Filanissa - Die Seherin
Was würdest du machen,
Wenn du deine Familie nur spüren, aber nicht sehen könntest?
Wenn du die Welt nicht richtig kennen würdest?
Wenn du deine ganz eigene Vorstellung von der Welt hättest, die nur tief in deinem Herzen existiert?
Wenn dein Augenlicht erloschen wäre?
Was wäre dir dein Leben dann noch wert?

Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich geboren wurde. Eigentlich erinnere ich mich an jede Sekunde meines Lebens. Jedenfalls wurde ich in einer stürmischen Nacht geboren. Es regnete wie aus Eimern. Ich lag steif wie ein Stock auf einer Liege. Lautes Stimmengewirr war in meiner Nähe zu hören. Aber ich sah nur ewige Schwärze. Eine sanfte Stimme, die voller Verzweiflung zu sein schien, stammelte: "Ich-Ich glaube sie ist blind!" Blind?! Was war das denn für ein Wort? Was sollte das bedeuten? War dieses Wort der Grund für die ewige Schwärze, die ich sah, wenn meine Augen offen waren? Oder war das bei allen Wesen dieser Welt so? Ich stieß einen lauten Schrei aus, als mich jemand auf den Arm nahm. "Wir werden es nicht immer einfach mit dir haben, aber du bist usere Tochter...", flüsterte die selbe, verzweifelte Frauenstimme. Ich tat nichts und versuchte, etwas zu erkennen - trotz der Schwärze -, doch es klappte nicht. Und in dem Moment war mir nicht bewusst, wie schnell ich dieses Leben wieder verlieren würde...

Die Jahre vergingen ganz normal, wenn man meine Blindheit mal vergisst! Als ich 6 Jahre alt war, kam ich auf eine öffentliche Schule. Mein älterer - damals 10jähriger - Bruder Rian war auch dort. In den Pausen hängte ich mich an ihn, um nicht allein zu sein, denn meine Mitschüler dissten mich, wo sie nur konnten. Ich weinte jede Nacht und Rian war immer bei mir und tröstete mich. Manchmal stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn ich meinen älteren Bruder nicht hätte. Wenn mir Gedanken zu diesem Thema kamen, musste ich oft weinen. So ging es 1 Jahr lang, bis ich schließlich 8 war. Eines Morgens rannte meine Mutter in mein Zimmer und weckte mich. "Fila ich muss dir etwas vorlesen!", meinte sie und begann mit leiser Stimme:

Ich habe mich entschlossen zu gehen, denn ich halte das alles nicht mehr aus! Bitte gib dir nicht die Schuld daran, Fila. Es ist meine Schuld, denn ich kann nicht mehr! Mein Leben wird sich komplett verändern, aber ich bin bereit! Ich bin schließlich 11 Jahre alt und schon fast erwachsen. Bitte sucht nicht nach mir! Ihr werdet mich niemals wieder sehen. Doch tief in meinem Herzen wird immer Platz für euch sein! Und Fila...: Bitte weine nicht! Sei nicht traurig, denn ich bin immer bei dir! Ich wünsche dir von Herzen alles, alles Gute.
~ Rian

Ich lag steif wie ein Stock auf meinem Bett. "Das ist ein Witz, oder?", fragte ich meine Mutter immer wieder. Dann strich die mir durchs Haar und sagte - so sanft sie konnte - "Nein!" Ich konnte nicht weinen. Ich war einfach nur entsetzt. "Mama? Wann kommt Rian wieder?", fragte ich und machte mir große Hoffnungen. "Fila!", antwortete sie. "Er kommt nicht zurück! Nie mehr!" Und mit dem Abschied von Rian wurde mein Herz schwarz vor Trauer.
Wenn das nur alles gewesen wäre!
Plötzlich begann ich zu sehen, aber gewiss nicht das, was normale Menschen sehen können. Nein! Ich konnte, wenn ich durch die Straßen der Stadt ging, eine Stadt aus Nebel und Feuer sehen, die voll mit leidenden, innerlich aufgelösten, Menschen war. Eines Abends stand ich auf einem kleinen Berg am Rand der Stadt und war unendlich wütend auf meinen Bruder. Warum?,kreischte ich in den Wind und war mir sicher, Rian würde es hören. Warum bist du nicht hier? Wegen dir sehe ich eine grausame Welt vor mir! Du bist schuld! Mein Herz ist kaputt und meine Seele ist schwarz wie die nacht! Weißt du wie es ist, wenn man durch Worte verletzt wird? Vielleicht. Weißt du was jetzt in mir vor sich geht? Bestimmt nicht. Warum bist du nicht hier? Warum kannst du nicht bei mir sein? Du hast es mir versprochen! Du hast mir versprochen, mich nie allein zu lassen! Und was passiert? Du brichst dein Versprechen! Ich bin ja nur deine dumme, kleine Schwester, die nichts sehen kann! Mit Tränen in den Augen, ging ich zum Haus zurück, legte mich in mein Bett und wurde von schlechten Träumen gequält.
Ein Jahr später durfte ich nicht mehr auf die Straße, denn die ganze Stadt hielt mich für psychisch labil und verrückt. "Ich bin nicht verrückt!", schrie ich, wenn mich jemand dumm anschaute. "Ich sehe wirklich Nebelmenschen!" Niemand glaubte mir. Als ich 9 Jahre alt war und ein Jahr nur in meinem Zimmer verbracht hatte, brachten mich meine Eltern in eine Nervenklinik, doch niemand konnte mir helfen. Und auf einmal hatte meine Mutter eine Idee: "Warum können wir Fila nicht einfach operieren lassen? Dann sieht sie die normale Welt und es ist kein Platz mehr für Nebelgeister!" Die OP kann man leider erst durchführen, wenn die betroffene Person 10 Jahre alt ist, deshalb mussten wir noch ein Jahr warten. Bis dahin musste ich in der Nervenklinik bleiben, weil ich immer "labiler" wurde, denn ich begann, mich mit den Nebelgeistern zu unterhalten. Sie waren alle total nett. Doch an meinem 10. Geburtstag, fuhren meine Eltern mit mir in eine Klinik. Die Nebelgeister - mit denen ich mich inzwischen angefreundet hatte - schrieben mir eine Karte, auf der stand:

Liebe Fila,
wir werden dich vermissen!
Du bist eine tolle Freundin,
denn du hast unsere Welt bereichert.
Wir werden dich vermissen,
doch eines Tages sehen wir uns wieder!
Bis dahin:
Viel Glück auf deinem Weg!

Mir kamen die Tränen, als ich im OP - Saal auf einer Liege lag. Dann begann ich zu träumen. Als ich aufwachte, konnte ich tatsächlich sehen. Doch die Welt sah seltsam aus. Alles war vertraut und doch so anders. Unter den furchtbaren Qualen zwischen Träumen und Realität, rannte ich aus der Klinik. Dann ertönte ein furchtbarer Knall und die Qualen wurden schlimmer. Doch ich wehrte mich nicht, denn in dem Moment war alles vorbei und meine Sorgen verschwanden. Ich war endlich glücklich. Wunschlos. Für immer.

Mein Steckbrief
Name Filanissa
Spitzname Fila
Alter •11
Geschlecht Weiblich
Haarfarbe Blond
Augenfarbe Türkis
Größe Sehr klein für mein Alter. 1,54m
Kleidung Ein langes, weißes Kleid
Charakter verschlossen, geheimnissvoll, oft zickig, schüchtern, verträumt

Was ich mag
~ Einsamkeit
~ Dunkelheit
~ Die Farbe Weiß
~ Übersinnliches

Was ich nicht mag
~ Genervt werden
~ Die Farbe Rosa
~ Freude
~ Mich

So sehe ich aus
~ Blondes, langes Haar {meistens zu einem Zopf zusammengebunden oder selten mit Haarreifen}
~ Türkise, leere Augen
~ Im Wind flatterndes, weißes Kleid oder langes, blutrotes Kleid mit Rüschen
~ Schuhlos :3
~ Schwarz lackierte Finger- und Fußnägel
~ Blonde Xweetok - Ohren
~ Katzenschweif in der Farbe der Ohren
~ Weiße oder Rote {je nach Kleidfarbe passend zum Kleid^^} Handschuhe
~ Eine Narbe am linken Auge
~ Graue Verbände an den Gliedmaßen
~ Traurig {es sei denn ihr malt sie zusammen mit Rian x3}
~ Je nachdem in welchem Alter ihr sie malt {7-11} wirkt sie kindlich {mit 7 am kindlichsten, mit 11 sieht sie aus wie ein Teenager^^} und immer lebloser {mit 7 ist sie noch halbwegs glücklich, mit 11 ist sie nicht mehr am Leben}

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Ende




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