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„Du willst mehr erfahren?" Das Tier grinst und zeigt dir dabei ein weiteres Mal seine Zähne. „Dann komm mit. Und wir werden sehen, was du neues erfahren wirst." Ohne ein weiteres Wort springt sie auf und macht sich auf den Weg aus der düsteren Sackgasse. Augenblicklich stehst du auf und folgst der Katze. Erst jetzt fällt dir auf, dass die Schlange nicht mit dem cremefarbenen Kätzchen reist. Die beiden sind aneinander gewachsen. Der Vierbeiner besitzt keinen Schweif. An der Stelle, an der ein buschiger Schweif sein sollte, beginnt der Körper der Schlange. Ein Schauder läuft dir den Rücken hinab. Damit hast du definitiv nicht gerechnet.
„Wo sind wir hier?", fragst du. Ihr wart gerade auf dem Weg durch einen großen Garten, der von schönen Blumen und einigen Teichen geziert war.
Die bis dahin angelehnte Tür des Nebenzimmers öffnet sich nur kurz darauf wieder. „So unterhält es sich besser", meint die junge Frau, die aus dem scheinbaren Bad tritt. Sie hat langes, dunkelrotes Haar, trägt ein grünes T-Shirt und eine gewöhnliche Jeans. Doch das war es auch schon mit ihrem normalen Aussehen – wobei man die Haarfarbe auch nicht gerade als normal bezeichnen kann.
Mit einem leisen Seufzer lässt sie sich auf das Sofa dir gegenüber fallen und schlägt die Beine übereinander. „Also, was willst du wissen?" Als sie sprach, fallen dir ihre Zähne auf. Die gleichen spitzen Zähne, wie auch der Vierbeiner sie hatte.
„Der Kater, der aus dem Haus eines verrückten Professors geflüchtet ist und kurz darauf mutierte?" Sie nickt. „Muss schrecklich für ihn gewesen sein… Aber wieso-" |
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An diesem Tag gab es unter einigen meiner Mitbewohner – 18 Hissis, ein Tyrannia Lupe und ein Darigan Bruce – Streit. Sie wollten irgendetwas mit Kokoros Bibliothek anstellen, mit dem sowohl er, als auch einige andere nicht einverstanden waren. Am Ende der langen und lauten Diskussion hatte ich Kopfschmerzen und üble Laune. Ich wollte einfach nur nach draußen. Also huschte ich in Katzengestallt die Treppe hinunter, durch die Katzenklappe hindurch in den Garten und in die nächstgelegene Stadt. Die Bewohner dort waren immer freundlich zu mir, wenn ich sie auf meinen vier Pfoten besuchte. An jeder Ecke wurde ich gestreichelt, und wenn ich darum bat, bekam ich allerlei Essen. Doch an jenem Tag war alles anders. Noch bevor ich zu dem Bäcker kam, der mich immer mit guter Laune überhäufte – die ich in diesem Moment gut hätte gebrauchen können – holte man mit einem Netz nach mir aus. Ich war gefangen ehe ich realisieren konnte, was vor sich ging. Man steckte mich in eine Transportbox und warf mich in einen der typischen Transporter – ein weißer Van. Was würde mit mir geschehen? Keinen blassen Schimmer. Die Fahrt war lang und nach einigen Stunden fielen mir die Augen zu. Als ich wieder erwachte, saß ich in einem kleinen eisernen Käfig. Um mich herum konnte ich andere Tiere hören, doch es war so düster, dass ich erst nach einigen Minuten genaueres erkennen konnte. Überall Käfige in denen alle möglichen Rassen von Tieren zu finden waren. Mir gegenüber war ein kleiner weißer Welpe, direkt darunter ein großer Käfig, der jedoch für den Bären darin viel zu klein war. Katzen, Hunde, Nagetiere, Federvieh, auch Fische, Reptilien und Amphibien. Alles. Wo war ich nur gelandet? „Oh, das Kätzchen ist endlich aufgewacht", kam es kichernd aus einem finstereren Teil des Raumes. Ich antwortete mit einem Fauchen. Kein Wort würde ich sprechen. Nicht mit Menschen. Nicht mit denen, die hier lebten oder arbeiteten. Die Möglichkeit mit Tieren sprechen zu können, war großartig in solchen Zeiten. „Aber, aber. Wir wollen uns doch alle gut verstehen, nicht wahr?" Der Kerl kicherte nochmals. „Wir werden uns sicher irgendwann einmal verstehen. Du wirst lange genug hier bleiben. Ob tot oder lebendig." Was hatte dieser Typ vor? Nochmals fauchte ich und huschte in die hinterste Ecke meines Käfigs. Doch nur kurz darauf wurde das Türchen geöffnet und ich wurde im Nacken gepackt. Beißend und um mich kratzend wehrte ich mich, wurde aber dennoch auf einen kühlen Metalltisch gedrückt. Auf den Rücken liegend wurde ich von einem Helferling des Kerls an den Pfoten mit stabilen Lederriemen fixiert. Die beiden Männer trugen weiße Kittel, doch da das Licht der Lampen über und um den Tisch herum mich blendete, konnte ich ihre Gesichter nicht erkennen.
„Weißt du, mein Lieblingskätzchen ist mir vor ein paar Tagen entflohen und da kommst du mir ganz recht", meinte der scheinbar leitende der beiden und summte vor sich hin. Mit einer Hand griff er nach einem Klemmbrett. „Ab sofort werden wir uns öfter sehen. Und ich weiß auch schon in etwa, was ich mit dir machen werde." Er sah von seinen Unterlagen zu mir hinab. „Ich hoffe, du magst Schlangen, Cheshire."
Ich erwachte in meinem Käfig. Mein Kopf dröhnte und mir tat alles weh. Außerdem konnte ich meinen Schweif nicht spüren. Vorsichtig, ganz, ganz vorsichtig setzte ich mich auf.
„Er hat dich kupiert – und deinem Fell neue Farbe verpasst."
„Na, Cheshire, wieder wach?", fragte er und klopfte gegen das Eisengestänge. „Falls nicht ersparst du mir immerhin die Narkose."
„Cheshire! Cheshire, wach auf!", piepste es laut neben mir. Jemand zog an meinem Ohr.
„Hey", wurde ich begrüßt. Eine grüne Schlange. Eine grüne Schlange mit blauen Augen, etwa so dick wie ein Daumen. Und sie war mit mir verwachsen. Der Professor hatte die Schlange an die Stelle meines Schweifs angebracht. „Ich bin Mephisto – kannst mich auch Mephi nennen."
Es vergingen einige Tage in denen ich den Professor nicht mehr zu Gesicht bekam. Halleluja. In dieser Zeit freundete ich mich mit meinem neuen Gefährten an – und wir verängstigten Jenks gemeinsam. Was soll eine kleine leuchtende Maus auch von einer Schlange und einer Katze als Nachbarn halten?
„Oh, Cheshire", trällerte er gutgelaunt. „Ich habe endlich meine Lieferung bekommen. Wir können weiter arbeiten." Wieder wurde ich auf den Tisch geschnallt – diesmal jedoch mit einem gemurmelten ‚So leid es mir tut, aber das ist besser für dich, Cheshire.' und einem mitleidigen Blick. Wie gern ich ihm doch die Augen ausgekratzt hätte. Ein weiteres Mal wurde ich ins Reich der Träume geschickt.
Etwas traf meinen Kopf. „Tanja! Hey Tanja, ich hab sie!" Ja, alles hatte seine positiven Seiten. Während ich im wunderschönen Land der pinken Einhörner und Twilight-Glitzervampiren war – meinem persönlichen Land der Albträume – war Mephi weiterhin wach gewesen, was der Prof wohl übersehen hatte, als er an meinen Zähnen herum gewerkelt hat. Die Medikamente wirkten zwar auf uns beide, doch galt dies nicht für das Lachgas. Jedenfalls hatte Mephisto durch seine neue Fähigkeit den Schlüssel aus der Tasche des Professors gestohlen und geschluckt. Und mittlerweile wieder hochgewürgt, nun ich würde das Ding jedenfalls nicht anfassen. Zumindest waren wir so gut wie frei.
Mit einem leisen Klicken öffnete sich die kleine Tür. „Jenks, wach auf", zischte Mephi und rammte seinen Kopf gegen den Käfig der Maus.
Wir schlichen an den schlafenden Tieren vorbei. Würden sie uns bemerken, wäre hier unten gleich die Hölle los. Ich huschte an den Wänden entlang. Wir hatten nicht die leiseste Ahnung, wo die Tür war. Endlich gefunden brauchte es nur einen einzigen Sprung, um sie zu öffnen.
Es dauerte lange Zeit, doch schlussendlich fand ich eine Stadt. Ich verwandelte mich in einer düsteren Gasse in meine wahre Form. Zweifelnd sah ich zu meinem Allerwertesten. Mephi war nicht da. Gut. Sehr, sehr gut. Aber wo war er dann?
Als ich die beiden auf meinen Arm nehmen wollte, starrte ich auf meine Hand. Die Schuppen. Sie waren weiterhin da. Ich stieß einige nicht jugendfreie Schimpfworte aus. Jetzt war ich endgültig zum Freak geworden. Gut, zu Hause würde ich zu allererst in den Spiegel sehen und dann einige Stunden lang baden. Zu Hause erfuhr ich, dass ich 17 Tage weg war. Auch stellte sich heraus, dass Mephisto weiterhin über seine Streck-Fähigkeiten verfügte. Wenn ich mich wieder in eine Katze verwandelte, tauchte Mephi wie aus dem Nichts auf und ersetze meinen Schweif – egal wie weit wir voneinander getrennt waren. Zumindest war mein Haar noch so rot wie zu Beginn. Jedoch trug ich weiterhin die scharfen Zähne und die Schuppen. Und noch schlimmer: In meiner Menschenform wurde mein rechtes Auge, welches von den Schuppen umringt war, farblich verändert. Gelb, Grün und Gold. Die Schlangenpupille darin machte die beiden verschiedenen Augenfarben auch nicht besser.
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![]() Naw, danke Sev x3
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