Über mich
Ich beobachte Pearl (bei mir heißt sie Sandra- nein, nicht Frauchen. Sie nennt mich ja auch nicht Hundchen, gell) tagtäglich dabei, wie sie an ihrem Laptop klebt und habe deshalb beschlossen herauszufinden, was an dem Ding so toll ist. Natürlich ohne daß sie es merkt, Dobermänner sind nämlich sehr subtil, müßt ihr wissen.
Ich habe also festgestellt, daß sie im Computer noch viele andere Tiere hat. Und ich dachte immer, ich sei der Einzige für sie! Und ich habe auch festgestellt, daß ihre anderen Tiere eigene Homepages haben. Ich muß wohl nicht betonen, daß ich das sehr, sehr ungerecht finde. Ich finde, ICH sollte die tollste Homepage von allen haben, denn hey, seien wir mal ehrlich- ich bin ein Hund. Ich bin echt. Ich ATME!
Und weil Sandra/Pearl/Nicht-Frauchen offensichtlich nicht daran denkt, in dieser Hinsicht was zu tun und mir die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ich ohne Zweifel verdiene, werde ich das hiermit selbst in die Pfote nehmen. Ich bin nämlich ein echt interessanter Typ!
Ich mag..
Lange Spaziergänge
Krähen jagen
Schwimmen im See
Getrockneten Blättermagen
Geschmust werden
Bälle fangen
Kauspielzeug
Cabrio fahren
In der Sonne liegen
Ich mag nicht..
Gebürstet werden
Ohren putzen
Zecken rausmachen
Katzen
Andere Rüden
Wodka
Salat und rohe Karotten
Bei Fuß gehen
Gießkannen
Damit ihr ein Bild davon bekommt, mit wem ihr es zu tun habt, werde ich mich erstmal vorstellen.
Mein voller Name lautet Attila der Hundekönig, ich bin ein schwarz-roter Dobermannrüde mit einem stattlichen Stockmaß von 72 cm und einem athletischen Kampfgewicht von 36 kg. Ich bin, dem Himmel sei Dank, nicht kupiert. Hunden die Ruten abzuschneiden, das ist, als würden wir euch den Mund zunähen. Und Ohren abschneiden, das ist auch nicht grade so, als würde man zum Friseur gehen.
Geboren wurde ich im Januar 2006, den genauen Tag hab ich vergessen. Wir feiern am 22. Januar, weil die 22 Sandra's Glückszahl ist und sie und ihr Mann mich am 22. November 2006 zum ersten Mal gesehen haben. Das war im Tierheim. Ja, ich war im Tierheim. Und ich rede hier von einem echten Tierheim, nicht von diesem virtuellen Pound-Dings, wie ihr das hier kennt.
Meine ehemaligen Besitzer haben es tatsächlich fertiggebracht, mich und meine Freundin abzugeben. Da war ich grade erst neun Monate alt. Und jemand, der mich mal besucht hat, wollte mich nicht haben, weil er fand, daß ich komisch aussehe, mit meiner langen Rute und meinen Schlappohren. Da wußte ich, daß es auch unter Menschen Profilneurotiker gibt.
Zwei Monate später, an besagtem 22. November, wurde ich von meiner Pflegerin in die Futterküche gerufen. In die Futterküche geht man gern, weil dort immer mal was zu Naschen abfällt. Ich konnte ja nicht ahnen, daß mich stattdessen drei fremde Menschen erwarten. Zwei davon waren Sandra und Kai, und den dritten hab ich nie kennengelernt. Der wollte mich auch abholen. Durfte er aber nicht. Sandra hat sich nämlich auf den ersten Blick in mich verliebt (natürlich hat sie das, ich könnte mir auch nicht widerstehen!) und hat sofort eine Email ins Tierheim geschickt, als sie mich im Internet gesehen hat, obwohl es ein Sonntag war. Und der andere Mensch hat erst montags angerufen. So schnell kann's gehen.
Auch diese Kleinigkeit ist ein Teil des Schicksals, was mich in mein neues Zuhause verschlagen hat. Eigentlich wollten die beiden ja im Frühling zum Züchter und dort einen Welpen holen. Und vorher mußten sie umziehen, weil der alte Vermieter nämlich Angst hat vor Dobermännern (weil wir so bissig und gefährlich sind) und Sandra hatte schon angefangen, auszumisten und Kartons zu packen.
Und weil sie soviel Zeugs hatte, das zum Wegwerfen zu schade war, ist sie auf die Internetseite meines Tierheims gegangen, um nach der Adresse zu schauen und den ganzen Kram für den Speicherflohmarkt zu spenden. Und dann hat sie mich gesehen und direkt die Email geschrieben.
Keine zwei Wochen später haben die beiden mich abgeholt und, nachdem ich mich eine halbe Stunde lang geweigert hatte, ins Auto zu steigen, in mein vorerst neues Zuhause gekarrt. Vorerst deshalb, weil ich sogar noch in die alte Wohnung durfte. Die beiden haben gebittet und gebettelt und dem doofen alten Vermietermann Honig ums Maul geschmiert. Bis nach dem Umzug hätte das Tierheim mich nämlich nicht aufgehoben und ich hätte mit dem anderen fremden Mann mitgehen müssen.
An diesem kalten Novembertag wurde ich also zum Wohnungshund. In meinem alten Zuhause hab ich nur auf dem Hof gelebt. Und weil es in der Wohnung so schön warm ist, hab ich mich auch sofort gut benommen. Und ich hab nur reingepinkelt, wenn ich alleine war. Und nur ganz selten. Ich bin nunmal ein Rüde, und es war sehr wichtig, meine neu eroberte Wohnung zu markieren, damit nicht irgendein anderer Hund kommt und sie mir wieder wegnimmt. Ich hab aber schnell begriffen, daß meine Menschen auf die Wohnung aufpassen und ich hab auch begriffen, daß meine Menschen in der Regel das Bett nicht alle zwei Tage frisch beziehen.
In der neuen Wohnung haben wir anfangs im Chaos gelebt, aber was ein echter Hund ist, stört sich daran nicht. Und mittlerweile ist es hier recht ordentlich und man kann es gut aushalten. Ich bekomme reichlich Leckerlis zugesteckt, hab eine schöne Spielzeugkiste und krieg, wann immer ich es will, den Hintern gekrault. Ich führe alles andere als ein Hundeleben. Aber ich bin ja auch nicht irgendein Hund, sondern der Hundekönig.
Könige müssen sich bilden, deshalb gehe ich in die Hundeschule. Dort machen sie allerlei Schnickschnack mit mir, denn ich soll irgendwann zur Begleithundeprüfung. Ich sag euch, das ist nicht so einfach! Der Rasen duftet an manchen Stellen nach schönen Hündinnen, an anderen Stellen stinkt er nach fiesen Rüden. Und ich hab noch nie vorher so viele andere Hunde gesehen. Und dann soll ich da konzentriert arbeiten, das ist nicht nett.
Aber meine Menschen sagen, das muß sein. Schließlich kann man mich nicht einfach auf den Arm nehmen, wenn ich beim Spazierengehen andere Hunde angauze. Dabei halte ich es für mein gutes Recht, andere Hunde anzugauzen. Was gucken die auch immer alle so blöd!
Ich lerne lieber Kunststücke, als doof bei Fuß zu laufen. Ich kann echt viele! Die meisten davon sind unnütz, aber Menschen haben ihre Freude dran, wenn ich Männchen mache oder mich rumrolle, also gönn ich ihnen den Spaß. Könige müssen auch gütig sein.
Und die Hundeschule hat auch ihr Gutes. Ich hab dort ein tolles Mädel kennengelernt, Cashi, eine Ridgebackhündin. Die sind fast so schön Doberfrauen, und das will was heißen!
Im übrigen ist das eine gute und wahrscheinlich meine einzige Möglichkeit, mal mit dem ein oder anderen Vorurteil aufzuräumen. Dobermänner sind NICHT gefährlich oder bissig oder falsch oder was auch immer die allwissenden Leute, die nie einen Dobermann gehalten haben, über uns rumerzählen. Wir sind zu groß geratene Schoßhunde (und das mein ich wortwörtlich, würde ich nicht ab und zu auf Sandra's Schoß sitzen, wüßte ich bis heute nicht, was sie hier im Internet so treibt!) und echte Schmusebacken, und manche Exemplare, zu denen ich natürlich NICHT gehöre, sind regelrechte Weicheier. Ich hab Sandra schon sagen hören, ich sei ein "Mädchen", aber pfff.. die hat ja keine Ahnung. Ich tu ja nur so, damit sie mir den Hintern krault.
Wir sind wohl sehr sensibel und vergessen nichts, weder gutes noch schlechtes. Nicht allen meiner Rassegenossen wird das Glück zuteil, in jungen Jahren in die richtigen Hände zu geraten. Viele von uns fristen jahrelang ihr Dasein in in- und ausländischen Tierheimen oder dreckigen Hinterhöfen, in Ketten oder Zwingern. Und nicht mal ihr Menschen mit eurem rationalen Denken werdet es diesen armen Kreaturen verübeln können, daß sie verlernen, sich Menschen gegenüber respektvoll zu benehmen.
Aber wenn ihr unser Herz erobert, geben wir unser Leben für eures. Wir sind keine Kampfhunde, sondern Schutzhunde, und wir können nichts dafür, daß wir in einschlägigen Filmen und in Serien wie Magnum und sogar den Simpsons als blutrünstige Bestien mit Stachelhalsbändern dargestellt werden!
So, das mußte jetzt auch mal gesagt werden. Sollte über diese kleine, aber überaus wichtige Information hinaus Interesse bestehen an einem kleinen Rasseportrait, dann laßt es mich wissen. Sandra soll das dann machen. Die kann euch erzählen, wie die Begründer meiner Rasse hießen. Mich selber juckt das nicht, ich brauch meinen Stammbaum nicht auf Papier, um zu wissen, daß ein König nicht von schlechten Eltern sein kann.
Mein Tagebuch
03.11.2007:
Ein schlimmer, schlimmer Tag. Wart ihr schon mal im Wald? Bestimmt. Und habt ihr auch mal Rehe gerochen? Oder gesehen? Oder beides?? Ich kann euch sagen, Rehe, das sind schon lecker Viecher. Hübsch, und sehr wohlriechend. Da vergißt man schon mal seine gute Erziehung (ich halte es für möglich, daß wir Hunde eine Art Rehe-Schalter haben, der sich umlegt, wenn wir eins riechen) und sprintet los, und wenn man wieder zur Besinnung kommt, hat man keine Ahnung, wo man ist.
So geschehen diesen Samstag. Als das Reh über alle Berge und ich wieder klar im Kopf war, hatte ich mich hoffnungslos verirrt und landete direkt an einer vielbefahrenen Straße. Zum Glück haben irgendwann Leute angehalten und aufgepaßt, daß die Autos mich nicht über den Haufen fahren. Sie wollten mich fangen, aber hey, fangen, einfach so, das geht ja gar nicht. Sogar die Polizei haben sie angerufen und die haben für mich die Straße abgesperrt. Von Kai oder Sandra weit und breit keine Spur, dabei hab ich in fremder Umgebung eigentlich schon ganz gern meine Menschen in der Nähe.
Dann kam noch eine fremde Frau und alle haben mir Leckerlis gegeben. Leckerlis nehm ich natürlich gern (ich hatte ja auch noch gar nicht gefrühstückt!) und mir wurde ganz komisch. Aber fangen laß ich mich natürlich trotzdem nicht, bloß weil ich ein bißchen weiche Knie habe. Und die Leckerlis waren auch wirklich gut, ich versteh gar nicht, wieso ich plötzlich umgefallen bin. Plötzlich hatten sie mich eingeschnürt und festgezurrt und mich in einen Käfig gesperrt und den Rest weiß ich nicht mehr. Irgendwann hab ich meine Menschen gehört, wurde entschnürt und in mein Auto gehoben und dann war ich zuhause.
Mir ging's sehr schlecht, ich konnte weder laufen noch trinken, und am nächsten Tag war ich immer noch so schwach, daß ich kein Gassi gehen konnte und in die Wohnung machen mußte. Das war mir sehr, sehr unangenehm, aber Sandra war nicht böse und sie hat auch die ganze Zeit auf mich aufgepaßt und sich große Sorgen gemacht.
Erst zwei Tage später ging's mir wieder besser, und ich kann euch eins sagen: ich hasse Rehe! Rehe sind böse. Lauft niemals einem Reh hinterher!
18.01.2008:
Herrje.. ich konnte in letzter Zeit nix schreiben, weil es mir nicht besonders gut ging. Nachdem ich wochenlang immer wieder Schmerzen hatte und immer mal wieder mal mehr, mal weniger lahmen mußte, haben Sandra und Kai mich zum Tierarzt geschleift, um mich röntgen zu lassen. Zum Tierarzt geht natürlich keiner unbedingt gerne. Okay, man bekommt dort Leckerlis, aber dafür muß man sich auch überall angrapschen und oft auch pieksen lassen, und das kann ich ja gar nicht haben. Aber was sein muß, muß sein, und ich hab ja selbst gemerkt, daß was nicht stimmt.
Nach dem obligatorischen Gegrapsche und einem fiesen Pieks haben rosa Elefanten getanzt, und während diese Elefanten plötzlich zu einem pimpfigen Jack Russell wurden, der meine Beeinträchtigung schamlos ausnutze, um mit meiner Rute zu spielen, hörte ich Sandra mit dem Arzt reden.
Tja, wie die Dinge stehen, wurde links eine mittlere HD diagnostiziert. HD bedeutet Hüftdysplasie, und für mich bedeutet das erstmal, nur noch leichte Bewegung und kein dolles Spielen mehr. Der Arzt sagt, daß die momentane Entzündung vielleicht nur ein akuter und noch kein chronischer Zustand ist. Das würde zwar nichts am Zustand des Gelenks ändern, wäre aber zumindest sowas wie Glück im Unglück.
Jetzt muß ich eklige Tabletten schlucken, von denen es mir kreuzübel wird. Mittlerweile darf ich nur noch die halbe Dosis nehmen, damit überhaupt das Futter drinbleibt. Und das sollte es, ich neige nämlich zu Untergewicht, und Könige müssen wohlgenährt sein. Ein König kann ja schlecht klapperdürr durch sein Reich wandeln, was sollen denn die Leute denken?
07.03.2008:
Ich hoffe, ihr verzeiht mir, daß ich mich nur so selten hier melde. In den letzten Wochen ging es mir sehr, sehr schlecht. Ich konnte kaum noch laufen und hatte schlimme Schmerzen. Zum Glück hat der Arzt rechtzeitig die Muskelverhärtung an der Halswirbelsäule entdeckt. Da muß ich mich wohl gezerrt haben.. ich mußte also
schon wieder Tabletten nehmen, Tetrazepam zur Muskelentspannung. Hihi, das war lustig, mir wurde immer ganz düsig. Sandra sagte immer, Attila fährt im Moment auf der Standspur.
Jedenfalls geht es mir endlich wieder besser, und auch die HD wird nur noch pflanzlich behandelt. Außerdem hab ich heut morgen ein hammerleckeres Frühstück bekommen. Rohes Schlundfleisch! Und ich glaube fast, das bleibt so. Sandra sagt, Hunde sind keine Vegetarier und im Fertigfutter sei nur Getreide und Dreck. Weder das eine noch das andere ist gesund, schon gar nicht für kranke Hunde wie mich. und gestern kam ein grooooßes Paket, und aus dem Paket kamen massenweise Fleisch und Knochen. Das hat vielleicht geduftet, einfach himmlisch. Und anscheinend ist das alles meins!
21.03.2008:
Es geht mir gut, gut, guuuut! Juhuuu!! Ich hab keine Schmerzen mehr, ich kann wieder galoppieren und rumspringen und dabei nehm ich nicht mal mehr Medikamente. Sandra sagt, das kommt von der "gesunden Ernährung". Meine gesunde Ernährung besteht nur mehr aus rohem Fleisch, rohen Knochen und bißl Obst und Gemüse. In mein Futter bekomm ich allerlei Zusatz-Schnickschnack für meine Hüfte, und leckeres Öl und so. Meine Menschen nennen das BARF. Das bedeutet "Bones And Raw Food", oder, für die Deutschen "Biologisch Artgerechtes Rohes Futter".
Wie das heißt und was es bedeutet ist mir persönlich wurscht. Es schmeckt hundehimmelmäßig! Am allerallerliebsten mag ich Pansen. Oder nein, am allerallerallerliebsten mag ich meine Rinderknochen! Boah, die sind manchmal ganz schön groß! Und ein ganzes Hähnchen, so am Stück, ui, das ist auch was feines. Und heute gab es Fisch, Fisch find ich auch toll. Das Leben ist schööön!
29.03.2008:
Obwohl heute Samstag und nicht Sonntag ist, waren wir auf dem Hundeplatz. Sandra sagte, wir gehen zu den Grauen Pfoten. Graue Pfoten? Nanü? Seh ich vielleicht aus wie ein Rentner oder was?! Nee nee, sagte Sandra, das ist auch für kranke Hunde. Hm. Naja, besonders gebrechlich bin ich nun nicht grad, aber für königliche Bespaßung bin ich ja immer zu haben, zumal ja kein Mensch mehr für mich Stöcke oder Bälle wirft, damit ich mir beim Stoppen nicht die Hüfte massakriere.
Graue Pfoten also. Ich kann euch sagen, den Menschen fallen schon merkwürdige Dinge ein, wenn sie meinen, uns Hunde beschäftigen zu müssen. Da gab es kleine Hürden, Tunnel, Wippen, Trampoline, Mikados und kleine Hütchen, unter denen Wurst versteckt war (ich = Supernase = keine Chance für die versteckte Wurst!) In den Tunnel wollt ich nicht, der war gruselig, viel zu klein für mich. Den Rest hab ich brav mitgemacht. Ihr wißt ja, wegen der königlichen Güte und so.
Wir haben dort auch Evelyn und Don getroffen. Sandra kennt Evelyn aus dem Forum, in dem sie neuerdings immer rumgammelt. Ein Forum für Leute, die ihren Hunden rohes Zeugs füttern. Ja wirklich, sowas gibt's! Die Menschen müssen ja bekanntlich aus allem einen Hype machen im Internet. Sie nennen das "Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten" oder so. Es muß anstrengend sein, ein Mensch zu sein. Don hat übrigens auch eine Homepage: don-der-hund .de
26.04.2008:
Heute waren wir schon wieder außerplanmäßig auf dem Hundeplatz. Wir haben uns mit Evelyn und anderen Gleichgesinnten aus Sandra's Gleichgesinnten-Forum getroffen. Die hatten auch alle ihre Hunde dabei und wir waren spazieren. Das war doof. Ich mußte an der Leine bleiben, weil drei Rüden dabei waren. Donnie und ich sind gaaanz weit hinten gelaufen. Und weil ich so aufgeregt und genervt war, konnte ich gar nicht ordentlich gehen, sondern hab Sandra dauernd rumgezogen. Meiner Hüfte hat das gar nicht gutgetan.
Zum Glück konnte ich mich anschließend ausruhen, als wir wieder am Hundeplatz waren. Wir saßen im Biergarten und die Menschen haben gegessen und getrunken und geredet und ich hab den kleinen Hunden zugeguckt. Es war nämlich grade Welpenspielgruppe und der ganze Platz war voller Hundebabys, gaaaanz viele. Hundebabys find ich ja schon toll, die mag ich. Eine kleine Doberfrau war auch dabei, och war die süß! Die hätte ich sofort adoptiert, aber ihr Mensch wollte sie nicht hergeben. Pfff.
20.05.2008:
Also, heut war ich ja wohl nur noch toll. Wie das mit mir und Rehen so ist, naja, das wißt ihr ja *hüstl* Ich hab heut wieder so eins gesehen. Das stand praktisch direkt neben uns, versteckt im Weizenfeld. Sandra hat´s nicht gesehen und gerochen natürlich auch nicht (die Menschen haben ja wirklich ganz erbärmliche Nasen), ich aber schon und bin flugs mal hingefetzt.. der Rehe-Schalter halt. Da hat´s Sandra dann auch gesehen, das konnte nämlich ganz schön hoch springen, dieses Reh. Und dann hat sie gepfiffen und mein Rehe-Schalter hat sich sofort wieder zurückgelegt und ich bin ganz schnell zu ihr zurück. Na, ist das super oder was?? Das gab ne große Party und eine Riesenportion getrockneten Pansen extra. Sandra war ganz schön glücklich und hat sich mordmäßig was eingebildet. Sie muß ja nicht wissen, daß ich nur in einem Anflug königlicher Güte die Gnade hatte, sie dem Reh vorzuziehen, also verratet nix!
27.05.2008:
Heute hat uns jemand besucht. Sie hieß Claudia und sie macht das, was die Menschen "Hunde-Physiotherapie" nennen. Sandra ist offensichtlich der Meinung, ich bräuchte das. Naja, brauchen wohl schon, wollen eher nicht. Man muß sich dazu anfassen lassen. Ich mag nicht von Fremden angefasst werden! Deshalb hat Claudia Sandra alles erklärt, und die macht das jetzt selbst, jeden Tag. Das ist immer erst blöd, dann schön.
Claudia bringt auch immer ganz viel Zeugs mit zum Spielen und Üben. Unser Balkon mutiert langsam zum Mobility-Parcours, und ich muß seit neuestem rückwärts laufen. Naja, nicht immer, aber halt immer wieder mal ein paar Schritte. Meine linke Hinterbacke ist vier Zentimeter dünner als die rechte Hinterbacke, weil ich ja ganz schlau das wehe Hüftgelenk auf der linken Seite schone. Jetzt muß ich das wieder lernen *gääähn*
01.06.2008:
Ich hab jetzt einen Hundebruder. Naja, keinen richtigen, sondern einen Patenbruder. Er heißt Elliot und wohnt in Hannover bei einer Pflegefamilie. Sandra kennt ihn vom Dobermannschutz-Verein. Elliot ist Ungar und behindert, er hat verformte Vorderbeine. Er ist aber sehr hübsch und hat ein ganz nettes Gesicht! Ich hab ein Foto von ihm gesehen, seine Patenschaftsurkunde hängt nämlich hübsch eingerahmt in der Küche über meinem Fressplatz.
Sandra sagt, Elliot braucht dringend noch mehr Paten. Wenn du Elliot´s Pate werden möchtest, solltest du mal vorbeischauen auf dobermannschutz. de, dort erfährst du alles über Patenschaften. Patenhunde haben sehr viele Vorteile. Du mußt nicht mit ihnen Gassi gehen. Sie haaren nicht in deine Wohnung. Du hörst sie nie bellen. Du kannst immer in den Urlaub fahren. Und und und.
15.07.2008:
Gruselgruselgrusel! Heut morgen um neun stand Claudia, mein Physio-Mensch in der Tür. Ich hab natürlich sofort gemerkt, daß da was im Busch ist. Eigentlich halte ich um neun noch mein königliches Verdauungsnickerchen, und wenn Sandra einen meiner Termine in die Nickerchenzeit legt, dann muß es ja was mordsmäßig Wichtiges sein.
Tja, hätte ich gewußt, daß meine Menschen planen, mich von mutierten Regenwürmern auffressen zu lassen, hätt ich mich morgens beim Gassi hinter den Hasen versteckt und wär draußen auf dem Feld geblieben.
Ich wurde also auf dem Balkon auf einem großen Handtuch platziert, und während Sandra den üblichen Müll verzapft hat von wegen, alles ist ganz toll und fein und ui und so (könnt ihr Menschen vielleicht auch mal normal mit uns reden, wenigstens dann, wenn wir erwachsen sind??) hat Claudia mir den ersten Mutantenregenwurm auf den Rücken gesetzt. Auf die Wirbelsäule, da, wo´s immer wehtut. Den anderen hat sie auf die Hüfte gesetzt, auch da, wo´s immer wehtut. Tja, leider hab ich den Wurm auf der Hüfte leicht gequetscht, als ich mich draufsetzte, er ließ sich fallen und der Appetit war ihm wohl vergangen. Punkt für mich!
Die Menschen hatte aber noch einen dritten Fritz (ja, die heißen alle Fritz, und die wohnen schon seit einer Woche bei uns, und keiner hat mich um Erlaubnis gefragt!), den mußte ich dann doch ertragen.
Nach einer Stunde waren die Fritze dann satt und sahen aus wie dicke fette Nacktschnecken und ich mußte auf meinem Handtuch bleiben, damit ich nicht den blöden Teppichboden vollblute. Das ist nämlich normal, daß man blutet, wenn man von Mutantenregenwürmern gefressen wurde. Sogar an der Heizung angebunden haben sie mich! Und es blutet IMMER noch, aber nur noch ein kleines bißchen. Ich hab eh viel weniger geblutet als andere Hunde, aber ich bin halt auch nicht irgendein Hund. Ich sag euch, man muß sich ganz schön was gefallen lassen, wenn man bei Menschen wohnt.

Das sind Fritz 1, Fritz 2 und Fritz 3 VORHER.

Das ist Fritz2, NACHDEM er mich aufgefressen hat!
Und was macht Sandra? Bastelt den beiden aus Leckerli-Eimern kleine Aquarien, mit Sand und Seestern und Steinen und so, und tut so, als seien das Haustiere!
03.08.2008:
Ja, wie jetzt.. am Donnerstag Abend bekam ich Besuch von einem niedlichen Mädel (Sandra organisiert ja meine Audienzen für mich). Heute ist Sonntag, und die ist immer noch da! Sie schläft hier, frißt hier, und sie geht mit uns Gassi. Sie legt sich auf meine Kissen, sie zieht mir an den Ohren. Ich liebe sie! Sandra sagt, Pepsi macht bei uns Urlaub, zwei Wochen lang! Gut, die beiden letzten Tage waren echt anstrengend, ich kam ja so gar nicht zu meinem Schönheitsschlaf, aber jetzt hat Pepsi sich besser eingewöhnt und ist brav und schläft. Immer an Sandra's Seite. Wenn Sandra aufsteht und sich woanders hinsetzt, steht Pepsi auch auf und legt sich wieder zu ihr. Wie kann man sich denn bitte so anbiedern, pfff, lächerlich.
Aber es macht Spaß, nicht der einzige Hund zu sein, solange ich auch mal für mich sein kann. Und Sandra findet das alles obertoll und plant wahrscheinlich heimlich eine Art Hundeinvasion und bald werden wir dann zu zehnt hier leben müssen oder so.