte sich an ein Kind, dennoch brach die Frau auf in Richtung der verrufenen Berge. Die Leute warnten sie und baten sie nicht zu gehen, doch sie ließ sich nicht beirren und machte sich auf den Weg.

Ich war noch jung und wollte meiner Freundin beweisen, dass ich mutig sei, also folgte ich ihr leichtsinnigerweise. Nach einem langen Marsch erreichten wir eine Höhle. Eine seltsame Angst überkam mich, mir war als müsste ich laufen, nur noch fort von dort. Aber ich blieb.

Aus der Höhle kam ein Schrei, der mir das Blut in den Adern gefrieren ließ. Ich duckte mich hinter ein paar Felsen, als dunkle Rauchschwaden aus der Felsöffnung quollen. Die Frau hub zu Sprechen an:

„Das Blut, das einst vergossen wurde ohne Wissen der Welt, wird den Schrecken und die Qual verbreiten. Das Blut, das heute vergossen wird ohne jemals durch ein liebendes Herz geflossen zu sein, wird der Boden für den Hass sein. Das Blut, dass zukünftig vergossen wird ohne das Leben zu beenden, wird der ewige Wächter sein.

Daraufhin sank sie in sich zusammen und wurde von den Nebelschwaden völlig verhüllt. Diese ballten sich zusammen und plötzlich brach ein Monster aus dem Dunst hervor, wie ich es mir nicht schlimmer hätte vorstellen können. Es raste auf mich zu, es wusste, dass ich mich dort versteckt hielt. Ich war bewegungsunfähig vor Angst und ich spürte die rasenden Schmerzen, die sich durch meinen Körper ihren Weg bahnten. Das letzte, was ich sah, war ein vierflügeliger, blutroter Schatten, der auf das Monster zuflog.

Als ich erwache, war die Höhle verschüttet und an meinem Arm war eine lange Wunde. Niemals werde ich diesen Schrecken vergessen. Wenn du diese Nachricht liest, solltest du dir bewusst sein, dass du dich in Lebensgefahr befindest.

Du wunderst dich etwas über den Zettel, aber dir erscheint sowieso nichts mehr unmöglich. Dieser Traum hat dich zu sehr mitgenommen. Du schaust auf und erstarrst.

Du befindest dich in der Halle des Schreckens, vor dir der Dämon aus der Perle. Völlig verwirrt, vor Kälte und Angst unfähig dich zu bewegen starrst du auf die erhobene Klaue. Die rauchige Stimme säuselt an deinem Ohr: "Du wolltest doch nicht etwa fliehen? Aus diesem Alptraum gibt es kein Entrinnen!" Du bringst endlich die Frage heraus, die dir schon die ganze Zeit auf den Lippen lag: "Wer bist du?" "Ich bin dein schlimmster Alptraum! Ein Wesen des absoluten Grauens, das niemals jemanden verschont hat, der mich aus meinen Träumen geweckt hat." Du bist völlig irritiert. In einem Alptraum träumen?

Aber das ist jetzt alles nicht so wichtig. Du spürst eine Bewegung und schaust nach oben. Einen Schrei bringst du noch heraus, ehe der lange Arme mit den scharfen Klauen heruntersaust...

Credits
background by me!!
Yuni (support XD)
Cursor by www.ticklishdesigns.com



NEOPETS, characters, logos, names and all related indicia
are trademarks of Neopets, Inc., © 1999-2009.
® denotes Reg. US Pat. & TM Office. All rights reserved.

PRIVACY POLICY | Safety Tips | Contact Us | About Us | Press Kit
Use of this site signifies your acceptance of the Terms and Conditions