Aus Sophie´s Kräuterbuch


Kräuter sind wichtigste Substanz für Magierinnen.
Als Tee wie als Räuchermittel, Schmuck oder Symbol
haben sie ihren Platz im magischen Ritual.
Jede Zauberin hat ihre bevorzugten Kräuter, mit denen
sie arbeitet, die ihrer Kraft entsprechen.
Die Art des Sammelns, Trocknens und Zubereitens ist die
hohe Kunst der Magie schlechthin. Allein durch diese Prozesse
kann eine Pflanze hochwirksam oder wirkungslos werden.






Sammel die Kräuter beim Mondenschein,
Tu sie in´s Quellwasser hinein -
Brau' sie nur um Mitternacht!
Den Saft, den trink', wenn´s Käuzl lacht.



Anis galt in vielen ländlichen Gebieten als Aphrodisiakum. Im Herbst, wenn man sich nach der Feldarbeit wieder häuslichen Pflichten zuwandte, bereiteten die Frauen und Mädchen ihren Männern anishaltige Getränke. Am 30. November (Andreastag) sollte er besonders zauberkräftig sein. In Böhmen hieß dieser Tag „Anischtag".

Der Aniskringel ist eine sehr alte Opferspeise, die in Norddeutschland bei Gildegelagen, Erntefesten, beim Ringreiten und Frühlingsfesten ins süße Bier – oder noch früher in Met – eingebrockt wurde. Auch an ihrem Hochzeitstag teilte die Braut dieses Gebäck an bevorzugte Gäste aus. Wenn sie aus der Kirche kam, setzte sie sich vor „dat Hörnschapp" (Eckschrank). Jede Frau, die ihr ein Geschenk machte, bekam dafür aus einer zinnernen Schale einen Löffel voll süßem Bier mit eingebrockten Kringeln.



Anis (Pim*pinella anisum)
Süßer Kümmel, Römischer Fenchel

Beschreibung:
Der Anis ist eine einjährige Pflanze, die bis zu einem halben Meter hoch werden kann. Sie hat hellgrüne, gefiederte Blätter und weiße Blütendolden. Die weißen Samen befinden sich in kleinen eiförmigen, harten, graubraunen Früchten.

Herkunft:
Die Heimat der Pflanze vermutet man im Nahen Osten. Der Anbau findet heute vor allem in Südeuropa, der Türkei, China, Indien, Mittelasien, Mittel- und Südamerika sowie in Japan statt.

Aussaat:
Anis kann ab Ende März, Anfang April ausgesät werden, jedoch nicht früher, da die Keimlinge keinen Spätfrost vertragen. Die Samen müssen gut abgedeckt werden, da Anis ein Dunkelkeimer ist. Die Keimdauer beträgt bis zu vier Wochen. Der Boden sollte etwas gekalkt werden. Einen sonnigen, warmen Platz wählen, da die Samen sonst nicht ausreifen. Da Anis bei uns so gut wie nie wild wächst, ist eine Verwechslung mit dem giftigen Gefleckten Schierling und dem Wasserschierling so gut wie ausgeschlossen.
Ernten kann man Anis, wenn die Früchte braun werden. Dann muss man die Dolden nach und nach abschneiden und in lockeren Sträußen über ein sauberes Tuch hängen. Die Samen vorsichtig ausklopfen und zur Lagerung in Blechdosen oder Schraubgläsern aufbewahren.

Anwendungsbereiche:
Auf Grund des stark süßlichen Geschmacks kann der Anis sehr vielseitig verwendet werden. Er dient als Gewürz für Gebäck, Soßen, Salate und Gemüse, als Geschmacksgeber für Süßspeisen und Liköre. Die Früchte kann man zur Herstellung von Anisöl und ebenfalls von Anislikör verwenden.
Anis hat aber auch eine heilende Wirkung auf den Körper. Das Öl wirkt desinfizierend und löst Schleim und Krämpfe. Deswegen ist es besonders bei Erkältungskrankheiten zu empfehlen. Es hilft aber auch bei Magen -und Darmproblemen, da es die Magensäurebildung verstärkt und blähungstreibend wirkt. Deshalb wird es besonders gerne bei der Säuglingspflege verwendet.

Rezept:
Um einen Anistee zuzubereiten, nimmt man 1 Teelöffel gequetschter Anisfrüchte und brüht sie mit ¼ kochendem Wasser auf. 10 Minuten ziehen lassen. Man kann bis zu 5 Tassen täglich davon trinken.





Die Arnika zählt zu den alten Zauberpflanzen, worauf einige volkstümliche Namen hindeuten, z.B. Donnerwurz, Wolfsbanner, Johannisblume. Als leuchtend gelb blühende Pflanze spielte sie früher im Kult der Sommersonnwende eine Rolle. Viele dieser heidnischen Bräuche gingen dann ins volkstümliche Brauchtum über. So galten z.B. die am Lohannistag, also dem 24. Juni, dem Tag der Sonnenwende, gesammelten Blüten als besonders heilkräftig. Hildegard mag eine der ersten gewesen sein, die die heilende Wirkung dieser Pflanze erkannt hat. Sie schrieb ihr jedoch auch beachtliche magische Kräfte zu: Wenn ein Mann oder eine Frau in Liebe erglüht, dann wird, wenn jemand sie oder ihn auf der Haut mit Wolfesgelena (=Arnika) berührt, der Berührte in der Liebe zum anderen verbrennen, und wenn das Kraut vertrocknet ist, dann werden Mann oder Frau durch die Liebesglut fast rasend, so dass sie schließlich unsinnig werden.
Am Vorabend des Johannistags steckten Bauern Arnikasträuße an die Ecken ihrer Getreidefelder. Dies sollte den "Bilmesschnitter" davon abhalten, das Getreide zu vernichten. Dieser war ein Korndämon und ging besonders gerne um die Zeit der Sommersonnenwende über die Getreidefelder und legte dort die Halme um. Dieser Aberglaube beruht aber wahrscheinlich auf guter Beobachtungsgabe, denn auf Arnikapflanzen legt die Arnikafliege (Trypeta arnica), ein Getreidenützling, die Eier ab. In einigen Gegenden zählt Arnika auch zu den Blumen, die in den Strauß der Kräuterweihe an Maria Himmelfahrt, dem 15. August, gehörte. Damit zählt Arnika zu den Marienpflanzen. Möglicherweise war sie schon in vorchristlicher Zeit der Muttergöttin Freyja (oder Freia) zugeordnet.

Arnika (Arnica montana)
Wundkraut, Johannisblume, Mutterwurz, Kraftwurz, Nießblum

Beschreibung:
Arnika steht unter Naturschutz, gehört zu den Korbblütlern und kann bis zu 60 cm hoch werden. Der Geruch ist sehr aromatisch. Die Grundblätter bilden eine Rosette während sich die Stängelblätter als Paare gegenübersitzen. Die intensive orangegelbe Farbe der Blüten kann man von Juni bis August bewundern.

Herkunft:
Hauptverbreitungsgebiete sind die Alpen und das Voralpenland. Wild kommt es in Europa bis Südrussland vor. Hauptlieferanten sind unter anderem Italien, Spanien und die Schweiz.

Anwendungsbereiche:
Arnika gilt als entzündungshemmend und wundheilungsfördernd. Deshalb wird Arnikatinktur äußerlich häufig gegen Quetschungen, Blutergüsse, Rheuma und Schwellungen verwendet.
Innerlich wirkt es gefäßerweiternd und stärkt so das Herz- und Kreislaufsystem. Arnika sollte innerlich angewendet jedoch nicht ohne Anweisung des Arztes eingenommen werden, da Nebenwirkungen auftreten können.
Auszüge aus Arnika finden sich auch als Zusatz in Haarwässern, Zahncremes und anderen kosmetischen Produkten.

Rezept:
Für die Herstellung einer scharfen (hautreizend) Tinktur zur Desinfektion von Wunden muss man die Blüten mit der dreifachen Menge Schnaps ansetzen und ziehen lassen. Verdünnt kann man mit dieser Tinktur (3- bis 10fach mit Wasser verdünnt) Umschläge gegen Schwellungen und Verrenkungen machen.

Eine mildere Variante für Umschläge:
4 Teelöffel getrocknete Arnikablüten (etwa 2 g) werden mit ca. 100 ml siedendem Wasser übergossen und nach 10 Minuten abgeseiht. Nach dem Abkühlen für Umschläge verwenden.


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Bei den nordischen Völkern wurde Baldrian als stark aromatisch riechende Pflanze zum Schutz vor bösen Geistern über die Tür gehängt.

Die altgermanische Göttin Herta stellten sich unsere Vorfahren mit einem Baldrianstengel in der Hand auf einem Hopfenranken gezäumten Edelhirsch reitend vor. Wer Baldrian bei sich trug, galt als unempfindlich gegen Hexenzauber und geschützt vor dem Teufel. Man war auch der Überzeugung, dass sich ein im Zimmer aufgehängtes Baldrianbüschel bewegen würde, sobald eine Hexe das Zimmer beträte. Baldrian in den Bienenkorb gelegt, sollte das Schwärmen der Bienen verhindern und weitere anlocken.


Baldrian taucht auch zusammen mit Bibernelle als geweissagtes Heilmittel in vielen Pestsagen auf: „Eßt Bibernellen und Baldrian so geht euch die Pest nicht an" Baldrian stand in dem Ruf, Zorn zu erregen, wenn er ein wenig gekaut würde. Ein Scharfrichter, der ein für seinen Beruf unübliches weiches Herz hatte, musste deshalb vor jeder Hinrichtung auf dieser Wurzel kauen, um nicht vom Mitleid mit dem zum Tode Verurteilten übermannt zu werden.



Baldrian (Valeriana officinalis)
Katzenkraut, Stinkwurz, Katzenwurzel, Tanmark, Hexenkraut, Ballerjan, Viehkraut, Mondwurz, Bodrian, St.Georgensaft, Augenwurzel

Beschreibung:
Baldrian kann bis zu 1m groß werden und hat einen kurzen Wurzelstock. Der Stängel ist aufrecht und die Blätter sind lanzettenförmig und grob gesägt. Die kleinen Blüten haben eine rot-lila bis weiße Farbe und duften zart und angenehm. Katzen mögen diesen Duft besonders Zu finden ist Baldrian in fast ganz Europa in feuchten Wiesen, Feldern und Gebüschen. Blütezeit ist von Mai bis September.

Herkunft:
Heimisch in Europa und Asien. Das Heilkraut stammt aus Kulturen in England, Osteuropa, Belgien und teilweise aus Deutschland.

Aussaat:
Mitte Mai im Freien, keimt sehr langsam und sollte nicht zu feucht gehalten werden. Baldrian wächst an sonnigen und schattigen Plätzen.

Anwendungsbereiche:
Medizin und Homöopathie verwenden den Wurzelstock, der nach der Blütezeit gesammelt wird. Baldrian wirkt beruhigend und wird deshalb bei Schlaflosigkeit, Magen- und Darmbeschwerden, Stress usw. eingesetzt.
Baldrianwurzelextrakte sind in vielen Präparaten alleine oder in Kombination mit anderen Stoffen enthalten. Gebräuchlich sind Dragees, Tinkturen, Tees und Pflanzenpresssäfte. Auch Badezusätze mit Baldrian sind erhältlich.

Rezept:
1 Teelöffel (2 - 3 g) Baldrianwurzel mit ca. 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen. 1 - 3 mal täglich und vor dem Schlafengehen eine Tasse trinken.





Die Kelten in Wales verehrten die Pflanze und aßen sie vor der Schlacht um gestärkt davon in den Kampf zu ziehen. Das Waliser Wappen war ursprünglich mit Bärlauch (inzwischen nur Lauch) versehen.

Bärlauch wird beim Sammeln immer wieder von Pflanzenunkundigen mit dem Maiglöckchen, den im Frühjahr austreibenden Blättern der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) oder den meist ungefleckten Blättern jüngerer Pflanzen des Gefleckter Aronstab verwechselt. Alle drei anderen Pflanzen sind äußerst giftig, die Vergiftungen können dabei tödlich sein.Vor allem aber riechen nur Bärlauchblätter beim Zerreiben nach Knoblauch. Eine Pflanze, deren Blätter nicht nach Knoblauch riechen, ist kein Bärlauch, sondern wahrscheinlich eine der drei giftigen Pflanzen. Zu beachten ist aber, dass nach dem einmaligen Zerreiben von Bärlauchblättern der intensive Knoblauchgeruch an den Fingern "haften" bleibt und so bei weiteren Proben täuschen kann, daher sollten auch immer weitere Unterschiede der Pflanze in Betracht gezogen werden.



Bärlauch (Allium ursinum)
Wilder Knofel, Zigeunerlauch, Waldknoblauch, Hexenzwiebel

Beschreibung:
Die zu den Liliengewächsen gehörende ausdauernde Pflanze kann bis zu 50cm groß werden. Der kahle Stängel entspringt einer kleinen Zwiebel. Die Blätter sitzen alle am Grund und können bis zu 20cm lang werden. Die Einzelblüten sind milchig weiß und bilden einen Stern. Die ganze Pflanze hat einen starken Knoblauchgeruch. Die Blütezeit ist von April bis Juni. Die Frucht des Bärlauchs ist eine dreiklappige Kapsel.

Herkunft:
Zu finden ist er fast in ganz Europa und Nordasien an Bächen und in feuchten Wäldern, Hecken und Auen.

Aussaat:
Feuchte, humusreiche, kalkhaltige, halbschattige Plätze, auch am Bachlauf, dort breitet er sich langsam von selbst aus. Sandböden müssen mit Kompost und Algenkalk verbessert werden. Von Sommer bis Frühherbst 1–2 cm tief ins Beet oder in Gefäße; diese im Freien aufstellen. Frischer Samen benötigt zunächst Wärme, damit die Embryonen ausreifen, anschließend Kälte, um die Keimruhe zu brechen. Er keimt deshalb erst im folgenden Frühjahr. (Fiel die Wärmephase zu kurz aus, sogar erst nach dem zweiten Winter.) Saaten feucht halten!
Ernten:
Blätter, Blüten, Zwiebeln als Gemüse von Februar bis Mai; die Zwiebeln zu Heilzwecken (Erkältungen) im Sommer und Herbst. Erste Ernte frühestens drei Jahre nach der Aussaat möglich.

Anwendungsbereiche:
In der Homöopathie findet Bärlauch häufig Verwendung bei Völlegefühl und Problemen im Magen-Darmtrakt, da das Öl desinfizierend und blähungstreibend wirkt. Sonst dient Bärlauch überwiegend als Gewürz.

Rezept:
Die Blätter können roh gegessen werden, als Würze auf einem Butterbrot oder zu Käse, oder wie Spinat gekocht werden. Bärlauch kann auch zu Öl, Essig und Pesto verarbeitet werden.



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In der hinduistischen Religion repräsentiert Tulsi die Gegenwart Vishnus bzw. seiner Inkarnation Krishna und drückt seinen göttlichen Schutz aus. Der Strauch mit den zarten Blättern steht in Indien an unzähligen Hauseingängen oder in den Höfen. Häufig fassen ihn dekorativ bemalte Steine ein, die den Platz mit der Pflanze zu einem Altar machen.

Ganz besonders unter Frauen ist die tägliche Verehrung Krishnas, Vishnus oder dessen Gattin Lakshmiin der Tulsi-Pflanze verbreitet: Man setzt sich dazu im Schneidersitz auf die Erde, wie vor einen Altar - spricht seine Gebete, läutet eine kleine Glocke und schwenkt eine Butterlampe.

Einerseits ist die Tulsi-Pflanze die pflanzliche Form Gottes - andererseits dient ein Zweig davon oder wenigstens ein einziges Blatt als wichtige Opfergabe und ist unverzichtbarer Bestandteil bei Gottesdiensten zu Ehren Vishnus. Besonders dessen Anhänger tragen kleine Kugeln, geschnitten aus dem Holz der Zweige, als Segen spendende Kette um den Hals oder benützen sie als Gebetskette. Die Blätter der Pflanze haben, wie angenommen wird, eine so stark reinigende Wirkung, daß sie selbst Sünden abwaschen können – darum legen Hindus sie den Sterbenden oft unter die Zunge und werfen sie in das Feuer, in dem die Toten verbrannt werden.



Basilikum (Ocimum basilicum)
Königskraut, Balsam, Heiliges Basilikum, auch Tulsi

Beschreibung:
Die einjährige, reich verzweigte Pflanze wird je nach Standort und Klima bis zu 50cm hoch. Sie bildet kantige Stängel, an denen dicht die duftenden, länglich ovalen Blätter sitzen. Diese sind reich an ätherischem Öl. Wenn man sie nicht laufend erntet, erscheinen im Sommer Ähren mit weißen bis rosafarbenen Blüten. Das Basilienkraut gibt es mit zahlreichen Arten und Sorten. Die sich durch unterschiedliche Geschmacksnoten, Blattfarben und –formen auszeichnen.

Herkunft:
Schon vor mehreren tausend Jahren war Basilikum in Indien ein beliebtes Gewürz. Von dort hat es sich seinen Weg über die Mittelmeerländer bis nach Europa gebahnt, wo es heute mit zahlreichen Arten du Sorten vertreten ist.

Aussaat:
Basilikum braucht zur Entfaltung seines vollen Aromas einen sonnigen, warmen Platz sowie einen humusreichen, gut wasserdurchlässigen Boden. Deshalb wird das wärmebedürftige Kraut im Frühjahr im Haus bei 15-20 Grad Celsius ausgesät. Die Samen des Lichtkeimers werden dabei nur leicht mit Erde bedeckt. Die Töpfe kommen anschließend auf eine warme Fensterbank. Wenn keine Frostgefahr mehr besteht, darf der Basilikum ins Freie.

Ernte:
Zarte, junge Blätter kann man das ganze Jahr über ernten, wenn man Basilikum im Winter ins Haus holt. Die Blätter lassen sich auch trocknen oder einfrieren, sind dann aber nicht mehr so aromatisch. Geerntet wird vor der Blüte.
Basilikum gibt es aber auch als ätherisches Öl, das die Nerven beruhigt. Ein Tee aus Basilikumblättern löst Krämpfe im Magen-Darm-Bereich und regt den Appetit an.

Anwendungsbereiche:
Basilikum dient vor allem als Gewürz und macht schweres Essen bekömmlicher. Man kann es für Salate, Pesto und Fleisch- und Fischgerichten verwenden.

Rezept:
Für die Zubereitung von Tee 1 Teelöffel der Pflanze mit ¼ kochendem Wasser übergießen und 1 bis 2 Minuten ziehen lassen. Bis zu 3 Tassen täglich trinken.




Die Winterkresse ist der Heiligen Barbara gewidmet - Schutzpatronin der Bergleute und Steinbrucharbeiter. In vielen Gegenden wird sie daher auch Barbarakraut genannt.

Die heilige Barbara ist eine historisch nicht belegte christliche Märtyrerin. Sie soll in Nikomedia dem heutigen Izmit gelebt haben. Nach der Legende wurde sie von ihrem Vater geköpft. Sie ist eine der Vierzehn Nothelfer und Schutzheilige der Bergleute, Geologen, Glöckner, Architekten, Artilleristen, Feuerwerker, Dachdecker und der Gefangenen. Bergmannsvereine sowie Geowissenschaftler (vor allem an den Universitäten) feiern auch heute noch die Barbarafeier. An den Universitäten findet diese Feier im Allgemeinen am letzten Freitag im November oder am ersten Freitag im Dezember statt, je nachdem welcher näher am 4. Dezember liegt. In der Artillerie wird am 4. Dezember die Barbarafeier begangen. Dabei wird der Barbara gehuldigt und in das vergangene Jahr zurück geschaut. Artilleristen danken der Barbara für ihren Schutz vor Schiessunfällen. Der jüngste Offizier der Einheit spielt an diesem Tag die Hl. Barbara.




Barbarakraut (Barbarea vulgaris)
Gemeine Winterkresse, Echtes Barbarakraut, Gemeine Wasserkresse, Frühlingsbarbarakraut

Beschreibung:
Wie alle zweijährigen Pflanzen bildet die „Winterkresse" im ersten Jahr ihre Blätter und erst im Frühjahr darauf erscheinen die gelben Blüten. Sie wird 30-60 cm hoch. Die Blätter sind sehr reich an Vitamin C und schmecken würzig scharf, ähnlich wie Brunnenkresse oder Rukola.

Herkunft:
Das Gewöhnliche Barbarakraut kommt in Europa vor. Dort steht es sogar unter Naturschutz. Es ist weit verbreitet und wächst von der Türkei über den Kaukasus bis nach China sowie Südafrika, Nordamerika und Australien.

Aussaat:
Barbarakraut gedeiht am besten im Halbschatten auf feuchten, lehmigen Böden. Im Frühjahr und Herbst kann ausgesät werden. Das anspruchslose Kraut vermehrt sich meist von selbst.

Ernte:
Die frischen Blätter können bis in den Winter hinein geerntet werden und sorgen mit ihren hohen Vitamingehalt für einen Energieschub in der dunklen Jahreszeit.

Anwendungsbereiche:
Barbarakraut wird gerne als würzige und vitaminreiche Salatpflanze verwendet. Die Blätter des Barbarakrauts kann man als spinatähnliches Wildgemüse verwenden. Man kann es in Butter dünsten. Es schmeckt ähnlich wie Kresse und kann bis in den Winter hinein geerntet werden, was ihr auch den Namen "Winterkresse" eingebracht hat.
Die „Winterkresse" regt den Appetit an, wirkt blutreinigend und harntreibend. Dank seiner Bitterstoffe fördert das Barbarakraut die Verdauungstätigkeit. Die Blätter wurden früher auch als Pflaster bei Wunden benutzt.

Rezept:
Für einen vitaminreichen Kräutersalat muss man 1 grünen Salat, 1 Römischen Salat, je 1 Bund Barbarakraut, Brunnenkresse, Schnittlauch, Petersilie, Basilikum und Minze sowie 1 Paket Gartenkresse waschen und gut trocknen. Schnittlauch und Petersilie klein hacken, die Basilikum- und Minzeblätter von den Stängeln zupfen, die Kresse schneiden. 2 Orangen in Scheiben und dann in Stücke schneiden. Eine Salatschüssel mit Knoblauch ausreiben, die Zutaten in die Schüssel geben und gut mischen. Für das Dressing verrührt man 2 Esslöffel Olivenöl mit 2 Esslöffeln Weinessig, 1 Esslöffel Zitronensaft, 2 zerdrückten Knoblauchzehen, 1 Teelöffel braunem Zucker und 1 Teelöffel Estragonsenf. Fertig ist der Salat.

In Butter gedünstet ergibt Winterkresse ein spinatähnliches Gemüse.



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Ein Sträußchen Dill über der Tür schützt vor Menschen, die einem etwas Böses wollen. Als Badezusatz macht Dill unwiderstehlich. Und wer als Braut sicherstellen möchte, dass Frau nach der Hochzeit daheim das Sagen hat, sollte sich etwas Dill und Senfkörner in die Brautschuhe legen und während der Trauung leise vor sich hin flüstern „Ich habe Senf und Dill, mein Mann muss tun, was ich will".
Im Volksglauben stand der Dill als „Samen des Merkur" in dem Ruf, bösen Zauber zu verhindern und Dämonen abzuwehren. Neugeborene wurden mit Dill und Salz bestreut. In Schleswig war man überzeugt, dass es ratsam sei, als Abwehrzauber Dillsamen bei sich zu tragen. Zusätzlich konnte häusliches Unglück vermieden werden, wenn man Dillsamen in eine Schweinsblase füllte und diese dann fest verschnürt in ein gebohrtes Loch in einen der Eckständer des Hauses steckte. Auch in England wurde Dill gegen Verhexung gebraucht: "Vervain (Eisenkraut) and Dill Hinders witches from their will." In Siebenbürgen wurde der Gebärenden ein Silberzwanziger und etwas Dillkraut ins Bett gelegt und sie sagte dann: "Ech laien af Sälver och Däll, Men Känd sol sen wä ech wäll!" Um vor Gericht recht zu behalten, steckt man in der Niederlausitz Haferstroh und Dill in die Schuhe, denn: "Vor Haberstroh und Dille Da schweigen die Gerichtsherren stille!"
Dill wird seit der Antike geschätzt. Die Ägypter zählten Dill bereits zu den Heilpflanzen und die Römer bekränzten sich bei ihren Gelagen mit Dill und gaben Dill in die Speisen, die den Gladiatoren gereicht wurden, weil man ihnen stärkende Wirkung zuschrieb. Die Griechen haben zur selben Zeit schon mehr seine beruhigende Heilwirkung geschätzt und in den Klostergärten stand Dill, weil er angeblich die fleischlichen Begierden dämpft. Im Mittelalter galt Dill im Wein als potenzsteigerndes Mittel.





Dill (Anethum graveolens)
Gurkenkräutel, Kümmerlingskraut

Beschreibung:
Der einjährige Dill wird im Aussehen leicht mit Fenchel verwechselt. Er kann bis 1m hoch werden, wobei die Stängel hohl und mit zart gefiederten Blättern versehen sind. Im Hochsommer erscheinen zahlreiche kleine, gelbliche Blüten in großen Dolden, aus denen später die bekannten Dillsamen heranreifen. Diese sind zunächst rund und zerfallen bei der Trocknung in zwei Teile. Die Vielzahl der enthaltenen ätherischen Öle verleiht dem Kraut das unverwechselbare Aroma.

Herkunft:
Das bereits bei den Ägyptern und Römern beliebte Küchen- und Heilkraut stammt vermutlich aus dem Vorderasien. Seitdem Mönche es im frühen Mittelalter in Europa eingeführt haben, ist es auch hier weit verbreitet.

Aussaat:
Dill braucht es sonnig und warm, wegen seiner zarten Erscheinung sollte er vor Wind geschützt stehen. An solch einem Platz entfaltet er auch sein herrliches Aroma am besten. Der Schwachzehrer begnügt sich mit nährstoffarmen Böden, die gut feucht, aber nicht staunass sein sollten. Ab April kann im Freien ausgesät werden, am besten wiederholt man dies alle 2-3 Wochen, denn so hat man stets frisches Kraut zur Verfügung. Dill ist nämlich am aromatischten, wenn er blüht. Will man bevorzugt das Kraut ernten, sät man dicht in Reihen. Sollen die Samen ausreifen, wird nur einmal im Abstand von etwa 20cm ausgesät, denn die Pflanze lässt sich mit ihren langen Pfahlwurzeln später schlecht verpflanzen. Dill lässt sich gut unter Gemüse säen, mit Möhren oder Gurken verträgt er sich sehr gut. Der Boden sollte immer locker gehalten werden, damit keine Staunässe entsteht. Dill sät sich leicht aus und erscheint im Folgejahr meist von selbst.

Ernten:
Die Blätter können den ganzen Sommer über geschnitten und frisch verwendet werden. Das meiste Aroma besitzen sie, wenn man sie nach Sonnentagen erntet. Sie lassen sich auch trocknen oder einfrieren, verlieren dann aber an Würzkraft. Die Samen sind erntereif, wenn sie sich bräunlich verfärben. Dann schneidet man die Samenstände ab und hängt sie kopfüber zum Trocknen auf. Die getrockneten Samen fallen dann von selbst auf ein darunter ausgebreitetes Tuch.

Anwendungsbereiche:
Frische Blätter geben Fisch- und Gemüsegerichten, Soßen und Salaten Geschmack. Am besten zerreibt man sie, bevor man sie zugibt. Auch zur Herstellung von Essig oder zum Einlegen von Gurken ist Dillkraut sehr beliebt.
Tee aus Dillsamen hilft bei Verdauungsbeschwerden und Blähungen. Er wirkt sogar leicht beruhigend, und da er harntreibend ist, kann er gut bei Nierensteinen eingesetzt werden. Bei stillenden Müttern steigert er die Milchsekretion.

Rezept:
Bei Appetitlosigkeit und Verdauungsstörungen hilft ein Tee. Dafür 1 Teelöffel zerstoßener Samen mit ¼ l kochendem Wasser übergießen und 10 min ziehen lassen. 2 Tassen täglich trinken.









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Schreibt mir bitte den Grund der Vergabe
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User, welche bei der Erstellung der PP fleißig mitgeholfen haben:
eava20

Textquellen:
Bandini -Kleines Lexikon des Hexenwesens
Francia - Mond-Tanz-Magie


Bildquellen:










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