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Hallo! Ich bin Chanyba und das, da unten, ist eine Geschichte, die kakiorami über mich geschrieben hat, auch wenn sie mir, beziehungsweise den anderen Pets, die darin vorkommen, nicht wirklich passiert ist. Jedenfalls viel Spaß beim lesen! :)
Der Silberne Fluss
1. Kapitel: Die Kerker des Grarrls
Sie lief, so schnell sie konnte den Korridor entlang. Sie musste es unbedingt schaffen und bog um eine Ecke, wobei sie durch ihre Geschwindigkeit beinahe gegen die Wand geprallt wäre. Keuchend erreichte sie die Tür und trat langsam ein.
*Sie kommen zu spät*, fauchte eine Stimme von der anderen Seite der Halle, in die sie getreten war.
Sie hieß Chanyba und war ein, noch recht junges, rotes Xweetokweibchen.
Ein Chia kam mit ernergischen Schritten auf sie zu. Chanyba zitterte vor Angst. Der Chia griff sie im Nacken und schleifte sie unsanft den roten Teppich entlang, auf dem sie gestanden hatte, bis vor einen erhöhten Thron, auf dem ein königlicher Grarrl saß. Er starrte das Xweetok finster an.
*Du bist zu spät*, zischte er.
*Verzeihung Herr*, wimmerte Chanyba.
*Das ist das vierte mal dieses Jahr!*, schrie der Grarrl, *Werft sie in den Kerker!*
Zwei Buzzwächter kamen aus einer Nebentür geflogen und packten die junge Xweetok. Chanyba wehrte sich nach leibes Kräften, doch gegen die beiden starken Buzz kam sie nicht an. Die Buzz flogen mit ihr hinunter zu den Kerkern und warfen sie in eine Höhle, aus der nur fliegende Pets entkommen konnten. Zusätzlich sicherten sie den Ausgang mit einem schweren Gitter.
Als sie nach oben sah und die Hoffnungslosigkeit ihrer Lage begriff stiegen ihr Tränen in die Augen. Und was würde aus ihrem Petpet werden?
*Hallo?*, flüsterte da plötzlich eine Stimme hinter ihr in den Schatten.
Chanyba wandte sich um. Im Dreck des alten Kerkers saß noch ein Pet. Es war ein Feenwocky.
*Wie kommst du hier rein?*, fragte die Wocky.
Chanyba schluchzte: *Ich bin zum vierten mal dieses Jahr zu spät zum König gekommen, als er mich gerufen hat.*
*Das ist mir damals auch passiert*, sagte die Wocky mitfühlend, *aber das ist schon lange her. Ich heiße übrigens Sathari und du?*
*Chanyba*, antwortete Chanyba.
*wie lange bist du schon hier?*
*Sehr lange. Ich kann zwar fliegen, aber ich komme nicht durch das Gitter durch*, antwortete Sathari.
*Also warst du vor mir Botschafterin?*, fragte Chanyba vorsichtig.
Sathari schüttelte den Kopf. *Ich wurde von einem Kyrii abgelöst, dessen Vater eine besondere Beziehung zum König hatte, und als ich dann auch noch zu spät gekommen bin hat er mich hier runter bringen lassen.*
*Und was ist aus der Kyrii geworden?*, wollte Chanyba wissen.
Sathari schüttelte wieder den Kopf. *Keine Ahnung, wahrscheinlich sitzt er inzwischen auch in einem der Kerker.*
*Jemand müsste diesem Grarrl mal zeigen wie das ist*, sagte Chanyba wütend, *Der würde bestimmt nicht mehr so frech grinsen, wenn er auch in einen der Kerker geworfen würde.*
Sathari nickte zustimmend. Dann hörten sie, wie die Kerkertür geöfnet wurde und das Summen von Buzzflügeln erklang als Echo in ihrer Höhle. Kurz danach viel etwas schweres das Loch runter und zwei harte Brotleiber landeten zwischen ihnen.
*Wir müssen unbedingt hier raus!*, rief Chanyba, nachdem der Buzz wieder verschwunden war.
*Aber wie sollen wir das anstellen?*, fragte Sathari verzweifelt, *Soweit ich weiß ist noch nie jemand aus diesen Kerkern geflohen. Wir können uns nicht durch den Boden graben, der ist aus festem Stein und die Gitterstäbe sind viel zu eng.*
Chanyba zuckte mit den Schultern und griff nach einem der Brote. Sie hatte fürchterlichen Hunger, weil sie wegen dem König noch nicht hatte frühstücken können und außerdem war sie sehr müde.
*Sitzen hier denn noch Pets in den anderen Löchern?*, fragte sie, nachdem sie eine weile schweigend an ihrem Brot geknabbert hatte.
*Und Ob!*, rief eine hallende Stimme.
*Das ist Bucati, er ist ein Bruce und hat dem König nach den Flur nicht gründlich genug geputzt*, erklärte Sathari, *weiter hinten sitzt noch ein Pteri, aber der ist ganz schön heiser geworden, jetzt wo es wieder kälter wird.*
Chanyba blickte traurig zu Boden. *Es muss doch einen Weg geben, wie man hier wieder rauskommt*, rief sie wütend.
*Ich kenn jedenfalls keinen*, meinte Sathari.
*Ich auch nicht*, rief der Bruce, aus dem Loch nebenan.
Einige Tage später zweifelte auch Chanyba schon daran, das es einen Ausweg aus ihrer misslichen Lage geben könnte. Die Kerkertür öffnete sich und ein Buzzwächter kam mit dem, was die Gefangenen als Mittagessen verstanden. Ein harter Brotleib landete kurz danach auf Chanybas Kopf und ließ sie aufheulen, doch als der Wächter verschwunden und wieder Stille eingekehrt war hörte sie ein leises, ihr bekanntes Geräusch. Es war das Geräusch von kleinen tapsenden Füßchen.
*Was ist das?*, fragte Sathari.
Chanyba antwortete nicht sofort. Dann sah sie einen kleinen, grauen Kopf mit Kopftuch durch die Gitterstäbe lugen.
*Chipsi!*, rief sie erfreut aus, und schon war der Kopf mitsammt Körper durch die Eisenstangen gehüpft, und sie fing ihn auf.
Chipsi war Chanybas Piraten-Weewoo, das sie vor langer Zeit von ihrem Vater geschenkt bekommen hatte, bevor sie für den König arbeiten musste.
*Wie kommst du hier her?*, fragte sie das kleine Petpet, obwohl es ihr nicht antworten konnte, doch es stieß einen Ruf aus und nur wenig später wackelte einer der Steine im Boden.
Chanyba setzte ihr Petpet ab und versuchte den Stein herrauszuziehen. Es gelang erst nach einiger Zeit und mit tätiger Unterstützung Satharis. Ein Symol kam zum vorschein, das sofort aus dem Loch sprang und begann mit Chipsi zu spielen.
*Ein Fluchtweg*, sagte Chanyba leise, als wäre ihr ein Licht aufgegangen.
*Das Loch ist viel zu klein für uns*, wiedersprach Sathari.
*Dann machen wir es halt größer*, meinte Chanyba freudig und versuchte die anliegenden Steine zu lösen, doch sie ließen sich keinen Millimeter bewegen.
*Es geht nicht*, stöhnte sie nach kurzer Zeit und gab auf. Sie war einfach zu sehr geschwächt.
*Es muss gehen, das Symol hat es doch auch geschaft. Wenn so ein kleines Wesen die Steine bewegen kann, dann...*, Sathari verstummte plötzlich. Die Kerkertür war unerwartet aufgegangen und Schritte hallten über den Boden.
Hastig setzte Sathari sich auf das Loch und Chanyba versteckte die beiden Petpets.
Die Schritte verstummten und mehrere schwere Geräusche ertöhnten, die ihnen sagten, dass ein Kerkergitter geöffnet wurde. Buzzflügel surrten, ein Schrei, das Kerkergitter wurde wieder verschlossen, wieder Schritte, dann viel die Kerkertür ins Schloss und es herrschte Stille.
*Bucati?*, fragte Satheri vorsichtig.
Niemand antwortete.
*Wohin bringen sie ihn?*, fragte Chanyba den Tränen nahe.
Satheri zuckte mit den Schultern und versuchte jetzt noch ernergischer die Steine aus dem Boden zu lösen. Vergeblich.
2. Kapitel: Die Flucht
Chanyba war verzweifelt. Sie hatte so sehr gehofft, dass sie durch dieses Loch entkommen konnten, aber die Steine im Umkreis ließen sich auch nach mehreren Tagen voller Versuche nicht von der darunterliegenden Lehmschicht lösen. Wie hatte dieses kleine Symol das nur geschafft?
Allerdings verriet es ihnen das auch nicht, was wohl mehr daran lag, dass sie es weder fragen, noch verstehen konnten. Und zeigen tat es es ihnen auch nicht.
Die beiden Pets wurden nur noch schwächer, da sie die Zeit mit Versuchen verbrachten die schweren Steine zu lösen und die Nahrungsrationen wurden kleiner, da sie ihr Brot mit den Petpets teilen mussten.
Das junge Xweetokweibchen hatte es irgendwann doch aufgegeben zu glauben, dass sie eine Chance hätten ihrem Verließ zu entfliehen, als sie eines Tages ein heftiges Rauschen aus ihrer erschöpften Tagtraumhypnose aufwachen ließ.
*Was ist das?*, fragte Satheri mit schwacher Stimme.
*Das klingt wie Wasser*, meinte Chanyba
Satheri nickte langsam. *Aber wo kommt das so plötzlich her?*
Die beiden Petpets hatten aufgehört zu spielen, hüpften vergnügt zum Loch hinüber und sahen hinein. Auch die beiden Pets beugten sich über das Loch.
*Da fließt tatsächlich Wasser lang*, sagte Chanyba nach kurzer Zeit.
*Wo kommt das auf einmal her?*, fragte Sathari.
Die beiden Petpets grinsten sich an.
*Ich weiß nicht, ist nur so ein Gefühl, aber ich glaube, dass die beiden etwas damit zu tun haben*, sagte Chanyba langsam und sah die Petpets an, die sich wieder erwartungsvoll über das kleine Loch beugten.
Doch Chanyba und Sathari wurde es nach etwa einer Stunde stummen starrens zu langweilig und sie legten sich wieder auf den harten Steinboden. Die Petpets hielten ihre Stellung.
*tropf... tropf... tropf...*, machte der kleine schlauch an der Felswant, aus dem Trinkwasser herrauströpfelte. Das Rauschen des Wassers unter dem Loch wurde immer lauter. Zumindest glaubte Chanyba das. Sie hatte langsam das Gefühl verrückt zu werden. Die Petpets hatten sich seit Stunden nicht bewegt und Chanyba lag nur da, auf dem Rücken und starrte durch die fernen Gitter ihrer Zelle auf die Kerkerdecke, die von flackerndem Fackelschein beleuchtet wurde.
Es musste mitten in der Nacht sein, doch Chanyba hatte jegliches Zeitgefühl verloren, denn im ganzen Kerker gab es kein Fenster, das ihr zumindest annähernd die Zeit verraten hätte. Das einzige, was sie wusste war, das zweimal täglich ein Buzzwächter mit Brot zu ihrer Zelle kam, aber sie vermutete, das selbst diese Zeiten ständig varriierten.
Plötzlich schrak sie auf. Die Petpets hatten begonnen zu jubeln.
Als sie sich aufsetzte und das Loch ansah viel ihr auf, dass das Wasser bis zu den schweren Steinen, die den Beoden ihres Gefängnisses bildeten, gestiegen war.
*Wenn das so weitergeht ertrinken wir bald alle*, meinte Sathari ängstlich.
*Aber dann würden die Petpets nicht jubeln, oder?*, fragte Chanyba unsicher zurück.
Sathari stand auf, ging zu dem Loch und versuchte erneut die umliegenden Steine zu lösen.
*Hey, sie bewegen sich!*, rief sie freudig aus, als der Stein, den sie hielt zu wackeln begann.
Allerdings waren sie sehr schwer. Die beiden Pets hatten Glück, dass das Loch groß genug war, das sie einfach alle Brocken hineinschieben konnten. Aber mit der Weile löste sich auch der Boden darunter wie von selbst und kaum war die Lücke breit genug, dass selbst Sathari hindurchpasste sprangen die Petpets auch schon Kopfüber ins kalte Wasser. Chanyba und Satheri sahen sich nur kurz an, dann sprangen sie hinterher.
Das Wasser war eiskalt und nur ein paar Meter vom Kerker entfern konnten sie die Pfote nicht mehr vor Augen sehen. Schon kurz nach dem Eintauchen ins kalte Nass ließen sich die Beiden wieder nach oben treiben, um Luft zu schnappen.
*Wie auch immer das Symol hier rein gekommen ist. Wie sollen wir den Weg finden?*, fragte Sathri.
Doch Chanyba konnte keine Antwort darauf geben, weil sie Beide nach Unten gezogen wurden. Für einen Moment erschraken sie, doch unter Wasser blendete sie ein helles Licht von einer Art Fackel, die ein Screal in einer Tatze trug.
Neben ihnen schwammen die anderen Petpets. Das Screal wieß ihnen den weg, doch es schwamm so schnell, dass sie manches Mal den grellen Lichtschein aus den Augen verloren. Hin und wieder führte es sie zu einer Art aushöhlung im Stein, die Sauerstoff beherbergte, damit sie Luft hohlen konnten. Das Screal schien dies jedoch nicht zu benötigen.
Der Schacht, durch den sie schwommen hatte einen Durchmesser von etwa drei Meter, führte stetig gradeaus und schien kein Ende zu nehemen.
Auch wenn Chanyba schon vor Tagen, oder vielleicht Wochen ihr Zeitgefühl verloren hatte wusste sie, dass sie schon seit Stunden unterwegs sein mussten, als der Tunnel plötzlich nach oben führte. Kurz danach stieß ihr Kopf zum hundertsten Mal durch die Wasseroberfläche.
Doch diesmal war es kein einfaches Luftschnapploch, sondern eine gewaltige Höhle, dessen Decke sie nicht erkennen konnte.
Während Pets und Petpets noch im Staunen erstarrt waren schwamm das Screal auch schon weiter. Ein paar Meter vor ihnen kroch es an Land. Rasch folgten die anderen ihm.
*Hallo!*, rief plötzlich eine Stimme aus der Ferne. Im Lichtschein der seltsamen Fackel war jedoch nichts zu sehen, aber das Screal freute sich und robbte über den steinigen Boden. Dann hörten sie galoppierende Hufe, zunächst über festen Stein, dann über den Kies. Und da war noch ein Geräusch, wie etwas, dass hinterher geschliffen wurde.
Nach etwa einer Minute erschien im Lichtschein der Fackel ein Uni. Ein Maraquanisches Uni. Daher das Hinterherschleif Geräusch.
*Schön, dass ihr es entlich geschafft habt!*, rief die Uni, *Ich bin Kaniaba und ich nehme an ihr seid Chanyba und Sathari.*
Die Beiden Pets nickten stumm.
*Kommt mit, ich für euch nach oben!*, rief Kaniaba schon im Undrehen und hopste, recht merkwürdig, über den Kies davon, gefolgt von dem Fackeltragenden Screal.
3. Kapitel: Kaprimani
Anfangs waren die Pets noch zu verwirrt um etwas zu sagen doch irgendwann fingen sie sich und fragten: *Wer genau bist du und was tust du hier?*
Das Uni grinste. *Das hab ich doch schon gesagt. Ich heiße Kaniaba und ich hohle euch hier raus*
*Aber wieso? wie kommst du dazu?*, fragte Chanyba weiter.
*Unsere Petpets und Petpetpets sind in allen Teilen dieses Landes als Kundschafter. Ich gehöre zu den Rebellen, von denen ihr eigendlich schon gehört haben solltet. Wir versuchen den König aufzuhalten. Er führt Krig gegen andere Länder und natürlich gegen uns. Weil er ein böser König ist und wir alle viel unter ihm leiden mussten versuchen wir ihn aufzuhalten und wir können jedes Pet gebrauchen. Leider sind wir trozdem zu wenige und bis jetzt hat noch keiner unserer Pläne funktioniert, aber wir werden nicht aufgeben!*, dann drehte sie sich zu ihnen um, *Also macht ihr mit?*
*Aber natürlich!*, rief Sathari sofort und auch Chanyba stimmte zu. Sie wollte es diesem wiederlichen Grarrl heinzahlen!
*Super!*, sagte Kaniaba und robbte weiter, *Mithilfe der Symol und ein paar anderer Petpets konnten wir Tunnelsystheme bauen, die die Armeen des Grarrl nicht bemerken wodurch wir Rebellen aus anderen Teilen der Lande Kontaktieren, uns mit ihnen besprechen und sogar umherschicken können*, erklärte die Uni.
*Aber wie seit ihr auf uns gestoßen?*, wollte Chanyba wissen.
*Durch die Petpets im Schloss haben wir auch verbindungen direkt beim König. Dein Weewoo hatte schon seit längerem mit unseren Petpetpets kontakt und dadurch haben wir erfahren, dass er viele Diener, die ihm nicht mehr gefallen einfach in den Kerker wirft. Leider sind die Steine darin mit einem speziellen Beton angehaftet, der sich nur in Wasser auflöst. Als dein Petpet uns berichtet hat, das du verschwunden wärst waren plötzlich alle dafür einen gefährlichen Plan durchzuführen, den wir schon seit längerem im Blick hatten. Das Weewoo hat sich sehr gut mit fast allen unseren Spionpetpets und Petpetpets angefreundet und deswegen hatten wir praktisch keine Wahl, weil sie alle dich da raushohlen wollten, Chanyba. Es war sehr praktisch, das noch ein anderes Pet in deiner Zelle war, wir können die Tunnel aus stabilitätsgründen nähmlich nicht so dicht bauen, was heißt, wir können nur eine Zelle befreinen, leider.*
Nach dieser Erklärung schwiegen sie eine Weile. Kaniaba führte sie einen nahezu endlosen Tunnel entlang, der stätig gradeaus führte, aber zum Glück diesmal nicht unterwasser stand.
Nach langer Zeit kamen sie in eine Saggasse. Vor ihnen lag ein Pfützengroßes, mit Wasser gefülltes Loch.
*Jetzt müssen wir leider noch einmal tauchen*, sagte Kaniaba entschuldigend, *Dann kommen wir endlich oben an.*
Sie sprangen nach einander ins Wasser, aber diesmal ging es nur einen Meter nach unten und dann wieder nach oben, etwa sechs meter lang.
Chanybas Kopf stieß als letzte durch die Wasseroberfläche und sie atmete tief ein.
Sie befanden sich in einem kleinen Waldsee auf einer Lichtung. Es musste Nachmittag sein, dass konnte Chanyba am Stand der Sonne erkennen. Vor ihnen, am rand des Wassers stand ein tyrannisches Lupe, neben ihm ein tyrannisches Snowickle, auf dessen Kopf ein Cooty saß.
*Hey Kaprimani!*, begrüßte Kaniaba den Lupe, doch Kaprimani sparte sich die Begrüßung.
*Wir müssen schnell hier weg! Grade sind einige Krieger des Königs vorbeigekommen. Sie können jeder Zeit zurücksein*, zischte Kaprimani.
Hastig stiegen die anderen hinter dem Uni aus dem Wasser. Das Snowickle sprang auf den Rücken des Lupe und im Laufschritt verließen sie die kleine Lichtung.
Es war ein mühsamer Weg durch dichtes Unterholz, Brennesseln und Dornenbüsche. Nach kurzer Zeit waren Chanybas und Satharis Fell fürchterlich zerkratzt, doch die anderen Beiden schienen unversehrt. Kein Wunder, schließlich hatten sie es mit der Zeit gelernt. Auch die Petpets hatten kein Problem, denn sie konnten durch die Lücken der Zweige hüpfen und den dichteren Gebüschen entgehen, ohne sich zu weit von der Gruppe entfernen zu müssen.
Plötzlich blieb Kaprimani stehen und bedeutete auch den anderen still zu bleiben. Er witterte.
*Chiakrieger*, flüsterte er dann, *sie sind ganz in der Nähe.*
Angstvoll verharrten sie, duckten sich zwischen die Zweige und hielten die Luft an. Dann hörten sie alle Geraschel, Stimmen und sich nähernde Schritte. ein halbes dutzend bunter Chia kamen direkt auf sie zu. Wie sollten sie ihnen unbemerkt entkommen?
4. Kapitel: Die Rebellen
Kaprimani gab den Petpets einen Wink und diese verschwanden lautlos zwischen den Zweigen. Einige Sekunden später schrie einer der Chia auf.
*Was ist?*, fragte ein anderer Mürrisch.
*Mich hat etwas gebissen*, fauchte der Chia zurück, der geschrien hatte.
*Stell dich nich so an*, sagte ein dritter, der der Anführer zu sein schien, *hier gibts nunmal 'ne menge Ungeziefer.*
Sie waren kaum zwei Schritte gegangen, als der Nächste aufschrie. Ein dritter wälzte sich kratzend auf dem Boden und noch ein anderer wurde von einer hellen Leuchtfackel von Chander, den Screal, geblendet.
Chanyba konnte sich nur mühsam ein Lachen verkneifen, als sie durch die Zweige lugend sah, wie der Anführer zunächst verwirrt dann entrüstet umhertorkelte und dabei gegen einen Baum stieß.
*Jetzt!*, zischte Kaprimani ihnen zu und schlich geduckt vorwärts.
Die anderen folgten ihm und Chanyba wunderte sich noch immer, wie Kaniaba sich so lautlos bewegen konnte, obwohl sie eine Flosse hinter sich herschleifte.
Sie krochen eine kurze Weile, bis Kaprimani sich erhob und zu rennen anfing. Sathari und Chanyba konnten kaum mithlten, während die Uni aufs Fliegen umstieg.
Erst, als sie den Wald entlich verließen blieb der Lupe stehen und wartete.
Einige Zeit später kamen die Petpets erfolgreich Jubelnd aus dem Wald gehüpft und sie marschierten weiter.
Eine weite Wiese lag vor ihnen. Die Sonne zu ihrer rechten versank langsam und es wurde dunkel. Kaprimani führte sie quer über die große Wiese, an dessen Horizont ein weiterer Wald zu sehen war.
*Dort wollen wir hin*, sagte Kaniaba freudig und deutete auf den Wald.
Sie hatten das weite Grasmeer zur Hälfte überquert, als Kaprimani beschloss ein Nachtlager zu errichten und erst am nächsten Tag weiter zu reisen. Er wollte wach bleiben und mit Chester, seinem Snowickle, Wache schieben.
Chanyba war nach zehn Minuten unter dem klaren Sternhimmel eingeschlafen.
Am Nächsten Morgen wurden sie früh von Kaniaba gewckt. Nach einem laschen Frühstück aus Beeren und Nüssen gingen sie weiter und erreichten bis zum Mittag den kühlen Wald.
Chanyba hatte diese Gegend noch nie gesehen. Der Wald schien dichter und stiller zu sein, als der aus dem sie gekommen waren.
Ohne ein Wort zu sagen durchwanderten sie ihn, stundenlang, wie es Chanyba schien, doch vielleicht hatte das auch nur damit zu tun, das ihr Zeitgefühl noch immer nicht ganz wieder hergestellt war. Sathari schien es ähnlich zu gehen.
Irgendwann hörten sie Stimmengewirr vieler Neopets und schließlich öffnete sich der Blick auf eine riesige Lichtung, so groß, dass Chanyba nicht einmal die andere Seite sehen konnte und sich fragte, ob sie sich offiziel noch in dem Wald befanden.
Pets und Petpets wuselten kreuz und quer durch die engen Zeltgassen, rempelten sich wortlos gegenseitig an oder stolperten übereinander. Dann gab es jedes mal ein ziemliches Gewirr und alle schimpften lautstark, bis sie wieder auf ihren vier, oder zwei Pfoten standen. Nur um Kaprimani schienen sie einen leichten Bogen zu machen. Vielleicht war er etwas wie ein Anführer.
Der Lupe führte sie zu einem großen Zeltblock, vermutlich in der Mitte der Lichtung und ging mit ihnen in das größte Zelt. Darin standen um einen Tisch versammelt eine darigan Hissi, ein Mutantendraik und eine königliche Flotsam.
Als sie eintraten drehten sich die Pets zu ihnen um.
*Ah, Kaprimani!*, rief die Flotsam, *offenbar war ihre Mission erfolgreich.*
*Lief alles bestens Fellaia, bis auf einen kleinen Zwischenfall mit ein paar Chias, aber wir konnten ihnen entkommen*, antwortete Kaprimani.
*Sso, Sso, bisst du dir da ssicher?*, fragte der Hissi, *währe nicht angebracht, wenn der Grrarl mit sseiner Armee plötzslich vor unsserem Dorf sstände.*
*Sathassa, du machst dir zu viele sorgen, schließlich ist Kaprimani einer der Besten*, zischte der Draik.
Er kam auf Chanyba und Sathari zu und stellte sich vor: *Ich bin Talathar und möchte euch herzlich im Dorf der Rebellen willkommen heißen. Wir versuchen uns gegen König Grarrl zu wiedersetzen.*
Chanyba und Sathari nickten schüchtern.
*Gut, dann hätten wir das ja geschafft*, meinte Talathar und ging wieder zum Tisch zurück.
Auch Kaprimani beugte sich über den Tisch. Chanyba viel auf, dass es ein Schlachtplan sein musste.
*Ich glaub nich, das das funktionieren wird*, sagte Kaprimani, nachdem er die Karte begutachtet hatte.
*Wiesso nich?*, fragte Sathasser.
*Erstens seine Krieger sind weit in der Überzahl und es sind mindestens doppelt so viele, wie hier dargestellt und da er uns schon seit längerem loswerden will wird er sie auch alle gegen uns einsetzen*, begann der Lupe, *zweitens Ist er zwar gierig, aber nicht dumm und er unterschätzt uns nicht. Er wird es merken, wenn ihr Fallen in dem Wald aufstellt und uns nicht dort hinein folgen. Drittens sind das beiweitem nicht genug Fallen um alle seine Krieger hineinlocken zu können. Viertens, selbst wenn sie uns in den Wald folgen werden sie, nach dem die ersten in die Fallen getappt sind gewarnt sein und fünftens würde es viel zu lange dauern so viele Fallen in einem Wald aufzustellen, der von Kriegern durchpatrolliert wird. Dazu haben wir weder die Zeit, noch die Kraft oder die Mittel.*
*Und wie sollen wir deiner Meinung nach vorgehen?*, fauchte Fellaia.
Kaprimani überlegte. *Ich glaube ich kenne jemanden, der uns weiterhelfen kann*, sagte er langsam.
5. Kapitel: Die Reise zur Finsterklippe
Kaprimani kannte einen Pteri, der weit entfernt von dem Reich des Königs an einer Klippe wohnte und sehr, sehr schlau war. Er hatte vor ihn aufzusuchen, um ihn zu fragen, was sie tun könnten.
*Im Moment sind keine Flugpets entbehrlich*, erwiederte Talathar auf Kaprimanis Idee hin.
*Dann lauf ich eben zu ihm*, meinte Kaprimani.
*Na schön, aber nur, weil du es bist*, knurrte Talathar und wandte sich ab. Dann jedoch drehte er sich noch einmal um und sagte: *Aber es wäre unklug von dir allein mit deinem Snowickle zu gehen und Kaniaba hat erstens zu tun und zweitens wäre sie zu langsam, also wen willst du mitnehmen?*
Der Lupe überlegte und sah sich im Zelt um. Dann viel sein Blick auf Chanyba und Sathari, die eingeschüchtert in einer Ecke hockten.
Auch Talathar und alle anderen blickten sie an.
*Ich weiss nicht, ob dass klug währe. Ssie haben noch keine Erfahrung", zischte Sathassa.
*Das ist doch eine gute Methode es zu lernen*, antwortete Kaprimani, *Da draußen ist es nicht so gefährlich, schließlich gehört das Gebiet nicht mehr zu König Grarrls Reich.*
Fellaia nickte langsam. *Aber du solltest auch noch jemand erfahrenen mitnehmen*, sagte sie, *Wie währe es mit Kajatza?*
*Kajatza is doch ein Flugpet*, grinste Kaprimani.
Die Flotsamdame rollte mit den Augen.
*Der könnte dich eh nicht auf dauer tragen, sso fett wie du geworden bisst*, zischelte Sathassa.
Kaprimani knurrte ihn an, doch Talathar ging dazwischen.
*Also Kajatza kommt mit euch mit. Ihr brecht morgen bei Sonnenaufgang auf. Solange kannst du die Beiden einweisen.*
Kaprimani nickte und verließ gefolgt von Kaniaba, Chanyba und Sathari das Zelt.
Am Abend waren Chanyba total aufgeregt, sodass sie nicht einschlafen konnten, auch wenn sie wussten, dass sie es gemusst hätten.
Kaprimani hatte ihnen den restlichen Tag eine Menge gezigt und erzählt.
Zunächst hatte er sie einmal durch das ganze Lager geführt, ihnen die Kampfplätze, Essenszelte und Wohngebiete erleutert und den einen oder anderen ihnen vorgestellt.
Anschließend hatten sie ihm auf dem Kampfplatz bei einem Übungskampf mit einem Ogrin zugesehen, den er Haushch gewann. Den restlichen Tag hatte er ihnen alle Tricks und Kniffe beigebracht, die das Kämpfen mit Zähnen und Krallen ausmachten, die man innerhalb eines halben Tages lernen konnte. Nur Kajatza hatten sie noch nicht kennen gelernt.
Am nächsten Morgen wurden sie früh von einem roten Eyrie namens Celongil geweckt. Er führte sie zum größten Zelt, in dem die Beiden Pets Talathar, Sathassa und Fellaia kennen gelernt hatten. Vor dem Zelt warteten die drei jeweiligen Pets zusammen mit Kaprimani und einigen grauen Säcken. Zwei davon bekamen Chanyba und Sathari auf den Rücken geschnallt, einen dritten trug Kaprimani bereits.
*Kajatza hat sich wohl nicht die Mühe gemacht zu kommen*, knurrte Kaprimani und sah sich um.
Sie verabschiedeten sich von den anderen Pets und der Lupe führte Chanyba und Sathari zu einem Zelt am äußersten Rand des Lagers.
*Hey Kajatza!*, rief er durch die Zeltluke.
*Kap, was willst du hier?*, fragte eine tiefe, knurrige Stimme zurück.
*Wir wollten zu Calyptos, schon vergessen?*
Ein tiefes Brummen kam aus dem Zelt, dann trat Kaprimani zurück und ein sehr großer Dariganeyrie kam aus dem Zelt.
*Na schön*, grummelte Kajatza und warf sich die letzten beiden Säcke über den Rücken. Jetzt kam hinter ihm ein Feenseti aus dem Zelt gelaufen.
Sie machten sich auf den Weg, weiter durch den Wald auf der anderen Seite. Schon bald hatten sie ihn jedoch verlassen und vor ihnen erstreckte sich eine weite Wiese. Ganz weit in der Ferne waren Bergspitzen zu sehen.
*Wie sange dauert der Weg eigendlich?*, fragte Sathari nach einiger Zeit.
*Wenn wir uns beeiln könnten wir in vier Tagen dort sein*, meinte Kaprimani recht abweisend.
Er schnüffelte abwesend in der Gegend herum und schien recht beeunruhigt zu sein.
Während Chester und Chipsi freudig um sie herrumtollten saß das Feenseti recht eingefleischt auf dem Rücken seines eben so mürrischen Besitzers.
Chanyba war dieses Eyrie nicht geheuer und Sathari schien ähnliches durch den Kopf zu gehen, doch sie redeten kein Wort.
Einen halben Tag maschierten sie, ohne zu reden, zu rasten, zu essen oder trinken. Chanyba wäre lieber mit Kaniaba gereist. Sie war viel freundlicher, als Kaprimani und Kajatza. Gegen Mittag hatten sie die Mitte der weiten Steppe erreicht und konnten die fernen Berge jetzt viel deutlicher sehen. Eine Kette von hochragenden, unfreundlichen Spitzen, die sich am Horizont erhob.
Als es dunkel wurde hatten sie die Berge erreicht und rasteten nun zum ersten Mal. Während Kajatza ein Feuer entfachte schickte Kaprimani die Petpets auf Nahrungssuche. Die Nacht war vollständig herreingebrochen, als Chipsi, Shakumi und Chester zurückkehrten, in den Mäulern prall gefüllte Beutel.
Am nächsten morgen ging es wieder sehr früh weiter. Nun mussten sie klettern. Kajatza flog vorraus und als sie endlich den, imprinzip niedrigen, Pass der ersten Bergkette erreicht hatten bot sich ihnen ein faszinierender Ausblick. Die aufgehende Sonne, noch halb zwischen weiter hinten liegenden Bergen versteckt und alle Gipfel in ein flammendes rot und ein leuchtendes Gold getaucht.
Chanyba hörte, wie Sathari leise "Wow" flüsterte.
Vielen dank das ihr es gelesen habt. Noch ist sie nicht fertig, aber Lenoragirl schreibt regelmäßig daran. Schaut einfach hin und wieder mal vorbei.
P.S: Wenn ihr wollt könnt ihr meiner Besitzerin auch eine NM mit Lob oder kritik schreiben. Sie freut sich immer über Post.
P.P.S.: Bitte kopiert den Text nicht. Das wäre nicht sehr nett
P.P.P.S.: Mehr Infos über meine Freunde, mich und meine Besitzerin findet ihr übrigens hier
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