Tja...
Da hab ich wohl etwas zu viel gesagt. Umbau ade.
War zwar eigentlich schon lange fast fertig, aber ich hab keine wirkliche Lust mehr, eine Verbindung zu führen (wie ja auch erkennbar war an der langen "Umbau"-Zeit) ^^°
Inzwischen hab ich mich jetzt an eine schöne Geschichte gesetzt, in der Clerasil und seine Schwester Sephirealen (auch 'Seph' oder 'Sephi') die Hauptrolle spielen.
Die Geschichte spielt in einer anderen Welt, auf einem Kontinent mit Namen "Fortub".
Fortub ist ein Kontinent, dessen Form an einen Fisch erinnern lässt. Südlich von Fortub befindet sich das "Tiefe Meer", westlich das "Weite Meer", südlich und nördlich das "Endlose Meer". Ein weiteres Meer wird von den Landmassen des Kontinents fast ganz eingeschlossen, das "Blaue Meer".
Im Süden und Südwesten liegt außerdem zwar schon entdecktes, aber noch unerforschtes Wüstenland.
Tortub ist in 5 Länder aufgeteilt: Makanda mit Hauptstadt Kaqet, Arsem mit Hauptstadt Vebra, Ora mit Hauptstadt Tio, Iniust mit Hauptstadt Lerk und Trastas mit Hauptstadt Aequelis.
In einem Krieg bekämpften sich König Ferr, König von Iniust, und König Miras, König von Trastas. Den Krieg gewann Ferr, als Miras in einer stürmischen Nacht im Schlaf von einem jungen Inier ermordet wurde.
Clerasil und Seph und einige andere Traster gehören einer Rebellengruppe an, die sich nun, nach 17 Jahren, gegen den Tyrannen Ferr erheben, der sie seit ihrer Niederlage unterdrückt.
13.08.09 - Der Prologwurde veröffentlicht und auch das erste Kapitel ist *eigentlich* fertig. Bevor das hier mit rauf kommt, wird's allerdings noch ein paar Mal nach Fehlern durchsucht. ^^ Das Layout wird beizeiten auch noch geändert.

Als kleiner Vorgeschmack jedenfalls schon einmal eine Karte Fortubs mit den 5 Ländern und ihren Hauptstädten.


Mit starken Schlägen meiner Schwingen fegte ich über den hellen Sand der Wüste.
Das Land unter mir verwandelte sich in rasender Schnelle. Je weiter ich nach Norden kam, desto grüner wurde die Landschaft.
Einem Knistern in der Luft folgte ein Blitz, der direkt unter mir in einem Baum einschlug, begleitet von schlagartig einsetzendem Regen und einem ohrenbetäubenden Donnern, dass noch viele Meilen weit zu hören war.
Dann erhoben sich die Roten Berge unter mir, eine riesige Gebirgslandschaft, die die nördliche Grenze Arsems beschrieb und noch weit nach Iniust hineinragte. Spielerisch jagte ich um die Gipfel, während unter mir aus stillen Gebirgsbächen reißende Ströme wurden und Fels und Gestein hinfort spülten.
Schließlich drehte ich ab Richtung Osten. Die Berge wurden flacher und verschwanden ganz. Wieder streifte ich über eine flache Ebene. Vereinzelt waren kleine Siedlungen zu sehen.
Ich überquerte die Grenze von Iniust nach Trastas, dort, wo sich das Blaue Meer und das Tiefe Meer am nächsten kamen. Und wieder veränderte sich das Bild. Die Siedlungen wurden zahlreicher, jedoch auch kleiner, waren jedoch umgeben von endlosen Feldern.
Ich stieg höher in den Himmel, bis meine Schwingen die dichten schwarzen Wolken berührten. Entschlossen durchbrach ich sie und fand mich über ihnen wieder umgeben von einem magischen Blau.
Doch auch in diesem Blau zuckten die Blitze. Dort waren langläufige rötliche Blitze, die nicht Richtung Erde sondern weiter nach oben schossen, und auch blaue kegelförmige Lichterscheinungen begleiteten meinen Flug. Nach einer Weilestoß ich jedoch wieder hinab , raste auf einen Wald zu und bremste nur wenig, als ich durch die Bäume fuhr. Die hochgewachsenen Bäume neigten sich unter der Druckwelle, die ich verursachte, Äste brachen und flogen davon.
Ich setzte meine Füße auf den Boden und blieb stehen. In meiner Nähe lag ein junger Vogel mit gebrochenen Flügeln. Unter jedem meiner Schritte spross neues, frisches Grün, während ich auf den Vogel zuging.
Vorsichtig nahm ich ihn in meine Hände. Er blieb ruhig und schaute mich an, bereit, sich seinem Schicksal zu ergeben, dem Tod.
Ich sandte meine Macht aus und strich über seine Flügel. Die Knochen fügten sich zusammen und heilten. Gleichzeitig veränderte der Vogel sein Aussehen. Er wuchs und veränderte seine Farbe. Nach der abgeschlossenen Verwandlung war der ehemals unscheinbare, schwarz-braune Vogel nicht mehr wieder zu erkennen. Auf meiner geballten Faust hielt sich ein großer Vogel mit goldenem geschwungenen Schnabel und einem langen Schweif mithilfe seiner imposanten Krallen fest und schaute mich verdutzt an, während er in allen Farben schillerte und die Umgebung in ein unheimliches Licht tauchte.
Sein Weg war hier noch nicht zuende, er nahm gerade erst seinen Anfang.
Lächelnd setzte ich ihn auf einen von Moos überwucherten, frisch entwurzelten Baum. Dann ließ ich mich auf alle Viere fallen und trabte im Zickzack durch das Dickicht bis ich eine Lichtung erreichte.
Dort bot sich mir ein allzu vertrauter Anblick: Im strömenden Regen erloschen gerade die letzten Flammen, die noch an den Ruinen einzelner Häuser leckten.
Was früher einmal eine bescheidene Siedlung gewesen war, war jetzt nur noch ein Haufen Asche und schwelender Balken. Und überall lagen, teils verbrannt, die sterblichen Überreste der einstiegen Bewohner des Ortes. Männer, Frauen und Kinder.
Ihre Seelen verharrten noch, getrennt von ihren Körpern. Langsam schritt ich durch die Zerstörung und sammelte diese verlorenen Seelen ein, 53 an der Zahl.
Anschließend setzte ich meinen Weg durch die Lüfte gen Osten fort. Einige Male schwebte ich noch hinab, die Selen Verstorbener mit mir zu nehmen, bis ich schließlich das Endlose Meer erreichte.
Dort stieß ich von unter den Wolken bis hinab auf den Meeresgrund. Ich spielte mit den Wassern und glitt in südlicher Richtung der Küste Trastas folgend bis ins Blaue Meer. Ein letztes Mal wühlte ich das Wasser auf, schoss wieder an die Oberfläche und beobachtete überm Wasser schwebend, wie die Wellen den nahen Strand überrannten und in einiger Entfernung gegen hohe Klippen schlugen. Hoch oben auf der höchsten Klippe stand der Herrschaftssitz des Königs von Trastas, König Miras', umgeben von der größten Stadt seines Landes, Aequelis.
Durch die Fenster gelangte ich ins Inner der Burg. Ich streifte durch die Gänge auf der Suche nach dem König, als mich plötzlich das laute Schlagen einer Glocke innehalten ließ.
Schlimme Vorahnungen befielen mich. Schnell suchte ich den kürzesten Weg nach draußen, eine Kamin, und flog in Kreisen über der Burg.
In das Läuten der nahen Glocke mischten sich jetzt weitere, weiter entfernte.
Auf dem Innenhof der Anlage eilte eine aufgeregte Menschenmenge zusammen, beunruhigt durch das Schlagen der Glocke, die zuletzt vor über siebzehn Sommern geläutet wurde, und eigentlich nur eines bedeuten konnte.
Ich mischte mich unter die Menschen und bemerkte gerade noch, dass der engste Vertraute des Königs auf einen Balkon hinausgetreten war und zu dem Volk Trastas' sprach. Schrecken erfüllte mich, als ich seine Botschaft vernahm. Miras war tot, im Schlaf ermordet worden.
Und während er dies sagte, erschien am rabenschwarzen, wolkenverhangenen Himmel im strömenden Regen ein Vogel, der in allen Farben schillerte. Nur wenige schauten auf und sahen ihn, bevor er über das Blaue Meer flog und verschwand, zu sehr waren sie mit ihrer Trauer über den Tod König Miras' beschäftigt.
Die wenigen, die diesen Vogel jedoch sahen, erzählten später verschiedene Geschichten.
Die einen sagten, dass der Vogel ein schlechtes Omen war, dass er derjenige war, der ihren König umgebracht und König Ferr so zum Sieg verholfen hatte.
Andere erzählten, der Vogel war erschienen um Trost zu spenden und um ihnen Hoffnung zu geben. Die Hoffnung, dass Ferrs Herrschaft nicht allzu lange anhalten würde.
Doch in Wahrheit, war sein Auftauchen nur ein Zufall gewesen. Der Vogel machte sich auf, um seinen Weg zu beschreiten. Und dieser Weg hatte wenig mit dem Tod des Königs zu tun.
Während die Traster schwiegen, ging ich durch die labyrinthartigen Gänge der Burg zum Schlafgemach des Königs. Auch seine Seele würde ich in dieser Nacht in meine Obhut nehmen. Doch, wenn sie es wollte, dann würde seine Seele bald schon zurückkehren.
Mit all den verlorenen Seelen machte ich mich auf den Weg zurück in die Welt der Mitte, dort, wo kein Sterblicher je hingelangt, und über die Seelen der Verstorbenen gerichtet wurde.
Denn ich bin Kaikki ve Rien.
Ich bin das Licht und die Dunkelheit, die Zeit und der Raum, der Anfang und das Ende.
Ich bin der Wind in den Bäumen, die Wellen des Meeres, der heiße Sommertag, die kühle Briese, das Rauschen des Waldes.
Ich bin die Wärme und die Kälte, der Berg und der Abgrund, der Blitz und der Donner, der Tag und die Nacht.
Ich bin das Wasser und das Land, das Feuer und das Eis, die Luft in deinen Lungen.
Ich bin ein Wort, ein Gedanke.
Ich bin der Tod und das Leben.
Ich bin die Macht der Welt.
Ich bin Alles und Nichts.
Ich bin Kaikki ve Rien.




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